Reife Wassermelonen auf einem Feld
Bildrechte: imago/Photocase

25.04.2019 | 15:13 Uhr Wassermelone statt Erdbeere? Wie Sie Ihren Garten dürrefest machen

Die Trockenheit macht den Kleingärtnern schon jetzt zu schaffen. Wie der Rest des Jahres wird, ist unklar. Aber es ist durchaus sinnvoll, seinen Garten etwas dürrefest zu machen, sagt Gartenexpertin Helma Bartholomay.

Reife Wassermelonen auf einem Feld
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Es geht ja die Kunde, dass es vielleicht in diesem Sommer wieder so trocken wird wie im letzten Jahr. Sollte man sich als Kleingärtner schon in irgendeiner Weise darauf vorbereiten? Was vielleicht die Pflanzenauswahl betrifft? Und sollte man seinen Garten dürrefest machen?

Ja, auf jeden Fall. Der Gedanke wäre natürlich schon, dass man Pflanzen aussucht, die mit den Gegebenheiten im eigenen Garten zurechtkommen. Also was Bodenansprüche angeht, da hält zum Beispiel ein Lehmboden ein bisschen besser die Feuchtigkeit. Ein Sandboden wiederum trocknet sehr schnell ab. Und wenn man dementsprechend die Pflanzen aussucht, kann man schon eine Verbesserung feststellen. So wächst zum Beispiel auf einem Sandboden Rhododendron relativ schlecht, weil Rhododendron schnell braune Blätter bekommt, wenn es ständig trocken ist.

Wie sieht das denn bei Obst- und Gemüsepflanzen aus oder bei Kräutern? Gibt es da auch Pflanzen, die man bevorzugen sollte, wenn es so trocken ist?

Es gibt natürlich die Pflanzen, die in den mediterranen Bereich gehören. Dazu gehören zum Beispiel Lavendel, Rosmarin und Thymian. Diese Pflanzen vertragen relativ gut Trockenheit und sind nicht so empfindlich. Bärlauch wiederum bevorzugt eher einen leicht feuchten Boden, leicht beschattet.

Wie sieht es mit der Bodenbearbeitung aus? Kann man da auch etwas vorbeugend machen?

Auf jeden Fall. Also es ist natürlich so, dass wir immer versuchen, einen guten Humushaushalt zu erreichen. Und da geht es eigentlich schon beim Kompostieren los: Wir sollten versuchen, relativ viel organische Masse - Laub, Rasen und so weiter - nicht aus dem Garten rauszutragen, wie es leider oft gemacht wird, sondern man sollte dieses Material im Garten behalten und entweder kompostieren und dann auf den Flächen wieder ausbringen oder man arbeitet mit sogenannten Mulchschichten. Man nutzt die verschiedenen Materialien als Bodenabdeckung: Ich kann Rasenschnitt als Abdeckung nutzen oder Laub und wenn ich von Kräutern zu viel habe, kann ich das auch auf den Beeten als Bodenschutz aufbringen.

Das hat mehrere Vorteile. Das unterdrückt Unkraut, es hält Feuchtigkeit im Boden und gleichzeitig setzen Bodenorganismen dieses Material um und es steht später als Nährstoff wieder zur Verfügung. Dazu kommt auf jeden Fall auch die Bodenbearbeitung. Nachdem es geregnet hat oder nachdem man bewässert hat, ist das Durchhacken eine ganz klassische Methode, um Wasser zu sparen.

Ich würde nochmal auf die mediterranen Pflanzen zurückkommen, die Sie vorhin schon genannt hatten. Wie ist denn das bei den Obst- und Gemüsepflanzen? Kann ich da jetzt eher die Wassermelone in den Garten pflanzen als die Erdbeere?

Es ist natürlich so, dass die Wassermelone auch viel Wasser braucht. Es ist eine wärmeliebende Pflanze. Ich habe im letzten Jahr auch ganz gute Erfolge mit Honigmelonen im Freiland gehabt. Aber wir wissen nicht, wie die kommenden Jahre werden. Man ist zwar jetzt versucht, die wärmeliebenden Pflanzen zu pflanzen. Feigen sind da für viele schon ein Begriff. Auch Kakis waren in letzter Zeit im Gespräch oder Indianerbananen, aber es ist ja nicht auszuschließen, dass wir mal wieder minus 20 oder minus 25 Grad bekommen und da ist die Frage, ob diese Pflanzen dann überleben.

Auf der anderen Seite ist es natürlich schon so, dass im letzten Jahr viele geklagt haben, dass sie zum Beispiel keine guten Erfolge bei den Erdbeeren hatten. Auch bei den Heidelbeeren gab es weniger Erträge. Aber das hing eben auch damit zusammen, dass schon im vorhergehenden Herbst/Winter relativ wenig Niederschlag fiel. Andere Pflanzen wuchsen wiederum ganz gut, gerade Pfirsiche, Aprikosen und Nektarinen, teilweise auch die Quitten. Da haben viele von ganz guten Erfolgen gesprochen. Auch diese Obstsorten gehören zu den wärmeliebenden Pflanzen.

Tipps fürs Beet Obst, Gemüse, Kräuter: Diese Pflanzen trotzen der Trockenheit im Garten

Feigen, Honigmelonen und Aprikosen sind die neuen Stars im Kleingarten. Bei zunehmend trockenem Wetter halten auch immer mehr mediterrane Pflanzen Einzug in heimische Gärten. Diese Gartenpflanzen trotzen der Trockenheit.

Grüne Frucht der echten Feige am Baum
Feigen Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Grüne Frucht der echten Feige am Baum
Feigen Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Lavendel
Lavendel Bildrechte: colourbox
Ein Mann hält eine Honigmelone in seiner Hand.
Honigmelone Bildrechte: imago/HRSchulz
kleiner Strauch Rosmarin
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Kakibaum (Kakipflaume/Kaki)
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Ein Thymian
Thymian Bildrechte: imago/Westend61
Zwei orangerote, reife Aprikosen an einem Zweig
Aprikosenbaum Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Indianerbanane
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Rote Paprika in Blumentöpfen
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Reife Auberginen
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Reife Quitten an einem Quittenbaum
Quittenbaum Bildrechte: imago/Michael Kneffel
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Und was ist mit dem Gemüse? Was ist da so angesagt bei Trockenheit?

Beim Gemüse wollen die Pflanzen mehr oder weniger immer Wasser haben, aber das A und O ist, dass man klug wässert und versucht, durchdringend und kräftig zu wässern. Danach sollte man wieder eine längere Pause machen, damit die Pflanzen auch in der Lage sind, kräftigeres Wurzelwerk in der Tiefe auszubilden. Also das, was man manchmal so sieht, dass so oberflächlich mit der Brause über die Pflanzen drüber gesprenkelt wird, ist im Regelfall nicht gut. Das betrifft alle Pflanzen, Gemüse genauso wie Obst. Aber auch beim Gemüse profitieren bei Trockenheit die wärmeliebenden Pflanzen wie Tomaten, Auberginen und Paprika. Die waren im letzten Jahr toll.

Blühende Wildblumen
Wildblumenwiesen sind eine echte Alternative bei trockenen Böden. Bildrechte: imago/TriAss

Beim Thema Wasser scheiden sich ja die Geister, wenn es so trocken ist. Gießen ja oder nein? Manche sagen, was wächst, das wächst und was eben nicht wächst, das ist eben so. Was sagen Sie? Wie oft sollte man gießen? Was ist sinnvoll?

Also ein Gärtner mit Herzblut wird seine Pflanzen nicht vertrocknen lassen. Aber auch hier ist wichtig, richtig zu gießen. Einen drei Meter hohen Obstbaum jeden Tag mit einer Kanne Wasser zu gießen, das reicht nicht aus. Da ist es besser, man nimmt die gesamte Wochendosis - also sieben Kannen - und gibt die dann in einem Rutsch. Dazwischen lässt man dann wieder eine Pause.

Es gibt Pflanzen, die es länger ohne Wasser aushalten. Dazu gehören zum Beispiel Rosen als Tiefwurzler. Dazu gehören aber auch Wildblumenwiesen. Also man könnte Rasen zum Beispiel durch Blumenwiesen ersetzen. Blumenwiesen-Pflanzen sind relativ tolerant. Sie können lange stehen. Wenn man sich das anschaut auf Brach- und Schotterflächen, wo Pflanzen stehen wie Seifenkraut, Schafgrabe, Nacht- und Königskerze. Die stehen auf ganz trockenen Stellen und die muss ich natürlich nicht ständig zusätzlich gießen. Aber wenn ich zum Beispiel meine Sommerbepflanzung habe, wo meine Liebe dranhängt, dann würde ich dort schon hinterher bleiben. Aber es sollte eben nicht nur gesprenkelt werden, sondern durchdringend gießen und dann wieder Pause.

Und was sagen Sie zum Thema Rasen sprengen?

Ich glaube, jeder Gärtner hat seine Prioritäten im Garten. Wo der eine sein Herzblut in die Blumen oder Gemüsepflanzen steckt, liebt der andere seinen Rasen: Aber ich denke mal, gerade beim Rasen ist es das A und O, dass man nicht zu tief mäht - gerade in einer trockenen Phase. Dann bildet er eine gute Beschattung. Dazu kommt auch hier wieder, wenn ich lieber ein Mal durchdringend wässere und dann eine Pause lasse, haben die Rasenpflanzen ein sehr viel tieferes Wurzelwerk. Man würde auch bei der Rasenauswahl - wenn man neu säen müsste - ohnehin nach Rasenmischungen für trockene Böden schauen, nach tief wurzelnden Grasmischungen. Ich persönlich würde wahrscheinlich den Rasen eher hinten anstellen. Aber das ist wirklich eine Frage, wohin die Liebe des Gartenbesitzers geht. Wenn man den perfekten Rasen haben möchte, wird eine Bewässerung nötig sein.

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 24.04.2019 | 19:00 Uhr

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1 Kommentar

26.04.2019 10:21 Beate G. 1

Guter informativer Bericht!Ich mache es übrigens seit einigen Jahren so,dass ich die Planzenauswahl umstelle---auf robustere ,insektenfreundliche Sorten und auf Pflanzen die auch sonnige,trockene Standorte besser überstehen---z.Bsp.Zierdistelsorten,die auch im Winter noch dekorativ sind,Kräuter:Salbeiarten auch Ziersalbei,Rosmarin ,Tymian und viele mehr,wunderschön und hat den Winter an geschützter Stelle draußen gut überstanden ist auch Pfirsichsalbei(hot lipps)weitere trockenheitsresistente Arten sind auch Moskitogras und Stipa ponytails.Inzwischen klappt das alles ganz gut und ich muß nicht mehr stundenlang wässern.

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