15.12.2019 | 18:03 Uhr Fahrplanwechsel in Sachsen - Was ändert sich?

Am 15. Dezember sind die neuen Fahrpläne bei der Deutschen Bahn und den regionalen Verkehrsverbünden in Kraft getreten. In Sachsen kommen auf die Fahrgäste im Nah-und Fernverkehr eine Reihe von Änderungen zu: eine neue IC-Linie an die Ostsee, mehr Verbindungen im Regionalverkehr und neue Konkurrenz für die Bahn. MDR SACHSEN mit einem Überblick.

Fahrplanwechsel
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Neue Verbindung über Berlin an die Ostsee

Fahrgäste können von Sachsen aus künftig schneller an die Ostsee reisen. Mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember geht die neue Fernverkehrslinie Dresden-Berlin-Rostock der Deutschen Bahn an den Start. Zunächst sind zehn Fahrten täglich geplant - fünf je Richtung. Von März an soll der Intercity dann im Zwei-Stunden-Takt mit insgesamt 16 Fahrten unterwegs sein - also acht je Richtung. Den Angaben zufolge sind Reisende von Dresden aus künftig in weniger als viereinhalb Stunden in Rostock und in rund zwei Stunden in Berlin. Ab Mai 2020 sollen die Fernzüge dann auch in Warnemünde und Berlin-Schönefeld Flughafen halten. Auch von Leipzig wird die Anbindung an die Ostsee ausgebaut: Der IC "Warnow" fahre künftig ganzjährig am Sonnabend nach Rostock und am Sonntag von dort zurück.

Westbahn-Zug
Mit Doppelstockzügen aus der Schweiz soll die neue Linie an die Ostsee bedient werden. Bildrechte: dpa

Tagesausflügler von Dresden nach Prag haben in Zukunft zwei Stunden weniger Zeit für den Stadtausflug, ab Anfang Mai gibt es dafür wieder eine durchgängige Verbindung von Dresden nach Wien.

Die Preise für Tickets im Fernverkehr der Bahn sollen zum 1. Januar um zehn Prozent gesenkt werden. Dafür ist aber eine Einigung über das Klimapaket der Bundesregierung im Vermittlungsausschuss bis Weihnachten nötig. Den Preis für die günstigsten Spar-Tickets im Fernverkehr will die Bahn aber auch ohne Einigung von 19,90 Euro auf 17,90 Euro senken.

Ende der Verwirrung in Dresden um Gleisnummerierung

Dach des Dresdner Hauptbahnhofes
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Im Dresdner Hauptbahnhof wird mit dem Fahrplanwechsel die bisher lückenhafte Nummerierung der Gleise verschwinden. Statt der Bezeichnung der Gleise 1 bis 19 wird es künftig nur noch die Gleise 1 bis 14 geben. Die Gleise 7 und 8 existierten bisher nur als Leergleise und waren nicht nummeriert, außerdem sind die Außengleise 1 und 2 durch den Bahnhofsumbau entfallen. Für Reisende soll sich aber nicht viel ändern, sagte der Leiter des Bahnhofsmanagements Dresden, Heiko Klaffenbach, MDR SACHSEN. Die Bahnsteige blieben dieselben, nur eine Nummer habe sich geändert: "Wenn man aus Zittau vorher an der 6 angekommen ist, so ist es jetzt die 5 und der selbe Bahnsteig."

FlixTrain macht Bahn Konkurrenz

Hamburg: Der neue Fernzug Flixtrain steht vor seiner Premierenfahrt auf dem Bahnhof Altona.
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Als Alternative zur Bahn im Fernverkehr hält am 15. Dezember erstmals ein FlixTrain in Leipzig. Der Zug fährt bis zu zweimal am Tag von Leipzig nach Berlin, Dortmund und Aachen. Zwischen Leipzig und Berlin halten die Fernzüge auch in Wittenberg.

Bessere Verbindungen von Ostsachsen nach Dresden

In Ostsachsen gibt es zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember umfangreiche Änderungen im Regional- und Nahverkehr. Ziel ist der bessere Anschluss der Region an den Fernverkehr in Dresden, wie der Zweckverband Verkehrsverbund Oberlaussitz-Niederschlesien ZVON mitteilte. Die Reisezeiten sollen sich dadurch verkürzen. Da es aber noch Bauarbeiten im Bereich Dresden gebe, werde dies für den Reisenden erst ab Mai 2020 spürbar.

Trilex-Zug im Hauptbahnhof Dresden
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  • Zwischen Dresden und Görlitz gibt es laut ZVON künftig werktags 17 schnelle Regionalexpress-Verbindungen - bisher sind es 9. In Kamenz fahren die Züge nach Dresden immer zur halben Stunde ab.
  • Durch kürzere Umsteigezeiten zwischen dem Trilex und der S-Bahn-Linie S2 in Dresden-Klotzsche geht es schneller zum Dresdner Flughafen. Schneller ist auch der Anschluss an die Regionalbahn RB 65 in Zittau. So verkürzen sich Reisezeiten zwischen Ebersbach und Görlitz.
  • Das Angebot zwischen Görlitz und Zgorzelec wird im Zuge der innerpolnischen Elektrifizierung ausgebaut. Dazu werden die Regionalexpress-Züge bis nach Zgorzelec verlängert, wo der Anschluss in und aus Richtung Breslau eingerichtet ist.
  • Auf der Strecke Hoyerswerda - Görlitz wird der bisherige Zwei-Stunden-Takt montags bis freitags durch zwei zusätzliche Zugpaare in den Hauptverkehrszeiten ergänzt. Dadurch entsteht früh und nachmittags Stunden-Takt.
  • Auf der Strecke Görlitz - Cottbus wird zwischen Görlitz und Weißwasser montags bis freitags ein Zugpaar zusätzlich bestellt. Der Zug fährt 22.43 Uhr ab und ist 23.19 Uhr in Weißwasser. Dieser Zug verbleibt in Weißwasser und fährt am nächsten Tag 4.35 Uhr nach Görlitz .
  • Am 15. Dezember gehen zwei neue PlusBus-Linien des VVO in Betrieb: die Linie 102 Kamenz-Bautzen und die Linie 305 Radeberg-Bischofswerda
  • Die Länderbahn investiert in den Trilex-Fuhrpark rund vier Millionen Euro, Anfang 2020 sollen die Umbauarbeiten starten.
  • Für die Fahrgäste werden in Görlitz und Bautzen Reisezentren der Länderbahn entstehen, die am 16. Dezember ihre Pforten öffnen; in Bautzen zunächst im provisorischen Container, ab 24. Januar dann im neuen Bahnhof. In Bischofswerda, Zittau und Löbau übernehmen wie bisher Agenturen den Vertrieb der Fahrkarten.

In Westsachsen gehen PlusBus-Linien in Betrieb

Neuer Stadtbus mit der Aufschrift PlusBus Vogtland auf der Seitenscheibe.
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  • Am 15. Dezember werden im Erzgebirgskreis und in Mittelsachsen weitere sogenannte PlusBus-Linien eingeführt. Insgesamt neun neue Linien soll es nach Angaben des Verkehrsverbund Mittelsachsen geben. PlusBusse ergänzen die Züge in der Region, sie fahren täglich mindestens im Stundentakt und haben gut merkbare Fahrpläne, rollen auf direktem Weg und bieten kurze Anschlüsse an andere Bus- und Bahnlinien.
  • Bei verschiedenen Linien gibt es einen Betreiberwechsel. Die Regionalbuslinien 338, 369, 351, 453 und 455 sowie die Linie B, D und E des Stadtverkehrs Marienberg werden zum Januar 2020 von der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH übernommen.

Mitteldeutscher Verkehrsverbund wird größer

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund MDV erweitert sein Gebiet. Ab 15. Dezember gilt in den S-Bahnen und Regionalzügen nach Dessau-Roßlau und in die Landkreise Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld der MDV-Tarif. Damit wachse der östliche Teil Sachsen-Anhalts verkehrstechnisch mit dem Großraum Leipzig/Halle zusammen, so der MDV. So wird es künftig beispielsweise möglich, mit einem Ticket per S-Bahn von Leipzig nach Bitterfeld zu fahren. Bisher waren zwei Fahrscheine von MDV und Bahn nötig. Der MDV-Tarif gilt er in den Kreisen Wittenberg und Dessau-Roßlau aber zunächst nur für S-Bahn und Regionalzüge. In den Städten selbst müssen Extratickets gelöst werden.

Die Regionalbus Leipzig GmbH betreibt ab 15. Dezember in Bad Lausick eine neue Stadtverkehrslinie. Sie kann bis Ende Januar sonnabends sowie an Sonn- und Feiertagen kostenlos getestet werden. Außerdem weitet der Regionalbusbetreiber im Südlichen Leipziger Neuseenland sein Angebot mit neu vertakteten Linien und einer besseren Anbindung an den Schienennahverkehr aus.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 13.12.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2019, 18:03 Uhr

8 Kommentare

lausbub vor 5 Wochen

An die Redaktion: Der Fehlerteufel hat mal wieder zugeschlagen. Der unter dem Abschnitt "Bessere Verbindungen von Ostsachsen nach Dresden" aufgeführte Punkt 5 hat mit der Strecke Görlitz - Zittau nichts zu tun. Richtig müsste es doch heißen: "Auf der Strecke Görlitz - Cottbus...". Das ergibt jedenfalls einen Sinn. Zwischen Görlitz und Zittau gibt es keine Station Weißwasser. Wäre auch ein geografische Novum.

Gustaf vor 5 Wochen

Es sind Stadler KISS 2. Die werden in der Schweiz hergestellt und von der Westbahn in Österreich genutzt. Die Westbahn bedient auch Linz, deswegen die Aufschrift.

GEWY vor 5 Wochen

Ja, die Wahlen sind vorbei. Die meisten Stimmen hat der MB aus der Region bekommen. Jetzt hört und sieht man nichts mehr. Nun kann er sich wieder mit Dulig in seinen Sessel zurücklehnen und auf Biedenkopf und Tillich machen, denen wir den ganzen Bahnschlamassel hier in Südwest Sachsen zu verdanken haben.

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