Landesparteitag in Neukieritzsch FDP werkelt an Comeback in Sachsen

Die sächsische FDP hat auf einem Parteitag in Neukieritzsch im Leipziger Land über ihre inhaltliche Neuausrichtung beraten. Landesvorsitzender Holger Zastrow sagte, mit dem Ergebnis der Bundestagswahl sei ihm ein großer Stein vom Herzen gefallen. Inhalte, Strategie und Personen hätten gestimmt. Das Ergebnis sei das Fundament für ein Comeback der FDP bei der Landtagswahl 2019. Die Partei erreichte in Sachsen 8,2 Prozent der Stimmen.

Zastrow bekräftigt Wunsch nach Neuwahlen

Als ein gutes Zeichen wertet Zastrow auch, dass der Landesverband wieder wächst. Inzwischen habe er wieder mehr als 2.000 Mitglieder. Zastrow kündigte an, den Bundestagswahl-Slogan "Neu Denken" auch zum Motto in Sachsen machen zu wollen. Einen Neustart hält der Landeschef in Sachsen für dringend geboten. Vieles gehe zu langsam, sei zu bürokratisch und zu bequem. Es brauche mehr Freiheiten und Pragmatismus, um wichtige Entscheidungen voranzutreiben.

Der von Ministerpräsident Stanislaw Tillich als sein Nachfolger vorgeschlagene Michael Kretschmer stehe für alles andere als für einen Neuanfang. Sachsen erlebe bei der CDU gerade die Erosion einer Volkspartei. Die ehemalige Kultusministerin Brunhild Kurth habe wenig Vorbildfunktion bewiesen, indem sie in schwierigen Zeiten in den Ruhestand gegangen sei. Zastrow warf Tillich vor, aus Lustlosigkeit sein Amt niederzulegen. Vor den Delegierten bekräftigte Sachsens FDP-Chef die Forderung nach Neuwahlen, die er bereits nach dem schlechten Abschneiden der CDU in Sachsen bei der Bundestagswahl und dem Rücktritt Tillichs ausgesprochen hatte.

Wir brauchen Klarheit und eine handlungsfähige Staatsregierung. Deshalb wären Neuwahlen die beste Lösung für unser Land. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Holger Zastrow FDP-Landesvorsitzender

Kritik an Jamaika-Koalition

Mit Blick auf eine Jamaika-Koalition beurteilte Zastrow die Lage als derzeit sehr schwierig. Die Grünen seien das Gegenteil von dem, wofür die FDP stehe. Sie hätten den Drang zur Bevormundung, Besserwisserei sowie eine große Skepsis gegenüber der Freiheit. Das passe nur sehr schwer mit einer marktwirtschaftlich orientierten Partei wie der FDP zusammen.

FDP will Lehramt attraktiver machen

Die 250 Delegierten beschlossen am Nachmittag einen Antrag, der eine Aufwertung des Lehrerberufs und eine bessere Bezahlung vorsieht. FDP-Generalsekretär Thomas Herbst sagte, das Gesamtpaket müsse so attraktiv sein, dass sich junge Leute wieder gerne für den Beruf entscheiden. Dazu gehöre ein gute Bezahlung genauso wie gute Arbeitsatmosphäre, eine ordentliche technische Ausstattung und Leistungszulagen. Die von Parteichef Zastrow befürwortete Verbeamtung von Lehrern fand keine Mehrheit.

Quelle: MDR/bd/jr

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.11.2017 | ab 6:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 04.11.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2017, 22:01 Uhr

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6 Kommentare

05.11.2017 22:11 Thüringer 6

Holger Zastrow und Erneuerung - ein Widerspruch in sich. Warum fangen diese Leute eigentlich nie bei sich selbst an, wenn es um einen personellen Neuanfang geht???
Die ganze Verlogenheit seiner Argumentation zeigt sich jedoch in seiner Forderung nach einer Verbeamtung sächsischer Lehrer. Die nach eigener Aussage der Marktwirtschaft verpflichtete FDP fordert das der Feudalzeit entlehnte Beamtenrecht, offensichtlicher kann die Charakterlosigkeit eines Politikers nicht zutage treten!

05.11.2017 19:44 Frank 5

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Liebe Lehrer, die Beamten wurden von der FDP auch verarscht. Nicht mal 24 h nach Wahlende wusste der Lügenbaron Zastrow nichts mehr von einer Verhinderung des Abbaus bei der Polizei. Euch wird es dann wohl auch so gehen.

05.11.2017 15:03 Mandy 4

MP Horst Seehofer bringt es auf den Punkt: "Diejenigen, die entscheiden sind nicht gewählt, & diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden." Noch Fragen?

04.11.2017 23:42 hmhmhm zu unserer Freundin von der Schutzstaffel 3

Freiheiten und Pragmatismus sind das Eine, Abschieben nach Rechtsgrundlage ebenso. Das Andere ist, was "die SSabine" so von sich gibt...

04.11.2017 19:30 Frauke Garstig 2

Bla, bla, bla...warum sollte eine junger Mensch mit 2ten Staatsexamen auf eine Verbeamtung verzichten und mit viel weniger Gehalt, als mit diesem Abschluß in der freien Wirtschaft möglich wäre, in Sachsens maroden Ausbildungssystem sich verheizen lassen?

04.11.2017 19:06 Sabine Sonntag 1

"Es brauche mehr Freiheiten und Pragmatismus, um wichtige Entscheidungen voranzutreiben." - vor allem beim Abschieben!