Christian Hartmann, der neue Fraktionschef der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, steht vor den Fraktionsräumen.
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Vor der Landtagswahl 2019 CDU-Fraktionschef Hartmann schließt künftige Koalition mit AfD nicht aus

Christian Hartmann ist der neue Fraktionsvorsitzende der CDU im Sächsischen Landtag. In einem Interview haben wir ihn gefragt, ob er eine Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl ausschließt.

Christian Hartmann, der neue Fraktionschef der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, steht vor den Fraktionsräumen.
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Der neu gewählte sächsische CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Hartmann schließt eine künftige Koalition mit der AfD nicht aus. Im Interview mit MDR SACHSEN sagte er auf die Frage nach einem klaren Nein: "Das werden Sie von mir jetzt in der Form auch nicht hören. Das gebietet schon der Respekt vor den Wählerinnen und Wählern, die in diesem Land am 1. September 2019 entscheiden." Die AfD sei der politische Hauptgegner. Und es gelte nach der Wahl, vernünftige Entscheidungen zu treffen. "Insoweit ist das Kaffeesatzleserei", so Hartmann.

"Wir brauchen Antworten (...) für die Themen, die im Land anstehen." Dabei nahm Hartmann Bezug auf die Strukturveränderungen in der Lausitz durch den Braunkohleausstieg und die Herausforderungen der Rente und der Pflege. Es sei entscheidend, Lösungen anzubieten und da sei man "deutlich stärker und besser". Und das sei die zentrale Frage. Die Wähler müssten von den Positionen der Fraktion bzw. der Partei überzeugt werden. Dann werde sich die Frage nach einer Koalition mit der AfD auch nicht stellen.

Wir sollten uns darauf konzentrieren, wie wir mit eigenem Profil, mit eigenen Themen, auch mit der SPD gemeinsam die Wählerinnen und Wähler davon überzeugen, dass es keiner Alternativen bedarf.

Christian Hartmann Vorsitzender der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag

Bereits am Vortag hatte Hartmann unmittelbar nach seiner Wahl zum neuen Fraktionschef eine Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl offengelassen. An Spekulationen beteilige er sich nicht, sagte er. Er betonte lediglich: "Die AfD ist unser politischer Hauptgegner." Ministerpräsident Michael Kretschmer lehnt Koalitionen mit der AfD kategorisch ab.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.09.2018 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2018, 12:49 Uhr

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138 Kommentare

29.09.2018 09:47 Ekkehard Kohfeld 138

@ Peter W. 137 @134: Es gibt nicht den einen Willen des einen Wählers, sonder sehr viele Wähler mit der vielen verschiedenen Willen.##Völlig richtig und die wuselt man zu einem Willen zusammen,das nennen sie Demokratisch Wahl oder besser gesagt das Ergebnis????????So geht Demokratie aber nicht,man kann und darf sich seien Mehrheit nicht zusammen basteln.Man muß eine Programm haben und dieses dann ach durchführen das eine Mehrheit will,das passiert in Deutschland aber derzeit nicht.Und wenn sich 3 oder mehr Parteien (GROKO) zusammen schließen um eine Mehrheit zu bekommen hat man die Partei mit der Mehrheit ausgehebelt,auch das ist keine Demokratie und der Wähler hat das so nicht gewählt sonst hätte er gleich diesen Parteien mehrheitlich gewählt.

28.09.2018 22:29 Peter W. 137

@134: Es gibt nicht den einen Willen des einen Wählers, sonder sehr viele Wähler mit der vielen verschiedenen Willen. Zudem wurde von den mit der Mehrheit der Wahlstimmen legitimierten Abgeordneten eine Regierungskoalition gebildet. Was soll daran nicht demokratisch sein? Nur weil das Ergebnis Ihnen (und auch mir) nicht passt? Demokratie ist kein Wunschkonzert für Einzelne, das nennt man eher Autokratie oder Diktatur.

28.09.2018 22:18 Anita L. 136

@tombert (73): "uns im Westen hat man nach dem Krieg auch nichts geschenkt!"? Dann ist der Marshall Plan wahrscheinlich ein alternativer Fakt oder so? Es ist erstaunlich, dass die lautesten selbstherrlichen Stimmen meist aus den Bundesländern stammen, deren letzte Landtagswahl noch vor oder gerade so um die Gründungszeit der falschen Alternative stattfand.

@Karl Hinze (88): "Wenn die AfD wirklich nur ein Thema hat, wie immer behauptet wird, wird man sich über eine Koalition schnell einig, man packt es endlich an und löst es." Gebildete Menschen wissen, dass komplexe Themen keine einfache Lösungen haben. Zumal das eine Thema, nämlich die Zuwanderung, kein Problem, sondern eine anthropologische Tatsache ist, das nicht "gelöst" werden muss. Andere Themen der AfD sind dann z. B. die Rückkehr der Frau zur alternativlosen Kinderbetreuung, die krampfhafte Aufrechterhaltung kaputter Ehen oder die zwanghafte Verehelichung Alleinerziehender "zum Wohle des Kindes". Keine Alternative!

28.09.2018 15:43 Ekkehard Kohfeld 135

@ pkeszler 132 CDU-Chefin Merkel hat eine Koalition der CDU in Sachsen mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. Keine Koalition mit der AfD.
Also ist doch alles klar, auch wenn die AfD regieren will.##Wenn der rasante Aufstieg der AFD so weiter geht und so sieht es aus wird die keine Koalition mehr brauchen aber auch eine starke Opposition treibt die Anderen vor sich her und reist sie aus ihrem Dornröschenschlaf wie man immer wieder sehen kann.

28.09.2018 15:37 Ekkehard Kohfeld 134

@ Lutz Winkler 133 Wozu wählen wir ?
Das Wahlergebnis wird entscheiden wer mit wem.
Das Volk bezahlt die Politiker und die Ignorieren das Ergebnis.##
Das konnte man doch bei den letzten BTW super sehen
da stricken sich Wahlverlierer eine Mehrheit gegen das Wahlergebnis und den Willen das Wählers##
Das soll ein Demokratie sein ?##Ja das "soll" kann
man ganz groß Schreiben da liegt die Betonung drauf.

28.09.2018 14:27 Lutz Winkler 133

Wozu wählen wir ?
Das Wahlergebnis wird entscheiden wer mit wem.
Das Volk bezahlt die Politiker und die Ignorieren das Ergebnis.
Das soll ein Demokratie sein ?

28.09.2018 07:35 pkeszler 132

CDU-Chefin Merkel hat eine Koalition der CDU in Sachsen mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. Keine Koalition mit der AfD.
Also ist doch alles klar, auch wenn die AfD regieren will.

28.09.2018 07:09 Peter Kühne-Glaser 131

Schlimm, der Alternativlosigkeit auch noch Alternativen aufzuführen. Spezifisch der Rente wird es ohne Zuzug sprich Einwanderung keine Lösung geben, Das dürfte der AfD wohl nicht passen, und gerade die CDU sollte sich Mal hinstellen und ihr totales Versagen in Sachen Familien-Politik seit Kriegsende eingestehen. Und das bezüglich der CDU in Sachsen die Götterdämmerung angebrochen ist, hat scheinbar auch die sächsische Regierung erreicht. Schlimm nur das in aller Verzweiflung die AfD hoffiert wird.

27.09.2018 21:48 Sachse aus Chemnitz 130

Der Wert von verfrühten Koalitionsaussagen, bzw. -Absagen, ist am Beisp. von SPD / Martin Schulz eindrucksvoll ersichtlich. Man soll bekanntlich das Bärenfell nicht verteilen, bevor man den Bären erlegt hat. Insofern ist die Zurückhaltung von Hartmann vernünftig u. nicht realitätsfern. Wahlverlierer sollten evtl. Koalitionsgepräche nicht dominieren.
Die "Qualitätsjournalisten" der Staatsmedien produzieren die gewünschten Sensationsmeldungen.
Angesichts der bevorstehenden LTW sind noch bizarre Panikreaktionen der lupenreinen Demokraten aus "Qualitätsmedien" u. den Altparteien zu erwarten.

27.09.2018 21:34 Peter W. 129

Zu dem ersten Bild im Artikel kann ich nur sagen: Herr Hartmann, solch peinliches Posieren gibt optisch vor einem blauen Hintergrund ein stimmigeres Bild!