17.02.2020 | 16:40 Uhr Herzlichen Glückwunsch zum 99., Herbert Köfer!

Porträt von Schauspieler Herbert Köfer, aufgenommen im Juli 2015.
Bildrechte: Chris Gonz

Herbert Köfer ist der wohl älteste noch aktive Schauspieler. Am 17. Februar 2020 feiert er seinen 99. Geburtstag. In seinem nun 80. Berufsjahr steht er immer noch regelmäßig auf den Theaterbühnen des Landes. Mit seiner Tochter haben wir über den Tausendsassa gesprochen. "Es ist für mich auch unfassbar", sagt seine Tochter Mirjam Köfer.

Auch mit ihr stand er schon gemeinsam auf der Bühne. Daran kann sich Mirjam Köfer noch gut erinnern:

Herbert und Mirjam Köfer, 1997
Vater und Tochter im Jahre 1997 Bildrechte: imago images / APress

"Als ich das erste Mal mit ihm auf der Bühne gestanden habe, haben wir beide hinterher gesagt 'das brauchen wir jetzt nicht unbedingt noch mal'. Das liegt natürlich daran, dass man als Tochter auch ganz anders im Fokus steht. Mein Vater ist sowieso ein Mensch, der Unprofessionalität hasst und wenn da irgendwas schief lief bei mir, da war er natürlich gnadenlos. Und das war eine ganz schöne Zerreißprobe. Aber was ich dann miterlebt habe, dass ich mit meinem Vater gemeinsam auf der Bühne stand, das war schon toll."

Herbert Köfer - dienstältester Schauspieler der Welt

Herbert Köfer als Schöller auf der Bühne.
Herbert Köfer kann es nicht lassen – auch mit fast 100 Lebensjahren steht der am 17. Februar 1921 geborene Schauspieler noch regelmäßig auf deutschen Bühnen, wie hier im Theater am Kurfürstendamm. Die Schauspielerei scheint ihn jung zu halten. Dabei hatten seine Eltern für ihn etwas ganz anderes geplant ... Bildrechte: imago/Raimund Müller
Herbert Köfer als Schöller auf der Bühne.
Herbert Köfer kann es nicht lassen – auch mit fast 100 Lebensjahren steht der am 17. Februar 1921 geborene Schauspieler noch regelmäßig auf deutschen Bühnen, wie hier im Theater am Kurfürstendamm. Die Schauspielerei scheint ihn jung zu halten. Dabei hatten seine Eltern für ihn etwas ganz anderes geplant ... Bildrechte: imago/Raimund Müller
Herbert Köfer
Eigentlich sollte Herbert Köfer Buchhalter werden. Er machte eine kaufmännische Lehre, absolvierte dann aber von 1937-1940 ein Schauspielstudium. Nach dem Krieg folgten Engagements unter anderem am Deutschen Theater sowie am Kabarett Die Distel. Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Herbert Köfer steht während Dreharbeiten für die Aktuelle Kamera hinter einer Papiercollage.
Am 21.12.1952 fungierte Herbert Köfer als erster Sprecher der "Aktuellen Kamera". Bekannt machte ihn das allerdings nicht, besaß doch kaum jemand in der DDR einen Fernseher. Köfer blieb jedoch nicht lange Nachrichtensprecher. Der damalige Intendant Hermann Zille stellte fest: "Du sprichst die Nachrichten nicht, du spielst sie." Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Herbert Köfer mit Schauspielkollegin Ingeborg Krabbe
Populär wurde Köfer vor allem mit seinen Film- und Fernsehrollen. Die Herzen seines Publikums eroberte er vor allem mit leichten, heiteren Rollen. Hier zu sehen mit Ingeborg Krabbe im Fernsehfilm "Männerwirtschaft" von 1975... Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Eva Hagen und Herbert Köfer
...oder an der Seite der Schauspielerin Eva-Maria Hagen in der Komödie "Heiraten weiblich", ebenfalls aus dem Jahr 1975. Oft entzückte Köfer die Zuschauer als Charmeur, Frauenschwarm oder auch als liebenswerter Tollpatsch. Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Herbert Köfer mit seiner Frau Traudel am Frühstückstisch
Und auch im echten Leben war Herbert Köfer den Frauen zugetan. Er hat dreimal geheiratet. Auf diesem Bild ist er mit seiner ersten Frau Traudel zu sehen. Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Köfer sitzt im Auto vor dem eigenen Wohnhaus.
In den 60er Jahren lebte die Familie mit ihren zwei Kindern in diesem Haus in Kleinmachnow. Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Ein Polizist und Herbert Köfer, der ein Tuch über dem Kopf hält
Eine seiner populärsten Fernsehrollen war die des Rentner Schmidt in der 20-teiligen Serie "Rentner haben niemals Zeit", die das erste Mal 1978/79 über die Bildschirme flimmerte. Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Helga Hahnemann und Herbert Köfer
Und auch bei den großen DDR-Unterhaltungsshows war Köfer ein oft gesehener Gast. Hier in der Show "Ein Kessel Buntes" zusammen mit Helga Hahnemann. Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Bei der größten nichtstaatlichen Demonstration in der DDR am 4. November 1989 gingen über 500.000 Menschen in Ostberlin für mehr Demokratie, Reisefreiheit, Bürgerrechte und Reformen auf die Straße. Im Block des Schauspieler-Ensembles des DDR-Fernsehens laufen Prominente wie Herbert Köfer (mi.) oder Dietmar Richter-Reineck (li. daneben).
Probleme mit der Staatsführung hatte er in seinem Metier kaum: "Ich habe in meinem Bereich, also in der leichten Unterhaltung, mit der Partei am allerwenigsten zu tun gehabt! Viele Fernsehspiele sind ja auch von Westkritikern hoch gelobt worden – da war nicht alles dogmatisch.", erzählt er in einem Interview mit der Berliner Zeitung. Hier ist Köfer auf der großen Demo in Berlin am 4. November 1989 zu sehen, links neben ihm Schauspieler-Kollege Dietmar Richter-Reineck. Bildrechte: dpa
Köfer und Kapelle in Uniformen auf der Bühne
Nach der Wende schafft es Herbert Köfer auch auf die gesamtdeutsche Bühne. Neben zahlreichen Fernsehrollen in Serien wie "In aller Freundschaft" oder "Soko Leipzig" ist er auch immer wieder als Entertainer im Fernsehen zu sehen. So tritt Köfer 1989 als Hauptmann von Köpenick im Musikantenstadl auf. Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Stefanie Hertel, Herbert Köfer und Manfred Stolpe stehen 2002 mit den ihnen verliehenen Medienpreisen "Goldene Henne" in den Händen auf der Bühne.
2002 erhielt Köfer schließlich den Medienpreis "Goldene Henne" für sein Lebenswerk. Bildrechte: dpa
Szenendreh für die Serie "In aller Freundschaft", in der Herbert Köfer immer wieder Gastauftritte hat.
Doch der 97-jährige denkt nicht daran aufzuhören. 2017 erhielt er vom Rekordinstitut für Deutschland die Urkunde als dienstältester Schauspieler der Welt. So hat er unter anderem immer wieder Gastauftritte in der Fernsehserie "In aller Freundschaft". Hier ist er bei Dreharbeiten für die Serie im Jahr 2015 zu sehen. Bildrechte: IMAGO
Herbert Köfer zu Gast im Studio bei "MDR um 4"
Blumen und Glückwünsche zum 98. Geburtstag gab es auch vom MDR: Köfer plauderte wenige Tage vor seinem Jubiläum bei einem Tässchen Kaffee mit "MDR um 4"-Moderator Peter Imhof, u.a. über seine neue Rolle in "Pension Schöller" an der Komödie Berlin. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Mit seinem neuen Buch unterwegs

Schauspieler, Kabarettist, Conférencier und erster Nachrichtensprecher des DDR- Fernsehens - in viele Rollen ist er schon geschlüpft. Und anstatt sich eine Pause nach den Auftritten zu gönnen, hat er nun sein drittes Buch veröffentlicht, das er auf Lesungen präsentiert. Auf 160 Seiten bietet er in "99 und kein bisschen leise" vergnügliche Anekdoten aus seinem Leben. Darunter zum Beispiel diese, dass er schon bei der Geburt sein Komiker-Talent zeigte: "Begrüßt habe ich meine Eltern mit dem Hinterteil", schreibt Köfer, "Steißlage. Eine dolle Nummer, und gerade erst geboren. Nur dass es keinen Applaus gab."

Was ist Herbert Köfers Geheimrezept?

Mirjam Köfer, 2006
Tochter Mirjam Köfer ist selbst Schauspielerin. Bildrechte: imago images / STAR-MEDIA

Er hat seinen Job immer geliebt. Er hat wahnsinnig gerne wahnsinnig viel gearbeitet, mit großer Leidenschaft. Und er hat sein Leben immer genossen. Und ich glaube, dass is das Geheimrezept. Und lange schlafen.

Mirjam Köfer

"Der tollste Vater, den man sich vorstellen kann"

Als Mirjam Köfer zur Welt kam, war Herbert Köfer schon 52 Jahre alt. Der beste Papa der Welt, sagt sie. "Er war ein ganz toller Vater. Er hat wirklich alles mitgemacht. Ich war ein Kind mit einer sehr großen Fantasie. Von Pippi Langstrumpf über Ronja Räubertochter, Indianerhäuptling war ich alles. Er hat das immer mitgespielt. Die einzige Kritik, die ich als Tochter äußern würde, ist, dass wir jetzt viel zu wenig Zeit miteinander haben."

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.02.2020 | 07:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2020, 16:40 Uhr

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