Die beiden Schwestern Mia (l) und Amy planschen bei 33 Grad Celsius in einer kleinen Badewanne
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Sachsen schwitzt Meiden, kleiden, trinken - so bleibt Sachsen frisch bei Hitze

Ja, man soll viel trinken und möglichst im Schatten bleiben bei den aktuellen Temperaturen. Trotzdem belastet die Hitze die Menschen, je länger es warm und stickig bleibt. MDR SACHSEN gibt kühle Tipps, damit die nächsten Tage und Nächte erträglich bleiben.

Die beiden Schwestern Mia (l) und Amy planschen bei 33 Grad Celsius in einer kleinen Badewanne
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Trinkwasser: Reicht es und wie ist die Qualität?

Die sächsischen Trinkwassertalsperren sind noch gut gefüllt, teilte die Landestalsperrenverwaltung in Pirna mit. Wegen der Hitze gingen zwar die Zuflüsse in den nächsten Tagen langsam zurück. Damit würden auch die Stauspiegel sinken. Die größte sächsische Trinkwassertalsperre Eibenstock sei zu 97 Prozent gefüllt. Auch die beiden großen Talsperrensysteme Mittleres Erzgebirge und Klingenberg-Lehnmühle hätten aktuell Füllstände von 97 und 92 Prozent. Dennoch sollte jeder sparsam mit Trinkwasser umgehen.

Trinkwasser aus sächsischen Wasserhähnen gilt als unbedenklich. Wer wissen will, was genau in seinem Trinkwasser steckt, kann Proben beim örtlichen Wasserversorger oder Gesundheitsamt analysieren lassen.

Einen Überblick über ausgewählte Trinkwasserversorgungsgebiete finden Sie hier.

Trinken wie die Beduinen im Schatten

An heißen Tagen sollte man mindestens zwei Liter trinken. "Trinken Sie kontinuierlich und viel. Über den Tag verteilt sollten es deutlich mehr als die normalen zwei Liter sein", rät der Kardiologe der Heliosklinik Schleuditz, Sait Sebastian Daneschnejad. Am besten seien:

  • zimmerwarmes Wasser oder Mineralwasser
  • ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees
  • Eiskalte Getränke oder Cocktails mit Eiswürfeln klingen verlockend. Aber: "Der Körper muss für die Wärmeregulation viel Energie aufwenden und schwitzt dadurch noch mehr", erklärt Kardiologe Daneschnejad.
  • Hausärzte empfehlen bei Hitze zwei bis drei Prisen jodhaltiges Salz in Wasser oder Tees zu streuen, um Mineralstoffverlust durchs Schwitzen auszugleichen.
  • Gemüsesuppen gleichen den auch gut aus.

Essen wie im Urlaub

Gazpacho - Kalte Sommersuppe und ein Klassiker der spanischen Küche
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Bei Hitze sollte man leichte, wasserreiche Lebensmittel essen und auf Vitamine und Mineralstoffe achten:

  • Gurken, Möhren, Tomaten, Zucchini helfen.
  • Erdbeeren, Wassermelone, Ananas, Pfirsiche und Gartenobst, was derzeit reift.
  • Das indische Joghurt-Getränk Lhassi wirkt regulierend auf den Körper.
  • Zudem Pasta, Gemüse, fettarmer Fisch, kalte Suppen wie Gazpacho, Quark. "Serrano-Schinken gleicht den Salzverlust aus", empfiehlt der Schkeuditzer Kardiologe.

Schlafen bei Hitze - aber wie?

Konsequent in der Wohnung gegen Hitze

  • Am besten nachts und in den Morgenstunden Fenster weit öffnen.
  • Wer den ganzen Tag zu Hause ist, sollte öfter Durchzug machen oder wenigstens stündlich stoßlüften gegen zu viel Kohlendioxid und Feuchtigkeit in den Räumen.
  • Schlafräume sollten am Tag abgedunkelt sein.
  • Kleiderschränke/Wandschränke öffnen, wenn man abends lüftet. Die Schränke speichern sonst zuviel Wärme.
  • Nicht jeder hat außen angebrachte Jalousien, Roll- oder Klappläden, aber wenn, die dann konsequent schließen.
  • Innenrollos und Vorhänge sollten helle oder metallbeschichtete Außenflächen haben.
  • Ventilatoren wirken erfrischend und lassen Schweiß verdunsten. Kühl-Tipp: Wäscheständer mit feuchter Wäsche vor Ventilator stellen. Oder ein feuchtes Bettlaken übers Gitter eines Ventilatoren hängen. Manche lassen auch Plastikflaschen mit Wasser im Eisfach gefrieren (nicht ganz voll füllen) und stellen die dann vor den Ventilator.


Schlafen bei tropischen Temperaturen

  • Abends sollte man warm bis sehr warm duschen. Das öffnet die Poren, Hitze kann sich im Körper nicht stauen.
  • Nach dem Duschen nicht komplett abtrocknen, auch die Verdunstungskälte auf der Haut ausnutzen.
  • Statt mit Bettdecke nur mit Laken oder Baumwollbettbezug schlafen.
  • Manche funktionieren auch ihre Wärmeflasche um, füllen sie mit kaltem Wasser und legen sie sich zwischen die Füße.

Sonne satt - was ist mit den UV-Werten?

Das sonnige Wetter in Deutschland lässt auch die UV-Werte steigen. Je stärker die ultraviolette Strahlung, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten. UV-Strahlung kann neben Sonnenbrand auch Augenschäden und Bindehautentzündungen verursachen. Hautärzte warnen: UV-Strahlung ist auch das Hauptrisiko für Hautkrebs. Die Deutsche Krebshilfe geht von jährlich mehr als 293.000 Neuerkrankungen bundesweit aus.

Einen Überblick über die UV-Prognosen finden Sie hier.

Sonnenbrand verhindern? Meiden, kleiden, cremen

Sonnencreme statt Sonnenbrand: Verschmieren nicht vergessen und schon ist wieder Platz für das nächste Kunstwerk.
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Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen hat eine Faustregel formuliert, wie man Sonnenbrand und Hautkrebs verhindert: "Generell gilt für den Sonnenschutz: Meiden – Kleiden – Cremen! Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist, die Haut so wenig UV-Strahlung auszusetzen, wie möglich." Kinder sollten im Sommer von 11 bis 15 Uhr im Haus oder im Schatten bleiben.

Die Drei-H-Regel gegen Hautkrebs

"Textiler Lichtschutz geht vor Sonnencreme", sagt Hautarzt Prof. Dietrich Abeck. Dabei nennt er die Drei-H-Regel "Hemd - Hose - Hut". Günstig sei locker sitzende Kleidung aus dichten Geweben, die möglichst viel Haut bedeckt. Die Kopfbedeckung sollte Gesicht und Nacken ebenfalls abschatten. Beim Baden sollten Kinder am besten ein T-Shirt anbehalten und sich nach dem Planschen umziehen.

Bei Sonnencreme nicht geizen

Bei Sonnencremes sollte auf hohen Lichtschutzfaktor geachtet werden. LichtschutzfFaktor 15 bis 30 sollten es bei Erwachsenen sein. Für Kinder und empfindliche Menschen empfehlen Hautärzte 50+. Eine halbe Stunde vor dem Kontakt mit Sonne sollte die Creme aufgetragen werden. Übrigens mindestens drei Esslöffel voll bei jedem Eincremen, um den Körper vollständig zu schützen.

Erste-Hilfe-Tipps bei Sonnenbrand

Wer sich trotzdem einen Sonnenbrand geholt hat, muss schnell reagieren:

  • Sofort aus der Sonne gehen.
  • Feuchtkalte Umschläge mit Kamillentee getränkt oder mit Joghurt oder Quark auflegen.
  • After-Sun-Produkte und das Gel der Aloe-Vera-Pflanze kühlen ebenfalls. Am besten hebt man diese Cremes im Kühlschrank auf, dann fühlt man diesen Erfrischungseffekt.
  • Nicht vergessen: Immer viel Wasser trinken, damit sich die Haut erholen kann.
  • Bei Blasen und schweren Sonnenbrand sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Quelle: MDR/kk/dpa/AFP/Helios-Klinik Schkeuditz

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 25.06.2019 | 19:00 Uhr

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