FAQ Waffenerlaubnisse in Sachsen

Was ist ein "Kleiner Waffenschein"? Für welche Waffen brauche ich eine Erlaubnis? Welche Rechte und Pflichten habe ich als Waffenbesitzer? Hier klären wir über wichtige Begriffe im Umgang mit Waffen auf!

Handfeuerwaffe, Munition und Wafenbesitzkarte
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Kleiner Waffenschein

Eine Schreckschusspistole und Platzpatronen liegen auf einem Kleinen Waffenschein.
Zum Führen einer Schreckschusswaffe wird nach deutschem Waffenrecht ein "Kleiner Waffenschein" benötigt. Bildrechte: imago/Hartenfelser

Der sogenannte "Kleine Waffenschein" berechtigt den Besitzer zum Mitführen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen in der Öffentlichkeit. Der Erwerb und Besitz dieser Waffen sind hingegen nicht erlaubnispflichtig. Ohne ein Prüfzeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt sind die Waffen allerdings nicht zugelassen. Der Erwerb der Waffen sowie der Antrag auf einen "kleinen Waffenschein" sind erst ab 18 Jahren möglich. Weitere Voraussetzungen: Die Person darf nicht vorbestraft, geschäftsunfähig, alkoholabhängig oder psychisch krank sein.

Ein entsprechender Antrag auf einen "kleinen Waffenschein" muss bei der zuständigen Waffenbehörde der Stadt oder des Landkreises abgegeben werden. Anschließend wird geprüft, ob der Antragsteller geeignet und zuverlässig ist. Dafür können zusätzlich amtsärztliche, fachärztliche oder fachpsychologische Zeugnisse verlangt werden. Die Bearbeitungszeit beträgt in Sachsen je nach Behörde zwischen zwei und sechs Wochen. Die Ausstellung des "Kleinen Waffenscheins" kostet überall im Freistaat 75 Euro.

Waffenschein

Der "große" Waffenschein berechtigt den Besitzer zum Führen von scharfen Schusswaffen in der Öffentlichkeit. Diese Erlaubnis wird nur selten und an besonders gefährdete Personen erteilt. Der Antragsteller muss neben den üblichen Voraussetzungen für die Erteilung von waffenrechtlichen Erlaubnissen auch glaubhaft machen, dass die Gefahr eines Angriffs auf ihn deutlich höher ist als bei der Allgemeinheit. Zur Beurteilung holen die Waffenbehörden in jedem Einzelfall eine sogenannte Gefährdungsanalyse bei der zuständigen Polizeidienststelle ein. Zudem wird geprüft, ob die Gefahr durch das Tragen einer Schusswaffe minimiert werden kann.

In Sachsen haben 486 Waffenbesitzer einen Waffenschein (Stand: 30.11.2018). Die Zahl war in den vergangenen fünf Jahren relativ konstant. Sie schwankte zwischen einem Tiefststand von 466 Waffenscheinen (Stand: 30.09.2015) und einem Höchststand von 503 Waffenscheinen (Stand: 31.01.2017). Hintergrund ist, dass diese Berechtigung für maximal drei Jahre erteilt wird und nur zweimal verlängert werden kann.

Waffenbesitzkarte

Eine Kaliber 9 mm Pistole, Patronen und ein Magazin liegen 2014 auf einer Waffenbesitzkarte.
Waffenbesitzkarten werden je nach "Bedürfnis" in unterschiedlichen Farben ausgestellt. Bildrechte: dpa

Eine Waffenbesitzkarte wird für den Erwerb und Besitz von erlaubnispflichtigen Schusswaffen benötigt. Für den Antrag gelten grundsätzlich die selben Voraussetzungen wie für alle waffenrechtlichen Erlaubnisse, beispielsweise dem "Kleinen Waffenschein". Zudem muss der Antragsteller seine Sachkunde und ein Bedürfnis nachweisen und entsprechende Unterlagen einreichen. Ein "Bedürfnis" haben folgende Personengruppen: Sportschützen, Jäger, Sammler, gefährdete Personen, Waffenhersteller oder -händler und Bewachungsunternehmer. Je nach Gruppe unterscheidet sich auch die Farbe der Waffenbesitzkarte. Es gibt sie in grün, gelb und rot. In jeder Waffenbesitzkarte können mehrere Waffen sowie die zugehörige Munition eingetragen werden. Die erstmalige Ausstellung kostet im Freistaat 80 Euro. Das Ein- und Austragen einer Waffe kostet je 20 Euro. Zudem werden die Inhaber regelmäßig - spätestens aller drei Jahre - auf ihre Zuverlässigkeit und persönliche Eignung überprüft: für 30 Euro.

Waffenbesitzer tragen eine hohe Verantwortung und müssen besondere Sicherungspflichten einhalten. So müssen die Waffen gegen den Zugriff durch Dritte gesichert werden; Waffen und Munition getrennt und in geeigneten Sicherheitsschränken aufbewahrt werden und beim Transport müssen sich die Waffen ungeladen in einem verschlossenen Behältnis befinden. Wer die in der Waffenbesitzkarte eingetrage Waffe aus Sicherheitsgründen in der Öffentlichkeit mit sich führen will, muss zusätzlich einen Waffenschein beantragen.

Quelle: MDR/Innenministerium/Landratsämter & kreisfreie Städte in Sachsen/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.01.2019 | 00:01 Uhr in den Nachrichten

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