26.03.2020 | 13:18 Uhr Landwirtschaftsminister: "Die Versorgung ist gesichert"

Wolfram Günther
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Die Versorgung mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs in Sachsen ist gesichert. Das sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) am Donnerstag im Interview mit MDR SACHSEN. "Die Engpässe, die man in den Läden erlebt, liegen daran, dass Konsumenten deutlich mehr kaufen als sie brauchen", so der Minister.

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Das kommt in diesen Tagen schon mal vor: Wir stehen vor leeren Regalen. Frage an Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther: Ist denn die Versorgung immer noch gesichert oder liegt es an den Hamsterkäufern?

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Do 26.03.2020 08:10Uhr 15:03 min

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Supermärkte kommen mit Auffüllen nicht hinterher

Laut Günther kämen die Supermärkte mit dem Auffüllen der Waren nicht mehr hinterher. "Es ist eine besondere Anspannung für diejenigen, die die Regale wieder voll machen müssen." Mitarbeiter in Supermärkten und Logistikzentren würden auf Hochtouren arbeiten, so Günther.

Zwar gäbe es bestimmte Produkte, etwa Konserven oder Mehl, die besonders nachgefragt sind. "Der Einzelhandel versucht aber, die Waren nachzubekommen und früher oder später steht es auch wieder im Regal", gibt sich Günther zuversichtlich. Man müsse aber auch an die Vernunft appellieren, meint der Landwirtschaftsminister. "Bei so viel Mehl wie beispielsweise gerade verkauft wird, ist es wahrscheinlich, dass das nicht alles verbacken wird."

Regionale Produkte sollen gefördert werden

Trotz Corona-Krise setzt Landwirtschaftsminister Günther auf regionale Produkte. "Jetzt müssen wir in der Krise gucken, wie realisieren wir das." So sollen Gärtnereien und Baumschulen weiter produzieren, damit die Produkte dann "im Herbst auch wieder verfügbar sind". Die Wochenmärkte blieben dagegen geschlossen, so der Grünenpolitiker. Die Wochenmärkte waren in den letzten Tagen zu voll und es seien zu viele ältere Menschen unterwegs gewesen. Das habe zu einer generellen Schließung geführt.

Unterstützung soll schnell folgen

Derzeit frage das Landwirtschaftsministerium täglich bei den Erzeugern und dem Handel die aktuelle Situation ab. "Im Moment läuft das alles noch, aber natürlich mehren sich jetzt die Problemanzeigen", so Günther. Es ginge nun darum, schnell Lösungen zu finden. "Da sind wir gerade im Austausch mit der EU und dem Bund." Ziel sei es, dass aus dem neuen Förderprogramm der Bundesregierung finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden können. "Da gibt es regelmäßig Telefonkonferenzen, wo wir uns abstimmen."

Auch die Spargelernte soll mit Unterstützung realisiert werden. So gäbe es bereits einige Portale im Netz auf denen Erntehelfer gesucht werden." Manchmal ist das etwas schwierig, weil man auch eine gute Ausbildung braucht, aber oft fehlen einfach nur fleißige Hände", so Günther. Auch die Organisation "Friday‘s for Future" will sich zentral organisieren und einbringen, bestätigte der Landwirtschaftsminister. "Und dann gibt es die Frage mit den Pendlern." Laut Günther pendeln täglich jeweils etwa 10.000 Menschen aus Polen und Tschechien nach Sachsen. "Vom Krankenhauspersonal bis zum Landwirt", so der 46-Jährige. "Man sieht jetzt, wie abhängig wir von Fachkräften aus dem Ausland sind."

Quelle: MDR/ma/fg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.03.2020 | ab 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2020, 13:18 Uhr

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