So war der Sommer bisher Wechselhaftes Sommerwetter, aber Dürre bleibt in Sachsen

Der Sommer 2020 geht schon langsam auf sein Ende zu. Wie war er bisher? Der befürchtete neue Sahara-Sommer hat sich scheinbar doch nicht eingestellt. War alles nur Panikmache? Wettermoderatorin Susanne Langhans schätzt für MDR SACHSEN die Lage ein.

Sonne und Regen
Bildrechte: Colourbox.de

Zwei Drittel des Sommers liegen jetzt hinter uns. Dein Fazit: Wie war er bisher?

Bislang gab es viel Sonne, gebietsweise sind im Vergleich zu den langjährigen Monatsmittelwerten auch mehr Sonnenstunden zusammengekommen als sonst in den Monaten Juni und Juli üblich. Die Temperaturen waren hingegen durchschnittlich - erst jetzt im August erleben wir eine Hitzewelle, die wird aus heutiger Sicht auf jeden Fall bis Ende kommender Woche dauern. Eine Regenbilanz ist hingegen nicht so eindeutig. Vor allem im Juni gab es große Unterschiede. Da war es im Süden von Sachsen deutlich feuchter als sonst üblich, Richtung Norden hingen war es erneut zu trocken. Im Juli gab es dann wieder überall in Sachsen ein ausgeprägtes Regendefizit.

Manche sagen, der Dürresommer würde herbeigeredet. Dieser sei ja wieder "ganz normal". Stimmt das?

In Sachsen erleben wir dieses Jahr bisher einen eher wechselhaften Sommer. Das entspricht wieder etwas mehr dem typisch mitteldeutschen Wetter für diese Jahreszeit. Untypisch, also "nicht normal", waren die beiden vorangegangenen Sommer. Mit den Folgen hat die Natur bis heute zu kämpfen. Dabei geht es vor allem um den Wassermangel in den verschiedenen Bodenschichten. Das Feuchtedefizit ist 2018 entstanden und bis heute da.

Die Dürre wird also nicht herbeigeredet, kehrt auch nicht zurück oder hat nur etwas mit diesem Sommer zu tun, die Dürre ist vielmehr seit dem Sommer 2018 durchweg da.

Susanne Langhans

Stichwort Trockenheit: Wie lange müsste es schätzungsweise durchgehend regnen, damit die Böden sich erholen?

Kurze, kräftige Schauer helfen nicht. Die können zwar bei den Wiesen und in den Gärten für eine Entspannung sorgen, aber sickern nicht in den trockenen Boden ein. Nötig wäre Landregen, am besten immer wieder – und das über ein, zwei Wochen verteilt. Landregen kann durchaus einmal bis zu sechs Stunden andauern, hat im Vergleich zu den kräftigen Schauern aber eher feine Regentropfen. Wieviel Regen genau nötig wäre, um den Wassermangel in den mittleren und unteren Bodenschichten auszugleichen, ist natürlich regional unterschiedlich. Das ist abhängig vom jeweiligen Feuchtedefizit und von der Beschaffenheit des Bodens.

Nehmen wir aber mal die Landeshauptstadt: In Dresden liegt der Klimawert [Mittelwert von 30 Jahren, Anm.d.Red.] für den Jahres-Niederschlag bei rund 600 Litern pro Quadratmeter. 2018 gab es aber nur um die 420 Liter, 2019 sah es nicht viel besser aus.

Umgestürzte und vertrocknete Bäume liegen auf einer Wiese.
Der Große Garten in Dresden. Bildrechte: imago images/Thomas Eisenhuth

In Dresden beispielsweise hat sich ein immenser Regenwassermangel angesammelt. Um so einen Mangel auszugleichen, müsste es einen wochenlangen Landregen geben.

Susanne Langhans

Nehmen wir beide Jahre zusammen, dann ergibt das für Dresden ein Defizit von 280 Litern Regen oder Schnee pro Quadratmeter.

Woran siehst du es ganz persönlich, dass die Natur "Durst" hat?

Abgeholzter Nadelwald, aufgenommen in Koenigshain
Mitteldeutschland ist ganz besonders trocken. Hier ein aus der Region Königshain, Ostsachsen. Bildrechte: imago images/A. Friedrichs

Nun, ich sehe, was alle sehen: Braune Wiesen, trockene Blätter an den Bäumen - das sind aber nur die Zeichen für die oberflächliche Trockenheit. Um zu erkennen, wie stark die Dürre ausgebreitet ist, müssten wir tief in den Boden hineinschauen können. Da hilft aber die Online-Seite des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung - dort wird der Dürremonitor täglich aktualisiert. Der zeigt auch ganz genau an, welche Wirkung ein kräftiger Schauer hat. Das Ergebnis ist ernüchternd: So ein Schauer wirkt sich leider gar nicht auf den Wassermangel in den mittleren und unteren Bodenschichten aus.

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Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 03.08.2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Hans Pampel vor 7 Wochen

Eins, Zwei, Drei,Vier Eckstein...Alles...

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