Teilnehmer einer 'Fridays for Future' - Kundgebung gegen den Klimawandel halten Schilder mit Losungen.
Bildrechte: dpa

Demo statt Schule Tausende Schüler in Sachsen streiken für das Weltklima

An diesem Freitag sind Schüler weltweit für den Klimaschutz auf die Straße gegangen. Auch in Sachsen. In Leipzig zogen sie zum Bundesverwaltungsgericht. In Dresden trafen sich Schüler vor der Kreuzkirche. Auch in Chemnitz und Görlitz wurde protestiert. Nicht alle haben Verständnis für den Protest.

Teilnehmer einer 'Fridays for Future' - Kundgebung gegen den Klimawandel halten Schilder mit Losungen.
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In Sachsens Städten haben Tausende Schüler für eine bessere Klimapolitik demonstriert. Allein in Dresden schlossen sich rund 5.000 Schüler dem weltweiten Streik an. Nach einer Protestkundgebung zogen sie mit Rufen wie "Hopp, Hopp, Hopp, Kohle-Stopp" zur Kreuzkirche in der Innenstadt. "Wir wollen in einer schönen, sauberen Welt leben", sagte die 17-jährige Celine, die mit Freunden aus Hoyerswerda angereist war. "Und nicht nur wir, sondern auch noch unsere Enkel." Unter den Demonstranten waren auch viele junge Familien, die Plakate etwa am Kinderwagen befestigt hatten.

Schüler demonstrieren für Klimaschutz Sachsens Fridays-for-Future-Demonstrationen

Sie fordern einen radikalen Kursschwenk für mehr Klimaschutz: Auch in Sachsen zieht es viele Schüler und Unterstützer während der Unterrichtszeit auf die Straßen - in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Görlitz.

Teilnehmer einer "Fridays for Future" Demonstration gegen den Klimawandel laufen mit Schildern durch die Innenstadt.
Mehrere tausend Schüler und Unterstützer zogen in Dresden durch die Innenstadt ... Bildrechte: dpa
Teilnehmer einer "Fridays for Future" Demonstration gegen den Klimawandel laufen mit Schildern durch die Innenstadt.
Mehrere tausend Schüler und Unterstützer zogen in Dresden durch die Innenstadt ... Bildrechte: dpa
Eine Schülerin hält bei einer "Fridays for Future" Kundgebung ein Schild hoch auf dem steht: "Rettet Olaf".
... mit klaren Botenschaften... Bildrechte: dpa
Teilnehmer einer 'Fridays for Future' - Kundgebung gegen den Klimawandel halten Schilder mit Losungen.
...und Forderungen an die Politik. Bildrechte: dpa
Zwei Kinder mit Plakat "Wegwerfgesellschaft wegwerfen"
Auch in Chemnitz machten Schüler ihrem Unmut über die Zerstörung der Umwelt Luft. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Kinder und Jugendliche mit Bunten Plakaten und Transparenten "Kein Planet B" oder "Die Welt verändert sich - warum nicht wir
Auch hier versammelten sich laut Organisatoren mehr als 1.000 Schüler in der Innenstadt. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Junge Menschen stehen auf der Straße mit Transparenten, einer im Eisbärenkostüm mit einem Schild um den Hals "Mir ist warm"
Eisbären waren ein beliebtes Motiv auf den Plakaten oder wie hier im falschen Pelz. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Kinder und Jugendlich eziehen mit Plakaten und Transparenten wie "Fridays for Future" oder "Oma, was ist ein Schneemann?" durch eine Straße
In Görlitz demonstrierten rund 300 Schüler in der Altstadt. Bildrechte: MDR/Uwe Walter
Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
In Leipzig zogen die Teilnehmer durch die Stadt zum Bundesverwaltungsgericht. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
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In Chemnitz kamen laut Polizei mehr als 2.000 Schüler auf dem Neumarkt zusammen, in Leipzig war der Richard-Wagner-Platz ebenfalls gut gefüllt. Unter dem Motto "Verkehrswende oder Weltende" wollen die Schüler ein Umdenken in der Politik beim Klimaschutz erreichen, wie Leipziger Gymnasiasten in einem offenen Brief schreiben. Mehrere tausend Schüler zogen hier durch die Innenstadt zum Bundesverwaltungsgericht. In Görlitz beteiligten sich rund 300 Schüler verschiedener Bildungseinrichtungen an Fridays-for-future".

Kultusminister Piwarz lobte das Engagement der Schüler. Zugleich rief er zur Einhaltung der Schulpflicht auf. Die Schulstreikaktionen sind Teil einer weltweiten Klimakampagne. Wie die Organisatoren mitteilten, waren Kundgebungen in mehr als 1.600 Städten geplant.

Schulen reagieren unterschiedlich auf Streik

Die Schulen gehen laut Ministerium unterschiedlich mit den Schülerprotesten um. Mancherorts stellten die Eltern einen Antrag auf Freistellung und "die Schule drücke ein Auge zu", so der Ministeriumssprecher. Andere Schulen wiederum untersagen eine Teilnahme. So etwa das Gymnasium Luisenstift in Radebeul. "Unsere Schüler werden nicht freigestellt, es gibt eine Schulpflicht", erklärte Schulleiterin Heike Stolzenhain. Die Jungen und Mädchen könnten nach Schulschluss an den Demonstrationen teilnehmen, hieß es.

Dennoch ließen sich vielerorts in Sachsen die Schüler nicht abhalten, manche kamen auch in Begleitung ihrer Eltern. Andere Schüler kamen mit ihren Lehrern, die dafür Unterrichtsausfall nutzten.

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Quelle: MDR/ma/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.03.2019 | ab 7 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 15.03.2019 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2019, 21:14 Uhr

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107 Kommentare

17.03.2019 17:38 DER Beobachter @ Sonja 101 und Sachse 47 97 107

Der Beleg für "Sachses" Frage ;) mit Literaturverweis. Eine Umfrage der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften unter den Klimaforschern, die zum Klimawandel publizierten, mit 2 Fragen. In der ersten Frage stimmen 96,4% der "Klimatologen, die sich aktiv mit dem Klimawandel beschäftigen" darin ein, dass die globalen Durchschnittstemperaturen gestiegen sind, verglichen mit der Zeit vor 1850. In der zweiten Frage stimmen 97,4% der Aussage zu, dass die menschliche Aktivität "einen erheblichen Beitrag zur Temperaturänderung leistet".

17.03.2019 17:22 Sonja 106

@ 1 0 3 , ist ja wo ein gewaltiger unterschied, also falsch dieser Komment. von dir !
wer früh um 5 .oo Uhr aufstehen muß zur arbeit kann nicht bis weit über Mitternacht
Licht brennen lassen , diese drehen noch in dieser zeit ihren Arsch auf die andere seite und wer bezahlt die gesamten BK. weißt du das zufällig ??

17.03.2019 15:05 DER Beobachter @ Hans Frieder Leistner 105

Und, was wollen Sie mit der Statistik beweisen? Gut, rechnen wir zu Recht die Grundschüler und Orientierungsstufenschüler 1-6 ab, die weder Urteilsgrundlagen noch Entscheidungsautonomie besitzen, und diejenigen aus 10 und 12, die gerade in der Prüfung(svorbereitung) sitzen und berücksichtigen wir hinzu, dass Teilnehmer v.a. die natur- und gesellschaftwissenschaftlich besser ausgebildeten Gymnasiasten sind, kommen Sie auf locker 20/30% von der für eine aussagefähige Vergleichbarkeit notwendigen betreffenden Grundpopulation... ;)

17.03.2019 15:04 Conte Almaviva 104

Es ist das gute Recht der Schüler und Studenten zu demonstrieren. Natürlich gehen sie ideologisch und naiv vor - darin unterscheiden sie sich nicht von den Vorgänger-Generationen (68er, Anti-AKW-Bewegung usw.). Ich glaube nicht, daß sie etwas Substanzielles bewegen, schon deswegen nicht, weil sie von den Politikern ja regelrecht umarmt werden. Und wenn man die Demonstraten daran messen würde, was sie selbst für Klimaverbesserung tun würden (auf Flugreisen und Autos zu verzichten? Nicht mehr zu McDonalds gehen? Nur alle 10 Jahre ein neues Handy?), dann bin ich gespannt, was sich da zeigen würde.

17.03.2019 14:54 DER Beobachter @ Sonja 94 103

Wenn anständige Deutsche anders als die Asylanten um die Zeit schlafen, frage ich mich, woher Sie das wissen. Übrigens brennt hier gegenüber in den Instituten und Bürogebäuden und der Sparkasse da auch noch Licht... Was für ein erbärmlich niedriges Argumentationsniveau...

17.03.2019 14:31 Atze 102

Meine Geografie- Lehrerin bestritt in den 60 ern vehement, dass es in Deutschland Tornados gibt. Einer hat sogar eine schlechte Zensur bekommen, weil er das behauptete, worüber die ganze Klasse lachte.
Heute ist wahrscheinlich alles möglich....Kinder macht weiter! MfG

17.03.2019 13:54 Sonja 101

MDR was soll den der Kommentar von @ 9 6 beteuden ???

17.03.2019 13:51 DER Beobachter @ Hans Frieder Leistner 51 100

Naja, mit der Römerzeit haben Sie schon recht. Jedenfalls mit der Wirkung der Warmperiode nördlich der Alpen. Zugleich hatten wir in den römischen Provinzen Nordafrikas und Syriens etc. zur selben Zeit feuchtmildere Bedingungen als heute, die ebenso die Prosperität Roms in den ersten nachchristl. Jahrhunderten begünstigten. Anderenteils sind die langanhaltenden Trockenbedingungen im Nahen Osten und Nordafrika davor ein Grund für den Niedergang der dortigen Hochkulturen vor der Römer- und sogar Griechenzeit. Und die Warmperiode nördl. der Alpen führte zur Völkerwanderung, die das Römische Imperium beendete...

17.03.2019 13:32 DER Beobachter @ Sachse 43 91/92 2. 99

Man könnte natürlich auch im Glauben/Hoffnung an die schwindende Wahrscheinlichkeit, dass die "Klimawandelleugner" recht hätten und die "Klimalügner" lügen/sich irren würden, weiterwurschteln wie bisher...

17.03.2019 13:29 DER Beobachter @ Sachse 43 91/92 98

Hab seit gestern einmal mehr versucht mich einzulesen auf beiden Seiten einschl. Diagrammen... Als Hist. kann ich log. die naturwiss. Argumente d. einen/anderen Seite nicht hinterfragen, aber eben statist. Zusammenh./Fakten mit menschl. Entwickl. abgleichen. Zusammengefasst stimmt, dass Klimabesorgte keine % oder so angeben können, weil schlicht unmögl., umgekehrt sind Zahlen d. Klimawandelzweifler nicht stichh., auch wenn sie als Scheinarg. erstmal bestechl. klingen. Vorangest.: erst seit ca.100/150 Jahren, mit Industrialis, gibts nennenswertes glob. Bevölkerungswachst. mit nennenswerten glob. menschl. Emissionen. Beides signif. seit etwa 70/80/90ern. In den seitd. vergangenen Jahren spez. nach 1990/2000 stieg glob. Temper. signif. sogar über die Werte d. angeführten Warmzeiten, die die Eiszeiten beendete. Noch sign. im Vgl. mit d. "kleinen Warmzeiten" etwa im MA und Antike. Naturwiss. Belege etwa höherer mit damals vergleichbarer Sonnenaktivität... fehlen... So what?

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