Klimastreik in Dresden
Bildrechte: MDR/Florian Glatter

20.09.2019 | 17:56 Uhr | Update Von 200 bis 25.000 Teilnehmern - Klimastreiks in ganz Sachsen

In Sachsen haben sich Zehntausende Menschen am globalen Klimastreik von "Fridays for Future" beteiligt. Diesmal waren nicht nur Schüler, sondern alle Generationen aufgerufen, für mehr Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Umweltverbände, Wissenschaftler, Gewerkschaften und Kirchen unterstützten die Aktion.

Klimastreik in Dresden
Bildrechte: MDR/Florian Glatter

Sachsenweit haben am Freitag Schüler und Erwachsene in zahlreichen Städten für mehr Klimaschutz demonstriert. In Dresden begannen die Klimastreiks von "Fridays for Future" am Mittag. Fünf vor zwölf schlugen zum Auftakt der Demos symbolträchtig die Kirchenglocken sächsischer Kirchgemeinden. Die Initiative "Ökumenischer Weg für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" hatte dazu aufgerufen. Zeitgleich setzten sich am Hauptbahnhof und am Alaunpark die Demonstrationsteilnehmer in Bewegung. Beide Züge trafen am Straßburger Platz aufeinander und zogen gemeinsam weiter zum Neumarkt vor der Frauenkirche. Die Organisatoren zählten nach eigenen Angaben rund 14.000 Teilnehmer.

Omas und Eltern ziehen an einem Strang mit den Schülern

Weltweit waren an diesem Freitag sind Menschen zum Klimastreik aufgerufen. Diesmal richtete sich der Aufruf nicht nur an Schüler, sondern an alle Generationen. Und diese folgten der Aufforderung. So war von den rund 170 Teilnehmern in Bautzen die Mehrzahl dem Schulalter schon lange entwachsen. Auch andernorts bekamen die jungen Leute von allen Seiten Unterstützung. In Dresden waren diesmal die "Parents for Future" dabei. "Wir wollen zeigen, dass es sich bei der Klimabewegung nicht um die naiven Ideen junger Menschen handelt", erklärt Regina Rullmann von "Parents for Future" Dresden im Vorfeld des Klimastreiks.

25.000 in Leipzig

In Leipzig schlossen sich am Nachmittag erstmals die "Omas for Future" dem freitäglichen Klimastreik an. Cordula Weimann hatte die Idee und wollte möglichst viele Menschen der Generation 50 plus mobilisieren. Die 60-Jährige entwarf ein Banner für die Demo. Auch eine Website wurde eingerichtet. Und die "Omas for Future" waren nicht die einzigen, die sich vor dem Leipziger Gewandhaus einfanden. 25.000 Menschen zogen unter dem Motto "Klimagerechtigkeit für alle" vom Augustusplatz durch die Stadt - die mit Abstand größte Teilnehmerzahl in Sachsen.

Bildergalerie Jung und Alt für Klimaschutz - Fridays for Future Sachsen

In viele Städten Sachsens haben sich Schüler und Erwachsene am globalen Klimastreik der Fridays-for-Future-Bewegung beteiligt. Die Teilnehmerzahlen reichten von knapp 200 bis rund 20.000. Hier einige Eindrücke:

Junge Schüler demonstrieren in Dresden für den Klimaschutz und halten selbstgemalte Transparente in die Höhe.
Auch viele jüngere Schüler beteiligten sich an der Demonstration. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Junge Schüler demonstrieren in Dresden für den Klimaschutz und halten selbstgemalte Transparente in die Höhe.
Auch viele jüngere Schüler beteiligten sich an der Demonstration. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Tausende Teilnehmer der Fridays-for-Future-Demonstration in Dresden laufen über den Piranischen Platz
Auf dem Weg zum Neumarkt schlossen sich immer mehr Menschen dem Zug an. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Auf dem Neumarkt in Dresden haben sich tausende Schüler und Erwachsene versammelt, um für den Klimaschutz zu demonstrieren.
Am finalen Sammelpunkt vor der Dresdner Frauenkirche zählten die Veranstalter etwa 14.000 Teilnehmer. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Auf dem Neumarkt in Dresden halten Teilnehmer einer Klimaschutzdemonstration Plakate in die Höhe
Ein Transparent fasste das Anliegen gut zusammen: Die Menschen müssen sich ändern, damit sich das Klima nicht noch mehr verändert. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Vor dem Roten Turm in Chemnitz stehen Teilnehmer eines Klimaprotestes und halten ein Transparent in die Höhe mit der Aufschrift "Wenn wir jetz nicht handeln, gibt es keine Welt, für die es sich zu lernen lohnt".
In Chemnitz gingen viele Schüler am Mittag auf die Straße statt in die Schule. Bildrechte: MDR/Harry Härtel
In Chemnitz versammeln sich Schüler zum Klimaprotest. Einer hält ein Pappplakat mit der Aufschrift "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Braunkohle werfen"
Sehr viele Teilnehmer kamen mit selbstgebastelten Plakaten. Bildrechte: MDR/Monica Di Carlo
In Chemnitz demonstrieren Schüler für den Klimaschutz. Eine hält ein Pappplakat mit der Aufschrift "Die Erde kocht schon vor Wut"
Mit sehr bildhaften Vergleichen wurde auf die möglichen Folgen des Klimawandels aufmerksam gemacht. Bildrechte: MDR/Monica Di Carlo
Zwei Schüler in Chemnitz halten ein Transparent mit der Aufschrift "Auf dieser Titanic fehtl nur noch die Panik" in den Händen.
Dabei bewiesen die Teilnehmer viel Fantasie. Bildrechte: MDR/Monica Di Carlo
In Chemnitz versammeln sich Schüler zum Klimaprotest hinter einem Transparent mit der Aufschrift "Kämpft für Eure Zukunft"
Die Chemnitzer Demonstranten forderten alle Menschen auf, sich am Klimaschutz zu beteiligen. Bildrechte: MDR/Monica Di Carlo
Vor dem Karl-Marx-Kopf in Chemnitz ziehen Teilnehmer der Demonstration "Fridays for Future" vorbei. Q/R: MDR/Harry Härtel
Bis zu 1.500 Menschen waren beim Klimastreik in Chemnitz dabei. Bildrechte: MDR/Harry Härtel
 In Grimma ziehen Schüler und Erwachsene mit Plakaten für den Klimaschutz durch die Stad.
In Grimma zogen die Teilnehmer vom Markt in Richtung Bahnhof. Bildrechte: MDR/Muldental TV
In Grimma ziehen Schüler mit Plakaten für den Klimaschutz durch die Stadt. Vor sich tragen sie ein Transparent mit der Aufschrift «Klimakrise betrifft auch Grimma»..
Hier machten die Teilnehmer darauf aufmerksam, dass der Klimawandel jeden Ort und jeden Menschen betrifft. Bildrechte: MDR/Muldental TV
In Zwickau versammeln sich Schüler auf einem Platz zum Klimaprotest
In Zwickau versammelten sich am späten Mittag Schüler und Erwachsene zur Fridays-for-Future-Demonstration. Bildrechte: MDR/Gert Friedrich
Ein Schild mit der Aufrschrift Liebe Erwachsene, schwämnzt nicht den Klimastreik a, 20.09.
Der Aufruf zum Klimastreik richtet sich diesmal auch an Erwachsene. Viele Angehörige der älteren Generationen folgten dem Aufruf. Bildrechte: MDR/Gert Friedrich
Ein Aus Holflatten und feinem Maschendraht gebastelter Fisch steht auf einem Platz in Zwickau. In dem Fisch befinden sich Plastikabfälle.
Im Brunnen auf dem Kornmarkt schwamm symbolisch ein mit Plastikmüll gefütterter Fisch. Bildrechte: MDR/Gert Friedrich
Ein Teilnehmer des Klimastreiks in Zwickau hält ein mit Plastikabfall und einem selbstgebasteln Clownfisch beklebtes Plakat in die Höhe. Darauf steht Findet Nemo
Den Menschen die Verschmutzung und Vermüllung der Meere ins Gedächtnis zu rufen, war eines der Anliegen in Zwickau Bildrechte: MDR/Gert Friedrich
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Unterstützung von Gewerkschaften und Umweltverbänden

Auch Gewerkschaften hatten ihre Mitglieder zur Teilnahme an den Streiks aufgerufen. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, es gehe darum, Flagge zu zeigen. "Wir brauchen ein deutlich konsequenteres Handeln der Politik beim Klimaschutz", betonte er in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". In Leipzig zeigten Verdi-Mitglieder Flagge, ebenso wie der Dachverband DGB. Auch Umweltschutzvereine und -organisationen schlossen sich den Leipziger Schülern an, darunter der Ökolöwe e.V. und Greenpeace.

Job-Klima-Pause in Zwickau

In Zwickau unterstützte die Gewerkschaft IG Bau die örtliche "Fridays for Fututre"-Aktion. Wie Radio Zwickau berichtete, waren die Mitglieder in den rund 8.700 Betrieben im Landkreis zu einer längeren Mittagspause, einer sogenannten Job-Klima-Pause, aufgerufen. Bezirksvorsitzender Andreas Herrmann sagte, es sei höchste Zeit, sich auch im Beruf über Themen wie Erderwärmung und CO2-Bilanz auszutauschen. "Von der Fahrgemeinschaft zur Baustelle bis hin zur Sanierung undichter Bürofenster gibt es eine Menge, was man in Sachen Klimaschutz tun kann."

Etwa 300 bis 400 Schüler und Erwachsene kehrten nach ihrer Mittagspause nicht an Schulbank, Werkbank und Schreibtisch zurück, sondern versammelten sich in der Stadt zum Klimastreik. Auf dem Kornmarkt schwamm symbolisch ein mit Plastikmüll gefüllter Fisch im Brunnen. Auch auf Plakaten wurde auf die menschgemachte Vermüllung der Umwelt aufmerksam gemacht.

Wissenschaftler demonstrieren in Chemnitz mit

In Chemnitz wollten Wissenschaftler der Technischen Universität dem Streikaufruf folgen. Dazu hieß es im Vorfeld in einem Offenen Brief, die Klimakrise sei eine reale Bedrohung für die menschliche Zivilisation. Die junge Generation habe das klar erkannt. Die Wissenschaft dürfe nicht abseits stehen. Zu der Kundgebung am Roten Turm kamen ab dem Mittag bis zu 1.500 Menschen und zogen durch die Stadt.

Demonstrationen in Sachsen
Stadt Wo Wann
Chemnitz Roter Turm 12:30 Uhr
Bautzen Theaterplatz 14:30 Uhr
Delitzsch Marktplatz 11:00 Uhr
Döbeln Rathaus Obermarkt 16:30 Uhr
Dresden Alaunpark und Hauptbahnhof 11:55 Uhr
Freiberg Obermarkt 16:00 Uhr
Görlitz Wilhelmsplatz 14:30 Uhr
Grimma Markt 12:45 Uhr
Leipzig Augustusplatz 15:00 Uhr
Marienberg Marktplatz 14:30 Uhr
Plauen Theaterplatz 16:00 Uhr
Zittau Postplatz 14:00 Uhr
Zwickau Hauptmarkt 13:00 Uhr

Quelle: MDR/sth/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 20.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2019, 17:56 Uhr

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