Oktokopter-Drohne mit DSLR-Kamera und Rig.
Am 25. April 2019 hat das Amtsgericht Riesa einen Mann freigesprochen, der im vergangenen Jahr mit einem Luftgewehr über seinem Garten die Drohne eines Nachbarn abgeschossen hatte. Der Nachbar zeigte den Schützen wegen Sachbeschädigung an und präsentierte eine Rechnung von 1.500 Euro. Doch vergebens. Bildrechte: IMAGO

26.04.2019 | 16:06 Uhr Drohnen: Was erlaubt ist und was nicht

Wo dürfen Hobbypiloten mit ihrer Drohne fliegen und wo nicht? Brauchen Hobbypiloten einen Drohnenführerschein? Und wann brauchen sie eine Fluggenehmigung? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie hier.

Oktokopter-Drohne mit DSLR-Kamera und Rig.
Am 25. April 2019 hat das Amtsgericht Riesa einen Mann freigesprochen, der im vergangenen Jahr mit einem Luftgewehr über seinem Garten die Drohne eines Nachbarn abgeschossen hatte. Der Nachbar zeigte den Schützen wegen Sachbeschädigung an und präsentierte eine Rechnung von 1.500 Euro. Doch vergebens. Bildrechte: IMAGO

Dürfen Hobbypiloten überall mit ihrer Drohne fliegen?

Nein. Auch wenn die Regeln für Hobbypiloten nicht ganz so streng sind wie für kommerzielle Drohnenflieger, müssen sie einige Dinge beachten. Ob und wo Hobbypiloten fliegen dürfen, hängt zunächst davon ab, wo sie fliegen wollen und wie schwer ihre Drohne ist. Zudem besteht für alle Drohnen, die mehr als 250 Gramm wiegen, eine Kennzeichnungspflicht. Das heißt, die Drohne muss dauerhaft und feuerfest, an sichtbarer Stelle mit dem Namen und der Anschrift des Eigentümers versehen sein.

Braucht man für einen Drohnenflug eine Genehmigung?

Ob für einen Drohnenflug eine Genehmigung oder sogar ein Kenntnisnachweis erforderlich ist, hängt von Gewicht und Flughöhe der Drohne ab. Grundsätzlich gilt Folgendes:

  • ab 2 Kilogramm Gewicht: Kenntnisnachweis erforderlich (sogenannter Drohnenführerschein, 5 Jahre gültig)
  • ab 5 Kilogramm Gewicht: Genehmigung der Landesluftfahrtbehörde erforderlich
  • ab 100 Metern Flughöhe: Kenntnisnachweis und Genehmigung erforderlich

Gibt es eine Altersbeschränkung für Drohnenpiloten?

Ja. Für den Betrieb von Drohnen, die mehr als zwei Kilogramm wiegen, ist ein Drohnenführerschein erforderlich. Dafür ist ein Mindestalter von 16 Jahren vorgesehen.

Ein Junge steuert eine Spielzeugdrohne.
Kinder unter 16 Jahren dürfen grundsätzlich nur Drohnen fliegen, die leichter sind als zwei Kilogramm. Bildrechte: IMAGO

Wo dürfen Hobbypiloten mit ihrer Drohne fliegen?

Grundsätzlich gilt nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), dass Flugobjekte nur in Sichtweite geflogen werden dürfen. Geflogen werden darf auf Modellflugplätzen und außerhalb dieser Flugplätze unterhalb von 100 Metern. Allerdings gibt es bestimmte Orte, an denen ein generelles Flugverbot gilt.

Wo gilt für Drohnen ein generelles Flugverbot?

  • Menschenansammlungen, Unglücksorte, Katastrophengebiete oder andere Einsatzorte von Polizei und anderen Behörden und Organisationen mit sicherheitsrelevanten Aufgaben (BOS).
  • Justizvollzugsanstalten, Industrieanlagen, Anlagen der Energieerzeugung oder -verteilung, militärische Anlagen
  • Industrieanlagen, Krankenhäuser, Botschaften, Liegenschaften der Polizei und anderen Sicherheitsbehörden
  • Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen
  • Naturschutzgebiete, Vogelschutzgebiete, Nationalparks
  • Wohngrundstücke (wenn das Gewicht der Drohne mehr als 250 Gramm beträgt oder mit einer Kamera ausgestattet ist, Ausnahme, wenn der Grundstückseigentümer diesem Flug ausdrücklich zustimmt)
  • wenn es entsprechend ausgeschildert bzw. von der zuständigen Stelle untersagt wurde

Blick auf die historische Altstadtkulisse von Dresden und die Elbe.
Auch die Elbe ist eine Bundeswasserstraße. Will man mit einer Drohne am Ufer oder über die Elbe fliegen, braucht man eine Genehmigung. Bildrechte: imago/Robert Michael

Kann man trotz Flugverbots eine Ausnahmegenehmigung beantragen?

Ja. Die zuständige Behörde kann Ausnahmegenehmigungen erlassen, wenn der Drohnenflug keine Gefahr für die Sicherheit des Luftverkehrs oder die öffentliche Sicherheit oder Ordnung darstellt und eine Verletzung der Vorschriften bezüglich Datenschutz, Naturschutz und Fluglärmschutz ausgeschlossen ist. Bei einem geplanten Betrieb außerhalb der Sichtweite muss der Genehmigungsbehörde eine objektive Sicherheitsbewertung vorgelegt werden.

Darf man mit seiner Drohne auf seinem eigenen Grundstück fliegen?

Ja. Nach Angaben des Deutschen Aero Club e.V. darf man auf seinem eigenen Grundstück fliegen, sofern es die örtlichen Gegebenheiten zulassen und die geltenden Datenschutzgesetze und Persönlichkeitsrechte Dritter beachtet werden. In Wohngebieten gilt zudem, dass man das Einverständnis der Grundstückseigentümer benötigt, über deren Grundstücke geflogen wird. Auch hier ist die maximale Flughöhe von 100 Metern einzuhalten.

Darf auch in einer Höhe von über 100 Metern mit einer Drohne geflogen werden?

Nur in Ausnahmefällen kann die Landesluftfahrtbehörde eine allgemeine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilen. In diesem Fall wird zudem eine Aufsichtsperson bestellt. Schließlich ist beim Fliegen über 100 Metern ein Kenntnisnachweis (Drohnenführerschein) oder eine gültige Erlaubnis als Luftfahrzeugführer (z.B. für Segelflugzeuge oder Gleitschirme) erforderlich. Ausnahmen gelten wiederum auf Modellflugplätzen: Dort dürfen Drohnen auch ohne Kenntnispflicht über 100 Metern Höhe geflogen werden, vorausgesetzt, sie bleibt im Sichtbereich.

Dürfen bei Drohnenflügen Videobrillen getragen werden?

Ja, aber nur wenn die Drohne bis zu einer Höhe von 30 Metern fliegt und das Gerät nicht schwerer als 250 Gramm ist oder eine andere Person die Drohne ständig in Sichtweite beobachtet und in der Lage ist, den Piloten auf Gefahren aufmerksam zu machen.

Ist für Drohnenflüge eine Versicherung erforderlich?

Ja. Unbemannte Luftfahrtsysteme unterliegen wie alle Luftfahrzeuge den Regelungen über die Haftpflicht für Drittschäden nach den Paragraphen 33 ff. LuftVG. Eine Haftpflichtversicherung ist also Pflicht. Unfälle, die von Drohnen verursacht werden, sind aber in der Regel nicht über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Dann ist eine sogenannte Halter-Haftpflichtversicherung erforderlich.

Welche Strafen drohen Drohnenpiloten bei Regelverstößen?

Verstöße gegen die Regelungen des Luftverkehrsgesetzes sind meist Ordnungswidrigkeiten, die mit erheblichen Strafen geahndet werden können. Der Betrieb einer Drohne über zwei Kilogramm ohne Kenntnisnachweis oder ohne entsprechende Kennzeichnung können laut Paragraph 58 Luftverkehrsgesetz beispielsweise mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro bestraft werden. Auch die Anfertigung und Verbreitung unbefugter Bildaufnahmen mithilfe von Drohnen können hart sanktioniert werden.


Das Wichtigste auf einen Blick

  • NUR in Sichtweite fliegen!
  • Für Drohnen mit einem Gewicht von 250 Gramm gilt eine Kennzeichnungspflicht (Infos zum Eigentümer).
  • Für Drohnen ab einem Gewicht von zwei Kilogramm muss ein Kenntnisnachweis erbracht werden (z.B. Drohnenführerschein).
  • Für Drohnen ab einem Gewicht von fünf Kilogramm ist eine Genehmigung der Landesluftfahrtbehörde nötig.
  • Auch bei geplanten Drohnenflügen über 100 Metern Höhe ist eine Ausnahmegenehmigung erforderlich.
  • Über Wohngrundstücke darf man grundsätzlich nur mit Drohnen fliegen, die nicht mehr als 250 Gramm wiegen UND keine Kamera haben. Ausnahme: Genehmigung des Grundstückseigentümers liegt vor.
  • ALLE Drohnenpiloten benötigen eine Haftpflichtversicherung.

Drohnen-Verordnung Grafik
Bildrechte: BMVI

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.04.2019 | ab 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

AKTUELLES AUS SACHSEN

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

3 Kommentare

27.04.2019 12:53 Herbert aus A. 3

@Ute Himpel
Google ist dein Freund:
In Deutschland sind Druckluftwaffen bis zu einer Mündungsenergie von 7,5 Joule an Personen ab 18 Jahren frei verkäuflich (Erwerb), sofern sie den „F-im-Fünfeck“-Stempel tragen. Für das Führen von Druckluftwaffen in der Öffentlichkeit ist ein Waffenschein Voraussetzung. Der Transport einer nicht schussbereiten und nicht zugriffsbereiten (verpackten) Waffe, z. B. zu einem Schützenhaus oder anderen Schießsportstätten, ist eine erlaubnisfreie Sonderform des Führens[2], ebenso ist das Schießen auf privaten Grundstücken erlaubnisfrei, sofern die Geschosse einen befriedeten Bereich, in der Regel das Grundstück, nicht verlassen können (WaffG, § 12 (Ausnahme von Erlaubnispflichten), Abs. 4, Nr. 1 lit. a). Dies gilt nur für „freie“ Luftdruckwaffen.

27.04.2019 10:22 Ute Himpel 2

es ist unbedingt zu wissen, was darf ein Waffenbesitzer mit seinem Luftgewehr
Was sagt das Waffengesetz
wo und wann darf ich ohne Waffenschein, Waffen-
berechtigung, Kennzeichung auf Luftgewehr wo und
wann und auf was und wen schießen.

Der Drohnenbericht war sehr lehrreich.

Ein Bericht über das einsetzen von Waffe auch vorallem dem zum Teil freien Einsatz von Luftgewehren ist nun einen Bericht wert.
Ich betrachte immer beide Seiten.
Danke Eure Ute

27.04.2019 05:18 AfDler 1

wow klare Regeln schwammig durchsetzbar, als wir 2018 bei Allgäu-Urlaub Gleitfallschirm sprangen fragte niemand nach Erlaubnis als Luftfahrzeugführer und so wird's mit den Drohnen ähnlich sein, wer misst die Höhe nach und ob die Brummer Namensschild haben. Es wird so gemacht wie überall im Leben, solange nichts passiert und sich keiner erwischen lässt, ist alles erlaubt WO KEIN KLÄGER DA KEIN RICHTER - gefährlich werden die erst wenn sie leiser oder lautlos wie eMobile unterwegs sind

Mehr aus Sachsen