Frau putzt sich die Nase
In Sachsen hat die Grippewelle ihren Höhepunkt erreicht. Bildrechte: IMAGO/Science Photo Library

Grippewelle in Sachsen Impfschutz trifft nicht ins Schwarze

Frau putzt sich die Nase
In Sachsen hat die Grippewelle ihren Höhepunkt erreicht. Bildrechte: IMAGO/Science Photo Library

In Sachsen hat es in der aktuellen Grippesaison bislang mehr als 8.600 Fälle von Influenza gegeben. Die meisten Menschen erwischte das Virus in den ersten beiden Februarwochen. So registrierte der Landkreis Mittelsachsen vergangene Woche fast 260 Neuerkrankungen - doppelt so viele wie noch eine Woche zuvor. Im Erzgebirge, dem Vogtlandkreis und im Landkreis Zwickau kamen rund 400 bestätigte Influenzafälle hinzu. Hoch sind die Zahlen in den Ballungsräumen, sprich in den Städten Leipzig, Dresden und Chemnitz. So wurden laut Gesundheitsamt allein in Leipzig seit Oktober rund 1.400 echte Grippefälle gemeldet.

Entspannung durch die Ferienzeit

Grippe-Virus
Die Viren mutieren häufig, deshalb bieten Impfungen keinen absoluten Schutz. Dennoch raten Mediziner zur Impfung. Bildrechte: IMAGO

"Wir haben den Gipfel erreicht", so die Einschätzung von Sophie-Susann Merbecks von der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen mit Standort in Chemnitz. Allein in der ersten Februarwoche wurden in Sachsen insgesamt rund 2.800 Influenza-Erkrankungen gemeldet. Auch in der zweiten Februarwoche waren ähnlich hohe Fallzahlen eingegangen. Weil sich hinter den Meldungen eine Dunkelziffer verbirgt, lässt sich laut Merbecks durchaus von einer Epidemie sprechen. Durch die Schulferien würden sich jetzt aber die Erkrankungszahlen verringern. Die Grippezeit dauert erfahrungsgemäß bis in den März hinein. Die Fallzahlen können auf der Webseite der Landesuntersuchungsanstalt eingesehen werden.

Dreifachimpfung verfehlt grassierenden Virus

Grippe-Schutz: Dreifach- oder Vierfach-Impfstoff?
Gegen Grippe gibt es derzeit zwei verschiedene Impfstoffe. Die eine Variante wirkt gegen drei, die andere gegen vier Erreger. Bildrechte: Imago

Seit Beginn der Grippesaison, die immer auf den ersten Oktober datiert wird, gab es in Sachsen bisher vier Todesfälle. Sie ereigneten sich im Januar und Februar dieses Jahres und sind auf die sogenannten Influenza B-Viren zurückzuführen. Bei den tödlich Grippeerkrankten handelte es sich nach Angaben der Landesuntersuchungsanstalt um Rentner im Alter zwischen 78 und 91 Jahren. Sie stammten aus den Gegenden Görlitz, Vogtland, Zwickau und Chemnitz. Drei der Verstorbenen hatten eine Schutzimpfung mit einem Dreifachimpfstoff erhalten.

Eine Immunisierung gegen den speziellen Influenza B-Virenstamm ist jedoch nur mit einem Vierfachimpfstoff gegeben. Dieser wird von vielen Kassen aber noch nicht bezahlt. Das Problem ist, dass die Virenstämme mutieren und bei jeder Grippe-Saison anders sind. So sei man vor zwei Jahren mit der Vierfach-Impfung auf der sicheren Seite gewesen, wie die Ständige Impfkommission gegenüber MDR SACHSEN erklärte. Im vergangenen Jahr habe dagegen der Dreifach-Schutz völlig ausgereicht. Seit diesem Januar empfiehlt die nationale Impfkommission für Kinder und Erwachsene die Vierfachimpfung. Diese Empfehlung lässt sich aber erst in der nächsten Herbst-/Winterperiode umsetzen.

In der Chemnitzer Landesuntersuchungsanstalt weisen die Fachleute daraufhin, dass in dieser Saison in erster Linie Ungeimpfte an Grippe erkrankten und auch der Dreifachimpfstoff einen gewissen Schutz bieten könne.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN: MDR SACHSENSPIEGEL | 14.02.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.02.2018 | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 7:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2018, 20:21 Uhr

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3 Kommentare

15.02.2018 13:43 Morchelchen 3

Die Grippeimpfung ab Herbst vergangenen Jahres war doch generell "für die Katz". Mitte November tauchte auf einmal beim "Arzt des Vertrauens" eine bezahlbare Variante auf. Bloß - wieso? Meine Mutter lässt sich seit Jahrzehnten eine Grippespritze geben und hat niemals dafür zahlen müssen. Man kann also vermuten, dass es nicht mehr reicht "im Staate Dänemark". Wieso, muss man sich denken... Und erst die nicht verbrauchten Spritzen vom Vorjahr vertan wurden, die aktuellen aber gegen Eigenfinanzierung verabreicht wurden. Man kann es ja mal probieren, und wenn sich kein Mensch aufregt, damit weitermachen... An was erinnert mich das bloß?

14.02.2018 20:03 Wo geht es hin? 2

Da ja hier die Funktion "Fehler gefunden" fehlt, muss ich meine Frage auf diesem Wege loswerden: Ist die Überschrift "Impfschutz trifft nicht ins Schwarze" noch zeitgemäß oder schon als rassistisch einzuordnen und damit eine Anzeige wert?

14.02.2018 15:46 Fragender Rentner 1

Was ist an der Meldung neu? :-(

Das wurde schon im Herbst gesagt, als sie wußten was in Australien geschah, wo die Grippe schon zu geschlagen hatte.

Nur für die Kassenpatienten reicht ja so eine 3-Fach-Impfung aus. :-(((