Eine Pflegeassistentin im Evangelischen Krankenhaus, steht in einem Krankenzimmer.
Nicht jeder Mitarbeiter in einem Pflegeheim hat einen Abschluss als Pflegeassistentin. Aber Heime müssen eine Fachkräftequote erfüllen. Bildrechte: dpa

Fachkräftequote Ambulante Pflege in Sachsen: Mehrzahl hat Pflegeberuf von der Pike auf gelernt

Einmal mit Profis arbeiten - bei ambulanten Pflegediensten in Sachsen kein frommer Wunsch, sondern Alltag. Die Mehrzahl der dort Beschäftigten kann einen Berufsabschluss in der Pflege vorweisen. Dabei gilt die Fachkräftequote von wenigstens 50 Prozent nur für Pflegeheime.

Eine Pflegeassistentin im Evangelischen Krankenhaus, steht in einem Krankenzimmer.
Nicht jeder Mitarbeiter in einem Pflegeheim hat einen Abschluss als Pflegeassistentin. Aber Heime müssen eine Fachkräftequote erfüllen. Bildrechte: dpa

In Sachsen erkennt man beim Blick auf die Berufsabschlüsse der Pflegekräfte einige Unterschiede zwischen ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeheimen. Zwei von drei Beschäftigten der ambulanten Pflegedienste haben einen Berufsabschluss in der Pflege. In den stationären Pflegeheimen ist es nur jeder zweite Beschäftigte. Dafür arbeiten in den Heimen häufiger Menschen mit Berufsschulzeugnissen aus anderen Bereichen. Und es werden mehr Pflege-Auszubildende in stationären Pflegeheimen beschäftigt als bei ambulanten Pflegediensten.

Qualifikation von Beschäftigten in der Pflege in Sachsen*
  Ambulante Pflegedienste Stationäre Pflegeheime
Beschäftigte mit Berufsabschluss
in der Pflege    
65,1 %   49,0 %
Beschäftigte mit sonstigen
Berufsabschlüssen
23,5 %   33,0 %
Beschäftigte ohne
Berufsabschluss
2,0 % 3,7 %
Beschäftigte in Ausbildung 4,2 % 5,6 %

* Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen – Pflege in Sachsen 2018

Mindestquote in Pflegeheimen

Für Einrichtungen der stationären Langzeitpflege, also Pflegeheime, gilt seit den 1970er- Jahren in der Bundesrepublik eine Fachkraftquote. Die liegt bei 50 Prozent und stellt eine Mindestanforderung dar. Nur jeder zweite Mitarbeiter in Altenpflegeheimen muss über eine dreijährige Pflegeausbildung verfügen. Weil immer mehr Fachkräfte in Deutschland fehlen, haben Politiker und private Anbieter sozialer Dienste im vergangenen Jahr ein Absenken der Quote auf 40 Prozent verlangt. Pflegefachverbände und Pflegewissenschaftler lehnen das ab. Sie fürchten noch mehr Belastung und Stress für die Mitarbeiter, was für Pflegebedürftige auch Folgen hätte: Stürze und Wundliegen seien demnach zu befürchten.

Mindestquote und ihre Folgen Die Hälfte des Pflegepersonals in Pflegeheimen müssen Fachkräfte sein. Wird die Quote von 50 Prozent unterschritten, legen die Heim-Betreiber Betten still. Sollten Behörden das Unterschreiten der Quote feststellen, veranlassen sie die Bettenstilllegung. Neue Patienten dürfen dann nicht mehr aufgenommen werden.
Weil Fachkräfte fehlen, werden auch Betten nicht belegt - obwohl Plätze da wären und auch dringend nachgefragt würden.
Laut Bundesverband der privater Pflegeanbieter (bpa) ein bundesweites Phänomen, vor allem in Großstädten und grenznahen Regionen. Derartige Aufnahmestopps beträfen demnach alle Anbieter, ob die Betreiber nun gemeinnützig, kirchlich oder privat organisiert seien.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema auch im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.03.2018

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2018, 09:23 Uhr

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