Dreikönigskirche Dresden
Bildrechte: IMAGO

Sächsische Synode Evangelische Landeskirche beschließt Strukturreform

Die Synode der sächsischen Landeskirche hat im zweiten Anlauf eine dringend notwendige Strukturreform auf den Weg gebracht. Hintergrund ist der erwartete Mitgliederschwund in den kommenden 20 Jahren von derzeit knapp 700.000 auf 416.000. Die Gemeinden sind nun im Zugzwang. Sie können sich zwischen vier verschiedenen Modellen entscheiden.

Dreikönigskirche Dresden
Bildrechte: IMAGO

Die Evangelische Landeskirche Sachsens hat angesichts sinkender Mitgliederzahlen eine Strukturreform beschlossen. Nach mehrtägigen Beratungen stimmte das Kirchenparlament einem Gesetz zur regionalen Zusammenarbeit mit großer Mehrheit zu. Den Gemeinden werden vier verschiedene Modelle angeboten, wie sie entweder enger zusammenarbeiten oder sich zusammenschließen können.

Vier Gemeinde-Modelle

Neben der Vereinigung können sich Gemeinden auch unter dem Dach von sogenannten Kirchspielen (keine Obergrenze) oder Schwesterkirchverhältnissen (bis zu sechs Gemeinden) verbinden sowie in Kirchgemeindebünden (bis zu acht Gemeinden). Bei sogenannten Schwesterkirchen behalten die Mitglieder eigene Kirchenvorstände, sind gleichberechtigt und rechtlich selbstständig. Sie müssen aber ihre Arbeit und Projekte in einem gemeinsamen Gremium, dem sogenannten Verbundausschuss, abstimmen. Der Kirchgemeindebund bildet wie auch Kirchspiele unter anderem einen gemeinsamen Haushalt, die Mitglieder behalten eigene Kirchenvorstände. Das Kirchspiel hat dagegen keine Kirchenvorstände vor Ort, es können aber Kirchgemeindevertretungen gebildet werden.

Bischof Rentzing: Wichtiges Signal in die Öffentlichkeit

Demonstranten halten ein Transparent mit der Aufschrift 'Keinen Zwang auf eigenständige Profilgemeinden ausüben'
Proteste gegen die Strukturreform gab es auch auf dieser Synode. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel

Spätestens von 2021 an sollen verbindliche, neue Zusammenschlüsse entstehen. Landesbischof Carsten Rentzing erklärte, mit dem neuen Gesetz werde ein Prozess angestoßen, der einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die "große Zustimmung" der Synode sei ein wichtiges "Signal in die Öffentlichkeit hinein". Eine erste Vorlage des Landeskirchenamtes mit einem strafferen Zeitplan für Strukturveränderungen und weniger möglichen Modellen war im Frühjahr 2017 von der Synode nach heftigen Protesten aus den Gemeinden abgelehnt worden.

Der Reform liegen eine Prognose zur Mitgliederentwicklung und ein Stellenplan zugrunde. Demnach verlieren die evangelischen Gemeinden in Sachsen in den kommenden 20 Jahren fast 300.000 Mitglieder. Derzeit liegt ihre Zahl bei knapp 700.000. Entsprechend soll die Zahl der Pfarrstellen von derzeit mehr als 500 auf 320 abgebaut werden.

Quelle: MDR/kb/epd

Dieses Thema in Programm bei MDR SACHSEN : MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 16.04.2017 | Nachrichten | ab 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 17:30 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

17.04.2018 10:01 Fragender Rentner 1

Da haben sie wohl nicht alle überzeugen können? :-)