Mehrere Erstklässler mit Schulranzen auf dem Rücken.
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Fragen und Antworten Ersatzbetreuung beim Streik: Wohin mit meinem Kind?

Wenn Lehrer streiken, stellen sich Eltern oft viele Fragen: Findet der Unterricht trotzdem statt? Gibt es in den Schulen eine Betreuung, wenn nicht unterrichtet wird oder muss ich mich selbst darum kümmern? Das Kultusministerium gibt Antworten.

Mehrere Erstklässler mit Schulranzen auf dem Rücken.
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Wie erfahren Eltern, wenn der Unterricht wegen eines Streiks ausfällt?
Wenn Lehrer streiken, fällt meist auch der Unterricht aus, aber nicht automatisch. Findet an der Schule kein regulärer Unterricht statt, werden die Eltern meist schon im Vorfeld von der Schule informiert.

Muss mein Kind zu Hause bleiben, wenn die Lehrer streiken?
Nein. In manchen Elternbriefen werden Sie gebeten, Ihre Kinder an den Streiktagen nicht in die Schule zu schicken. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie es nicht dürfen.

Wer kümmert sich um die Schüler, wenn der Unterricht ausfällt?
Schulen haben auch im Streikfall eine Aufsichts- und Betreuungspflicht gegenüber den Schülern. In der Regel bieten sie eine Ersatzbetreuung an. Um eine Betreuung zu gewährleisten, bitten viele Schulen um eine Rückmeldung der Eltern, wenn sie ihr Kind am Streiktag in der Schule betreuen lassen möchten.

Dürfen Eltern ihre Kinder einfach mit auf Arbeit bringen?
Einen Rechtsanspruch darauf haben Eltern nicht. An manchen Arbeitsplätzen sind Kinder sowieso fehl am Platz, weil Sicherheitsregeln eingehalten werden müssen. In manchen Großraumbüros kann der Nachwuchs zudem die Kollegen vom Arbeiten abhalten. Hier gilt: Im Zweifel vorher mit dem Chef reden und den nicht mit dem Kind überraschen.

Muss ich als Mutter oder Vater Urlaub nehmen, wenn ich mein Kind selbst betreuen muss, weil die Schule keine Notbetreuung anbietet?
Nein. Müssen Eltern ihr Kind selbst betreuen, weil eine Notbetreuung in der Schule nicht realisiert werden kann, können sie ihrem Arbeitsplatz fernbleiben. Dies gilt dann als Verhinderung ohne Verschulden und sie erhalten trotzdem Ihr Gehalt.

Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2019, 13:57 Uhr

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3 Kommentare

12.02.2019 20:36 kerstin 3

@2 J. Richter: Wie sollte denn Ihrer Meinung nach dieser Ausweg aussehen? Streikverbot für angestellte Lehrkräfte? Ein großer Teil der Sachsen hat sich bei bisher allen freien Wahlen für die CDU als stärkste und damit Regierungspartei entschieden und damit auch deren Bildungspolitik gebilligt, und die sah seit gut 30 Jahren vor, Lehrer nur im Angestelltenverhältnis zu beschäftigen. Erst Anfang diesen Jahres wurde davon abgewichen. Wieso wundern sich dann immer so viele Leute, dass die politisch gewollt nicht verbeamteten Lehrkräfte ihr Streikrecht auch ausüben? Dass an einem Streiktag Stunden ausfallen ist zwar nicht schön, aber dieser Ausfall ist ein Nichts gegen den, der durch "famose" Bildungspolitik verursachten Lehrermangel entsteht (und wer soll denn ohne Lehrer die Stunden halten?).

12.02.2019 19:21 J. Richter 2

Wenn Streiks zwischen zwei Parteien aus welchem Grund auch immer stattfinden, sollten nicht die Schwächsten der Gesellschaft die Leidtragenden sein. Es ist nicht nachvollziehbar warum Schülern der Unterricht verweigert wird zumal im Bereich Bildung vieles im Argen liegt.
Leider hört man von den Regierenden keinen Ausweg.

11.02.2019 18:49 D.K. 1

OhOh.
Rechtlich wäre ich hier vorsichtig zu sagen, Eltern können ohne Urlaub nehmen zu müssen, bezahlt zu Hause bleiben. Denn auch der Arbeitgeber hat den Streik nicht verschuldet und kann somit nicht in Haftung genommen werden.
Wer einfach zu Hause bleibt riskiert eine Abmahnung!

Bitte mal in Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) schauen.
Es handelt sich NICHT um einen "in der Person des Arbeitnehmers liegenden Grund".

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB); § 616 Vorübergehende Verhinderung:
Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. Er muss sich jedoch den Betrag anrechnen lassen, welcher ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf Grund gesetzlicher Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unfallversicherung zukommt.