04.07.2020 | 10:02 Uhr Sachsens Steuerfahnder erfolgreich wie lang nicht

Ein Mann in Handschellen hält Geldscheine in einer Hand
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Die Steuerfahnder in Sachsen haben 2019 fast 95 Millionen nicht gezahlte Abgaben aufgespürt. Das ist die höchste Summe seit fünf Jahren, wie das Finanzministerium am Sonnabend mitteilte. Demnach konnte der Fiskus im Vergleich zum Vorjahr auf diese Weise etwa 29 Millionen Euro mehr einnehmen. Damit zahlten sich die Investitionen in eine moderne Steuerfahndung aus. Vor allem im Bereich der Wirtschaftskriminalität helfe IT-Technik, die riesigen Datenmengen aufzubereiten.

Akten wälzen war gestern

Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann betonte, die Zeiten, in denen die Steuerfahndung lediglich Aktenberge ausgewertet hätte, seien längst vorbei. Steuerhinterziehung finde heutzutage auch digital statt. Auch diese Spuren müssten aufgedeckt und Beweise sichergestellt werden. Dazu waren in Sachsen im vergangenen Jahr mehr als 100 Steuerfahnder aktiv. Sie ermittelten laut Finanzministerium in mehr als 2.100 Fällen. Rund 800 davon waren Amts- und Rechtshilfeersuchen von anderen Dienststellen.

Ein Mann über 50 lächelt zaghaft. Er trägt eine stabile Brille mit grauem Rahmen und grau-weißes Haar. Sein Anzug ist dunkelblau und sein Schlips blau-weiß gemustert. Im Hintergrund sieht man die Studiokulisse des Sachsenspiegelstudios. Die Silhouette von Dresden ist zu erkennen.
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Wir lassen uns nicht durch den technischen Fortschritt von Steuerbetrügern abhängen.

Hartmut Vorjohann Sächsischer Finanzminister

Besonders beliebt: Umsatzsteuerbetrug

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Zwei Drittel der Gesamtschadenssumme entdeckten die Fahnder bei Umsatzsteuerprüfungen - gut 65 Millionen Euro. Dazu kamen rund 9,5 Millionen Euro Einkommenssteuer, die Sachsen nicht gezahlt hatten, außerdem mehr als sieben Millionen Euro Erbschafts-, Schenkungs-, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag und weitere Abgaben. Firmen und Unternehmen im Freistaat haben sich um gut neun Millionen Euro Gewerbe- und Lohnsteuer "gedrückt".

In Summe 54 Jahre Gefängnis

Besonders "sparsam" beim Zahlen von Steuern waren offenbar Einwohner und Firmen in der Leipziger Region - hier wurde fast die Hälfte der hinterzogenen Steuersumme entdeckt. Die Folgen für die entdeckten Sünder: rund 370 Strafverfahren sowie neben der Pflicht zur Nachzahlung mehr 613.000 Euro zusätzliche Geldstrafen und Freiheitsstrafen im Gesamtumfang von 54 Jahren.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 04.07.2020 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

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