Vorsorge Große Nachfrage nach Grippeschutzimpfung bei Ärzten in Sachsen

Wie in jedem Herbst rührt Gesundheitsministerin Köpping die Werbetrommel für die Grippeschutzimpfung. Dabei ist vermehrt zu hören, dass der Impfstoff knapp wird. Wie ist die Lage bei Apotheken und Hausärzten in Sachsen?

Mit dem Beginn der Grippesaison hat Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping noch einmal auf die Wichtigkeit der Grippeschutzimpfung hingewiesen: "Jeder einzelne kann sich vor der Ansteckung mit Grippeviren schützen, insbesondere durch eine Grippeschutzimpfung. Damit hilft er nicht nur sich selbst, sondern schützt auch die Menschen in seiner Umgebung."

Die Zahl der Todesfälle in der vergangenen Saison belegt einmal mehr, dass die Influenza keine harmlose Erkrankung ist und man sich durch eine Impfung schützen sollte. Die Influenza-Schutzimpfung ist sicher und sehr gut verträglich.

Petra Köpping Gesundheitsministerin Sachsen

Zahl der Influenza-Erkrankungen gestiegen

In Sachsen wurden laut Gesundheitsministerium in der vergangenen Saison insgesamt 20.641 Influenza-Erkrankungen gemeldet, darunter 59 Todesfälle. Das sei die dritthöchste Fallzahl, die jemals in einer Saison in Sachsen verzeichnet wurde, heißt es. Die Sächsische Impfkommission empfiehlt die jährliche Grippeschutzimpfung grundsätzlich für alle Kinder ab dem siebten Lebensmonat, Jugendliche und Erwachsene. Ärzten, Pflegern, chronisch Kranken und Menschen, die älter als 60 Jahre sind, wird die Impfung ausdrücklich empfohlen.

Ziel der Impfkommission ist es, das Krankenhauspersonal möglichst wenig mit gewöhnlichen Grippeerkrankungen zu belasten, um die Kapazitäten für Coronapatienten vorzuhalten. Die Impfquoten für Influenza seien in den vergangenen Jahren besorgniserregend niedrig gewesen, auch beim medizinischen und pädagogischen Personal, berichtet die Impfkommission.

Hohe Nachfrage

In Sachsen stehen hierzu rund 1,3 Millionen Impfdosen zur Verfügung. Bei rund vier Millionen Einwohnern könnte das allerdings knapp werden. Tatsächlich sei ein Anstieg von Grippeschutzimpfungen spürbar, berichten einzelne Hausärzte. "Es wird mehr geimpft als im Jahr zuvor. Das heißt, es lassen sich also entweder mehr Leute impfen oder sie kommen alle eher als sonst", berichtet ein Arzt. "Im Moment sieht es noch gut aus, aber bis Dezember würde ich nicht warten", empfiehlt ein anderer. "Zumal die Nachfrage gerade exorbitant gestiegen ist."

Vorrat bei Hausärzten noch nicht erschöpft

Bei den Apotheken sind die Vorräte vielerorts bereits aufgebraucht. Man warte auf Nachschub, wann und ob er kommt, sei aber derzeit nicht absehbar, heißt es. Die Apotheker raten gesetzlich Krankenversicherten, einen Termin beim Haus- bzw. Allgemeinarzt zu vereinbaren. Dort sind - nach einer stichprobenartigen Anfrage von MDR SACHSEN - bei Ärzten in Leipzig noch ausreichend Impfdosen vorhanden. Auch die kassenärztliche Vereinigung spricht nicht von einem Engpass. Insgesamt sind bundesweit rund 26 Millionen Impfdosen verfügbar, vier Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Im Jahr 2019 mussten vier bis sechs Millionen Dosen ungenutzt entsorgt werden.

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | ab 15.10.2020 | ab 06:00 Uhr in den Nachrichten

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