Service-Tipps für Freitagabend So fotografieren Sie die Mondfinsternis über Sachsen am besten

So nah wie am Freitagabend wird der Mond der Erde im 21. Jahrhundert nicht wieder kommen. Es soll ein Blutmond und eine totale Mondfinsternis zu sehen sein. Ein Fest für alle, die gern solche Himmelsschauspiele fotografieren. Der Hobbyfotograf Thomas Pöschmann aus Stolpen arbeitet mit mehreren Fotografen aus dem Elbsandsteingebirge unter dem Namen Stativkarawane zusammen. Er gibt Nutzern von MDR SACHSEN Tipps, wie die Mond-Fotos heute am besten gelingen.

Wenn ich am Freitag den Mond richtig toll fotografieren will, wo sollte man sich am besten hinstellen?

Thomas Pöschmann: Am besten sucht man sich einen Aussichtspunkt, eine Aussichtsplattform, ein Hochhaus oder stellt sich auf eine Brücke. Das geht in Dresden zum Beispiel sehr gut.

Was muss man vorbereiten, damit am Freitag ab 21:30 Uhr alles klappt?

Man sollte sich heute schon genau überlegen, was man fotografieren will, wo man sich hinstellt und dann im Internet recherchieren, wann genau der Mond an dieser Stelle am Freitag aufgehen wird. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass sich die Angaben immer auf den Zeitpunkt des Mondaufgangs über einer Ebene beziehen. Wenn ich also in der Großstadt vor Häusern oder einem Turm stehe oder im Gebirge vor einem Berg, erscheint der Mond etwas später.

Was sollte man am Freitag beim Fotografieren selbst beachten?

Menschen beobachten 2011 auf dem Großen Feldberg im Taunus die totale Mondfinsternis.
Am Freitag werden Heerscharen von Hobby-Fotografen in der Dämmerung auf die Mondfinsternis warten. Bildrechte: dpa

Die Kamera sollte man solide aufs Stativ stellen, aber möglichst nicht die Mittelsäule ausfahren. Am besten steht die Kamera auf den drei Stativ-Beinen. Ein paar Probeaufnahmen vorab als Test sind wichtig, damit man die Technik im entscheidenden Moment im Griff hat und alles eingestellt ist. Grundsätzlich sollte man Geduld haben - zum Beispiel wenn Wolken auftauchen. Wenn die am Mond vorbeiziehen, kann das durchaus hübsch werden.
Der Autofokus sollte ausgeschaltet sein. Man sollte lieber manuell fokussieren. Wenn ich zoome, muss ich den Fokus entsprechend beachten und wieder einstellen. In der Dämmerung genügen Verschlusszeiten im ISO-Bereich von 200 oder 400. Das ist gar kein Problem. Die Blende sollte man weit öffnen, also einen kleinen Blendenwert einstellen. Wenn der Mond aufgeht, braucht man eine lange Brennweite. Im Verlaufe des Abends wird weniger Brennweite nötig sein, damit auch weniger Tele. Ich werde versuchen, den Mond bildfüllend zu fotografieren.

Welche Tipps haben Sie für alle, die am liebsten mit dem Handy oder dem Tablet fotografieren?

Das wird schwierig. Da werden die meisten wohl nur schwarze Bilder mit einem sehr hellen Fleck bekommen. Die Mondfinsternis lässt sich im Grunde nur gut mit Systemkameras oder Spiegelreflexkameras fotografieren. Wer so etwas nicht hat, sollte sich lieber alles mit eigenen Augen anschauen und genießen.

Worauf freuen Sie sich am Freitag am meisten?

Interessant wird es, wenn der Mond aufgeht und sich als Blutmond zeigt. Das wird ein interessantes Farbspiel mit den Lichtern der Stadt oder dem letzten Dämmerlicht ergeben. Bei der totalen Mondfinsternis wird vom Mond nur eine schmale Sichel zu sehen sein. Das werden ungewöhnliche Bilder. Die kriegt man so sonst nicht hin.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL| 27.07.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2018, 20:04 Uhr

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3 Kommentare

28.07.2018 08:35 Lydia Nolte 3

Auch wenig Umgebungslicht sei zu empfehlen, also raus aus der Stadt, da wo keine Straßenlaterne leuchtet. Und einsprühen mit Anti-Moskito, und da habe ich auch nicht dran gespart gestern! Da fliegt ja so viel Gesindel durch die Gegend, ich mag nicht wissen wie viele sich haben kaputt stechen lassen!

27.07.2018 19:32 Manfred Hardtke 2

der Mond ist zur Zeit relativ weit von der Erde entfernt - deshalb dauert die Mondfinsternis auch besonders lange
der Planet Mars befindet sich extrem nahe der Erde - deshalb ist er besonders gut zu sehen - und das ist für lange Zeit das letzte Mal - ebenso, wie die Zeitgleichheit der beiden Ereignisse !

26.07.2018 14:33 Morchelchen 1

Eine Erhöhung suchen, aber auch die Umgebung zu beobachten, ist tatsächlich anzuraten. Wieso? Damit den Mondbeobachter kein Werwolf überraschen und beißen kann... Hui...

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