Sachsen schwitzt So kommt Sachsen entspannt durch die heißen Tage

Temperaturen über 30 Grad sind für Mensch und Tier eine Herausforderung. Doch es gibt Hilfe! Mit diesen Tipps für Ernährung, Kleidung, Lüften und gesunde Haut bleiben die nächsten Tage und Nächte erträglich.

Ein Thermometer zeigt über 40 Grad Celsius an.
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Wie bleibt es drinnen möglichst kühl?

Richtig lüften

Eine Frau öffnet ein Fenster zum Lüften der Wohnung.
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Richtiges Lüften ist besonders wichtig, damit Haus und Wohnung kühl bleiben. Es ist sinnvoll, die Fenster zu öffnen, wenn die Luft draußen noch kühler ist als drinnen. Fenster sollten Sie nachts und in den Morgenstunden weit öffnen. Wer den ganzen Tag zu Hause ist, sollte öfter Durchzug machen oder wenigstens stündlich stoßlüften gegen zu viel Kohlendioxid und Feuchtigkeit in den Räumen.

Gerade beim abendlichen Lüften sollten Kleider- und Wandschränke geöffnet sein, da die Schränke sonst viel Wärme speichern.

Ungenutzte Elektrogeräte ausschalten

Im Prinzip ist jedes Gerät, das an einer Steckdose hängt auch eine potentielle Wärmequelle. Entfernen Sie alle Geräte, die im Moment nicht gebraucht werden vom Stromnetz. So können Sie verhindern, dass sie Wärme ausstrahlen.

Verdunkeln

Wer Jalousien, Roll- oder Klappläden hat, sollte sie tagsüber konsequent schließen. Innenrollos und Vorhänge sollten helle oder metallbeschichtete Außenflächen haben.

Zwei Fensterläden mit einem ausgeschnittenen Herz.
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Für Luftbewegung sorgen

Mann kühlt sich auf seiner Terrasse mit einem Ventilator ab
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Ventilatoren allein machen einen Raum nicht kühler, wirken aber erfrischend und lassen Schweiß verdunsten. Diesen Effekt kann man sich zunutze machen: Wäscheständer mit feuchter Wäsche vor den Ventilator stellen oder ein feuchtes Bettlaken übers Gitter eines Ventilators hängen.

Wie schläft man auch in tropischen Nächten gut?

Abgedunkelte Räume am Tag

Schlafräume sollten am Tag abgedunkelt sein. Sobald es draußen kälter ist als drinnen, können Sie die Fenster öffnen und für eine kühle Brise und Luftbewegung sorgen.

Warm duschen

Es klingt paradox, abends sollte man warm bis sehr warm duschen. Das öffnet die Poren, Hitze kann sich im Körper nicht stauen. Nach dem Duschen müssen Sie sich nicht komplett abtrocknen, auch die Verdunstungskälte auf der Haut können Sie ausnutzen.

Duschen macht kreativ, sagen Forscher! Im Bild duscht eine Frau, zu sehen durch die wasserbenetzte Scheibe.
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Richtige Decke wählen

Wer jetzt noch seine dicke Bettdecke nutzt, muss sich über Schweißausbrüche in der Nacht nicht wundern. Versuchen Sie es statt mit Bettdecke nur mit Laken oder Baumwollbettbezug.

Wärmflasche und Körnerkissen nutzen

Funktionieren Sie Ihre Wärmeflasche um und füllen Sie sie mit kaltem Wasser. Das klappt auch mit Körner- oder Kirschkernkissen. Die kühle Flasche legen Sie sich beispielsweise zwischen die Füße.

Frau wärmt ihren Bauch mit einer Wärmflasche
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Worauf sollte ich beim Trinken achten?

Mindestens zwei Liter am Tag

Hitze
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An heißen Tagen sollte man mindestens zwei Liter trinken. "Trinken Sie kontinuierlich und viel. Über den Tag verteilt sollten es deutlich mehr als die normalen zwei Liter sein", rät der Kardiologe der Heliosklinik Schkeuditz, Sait Sebastian Daneschnejad. Besonders gut sind zimmerwarmes Wasser oder Mineralwasser sowie ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees.

Eiskalte Getränke meiden

Kalte Getränke oder Cocktails mit Eiswürfeln klingen verlockend, aber der Körper muss für die Wärmeregulation viel Energie aufwenden und schwitzt dadurch noch mehr, erklärt Kardiologe Daneschnejad.

Mineralstoffe zuführen

Hausärzte empfehlen bei Hitze zwei bis drei Prisen jodhaltiges Salz in Wasser oder Tees zu streuen, um den Mineralstoffverlust durchs Schwitzen auszugleichen.

Was sollte ich bei Hitze essen?

Obst und Gemüse

An heißen Tagen sollten Sie leichte, wasserreiche Lebensmittel essen und auf Vitamine und Mineralstoffe achten. Gurken, Möhren, Tomaten und Zucchini beispielsweise sind sehr gesund und enthalten viel Wasser. Gemüsesuppen gleichen den Mineralstoffverlust durchs Schwitzen aus. Erdbeeren, Wassermelone, Ananas, Pfirsiche und reifes Obst aus dem Garten sind ebenfalls eine gute Wahl.

Ein Obstsalat in einer roten Schüssel.
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Essen wie im Urlaub

Wer mehr Tipps braucht, um sich in der heißen Zeit gut zu ernähren, kann einen Blick auf die Speisen der Mittelmeerländer werfen: Pasta, Gemüse, fettarmer Fisch, kalte Suppen wie Gazpacho stehen hier schon immer hoch im Kurs. "Serrano-Schinken gleicht den Salzverlust aus", empfiehlt der Schkeuditzer Kardiologe Daneschnejad.

Gazpacho - Kalte Sommersuppe und ein Klassiker der spanischen Küche
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Was tun gegen Schwitzen?

Nicht zu sehr verausgaben

Der erste Tipp liegt auf der Hand: Wer sich bei hohen Temperaturen anstrengt und sich viel bewegt, kommt ins Schwitzen. Aktivtäten wie Sport sollten in die kühlen Stunden des Tages am Morgen oder Abend verlegt werden.

glückliches Paar mit Rollschuhen und Fahrrad
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Antitranspirant nutzen

Eine frau benutzt ein Deospray..
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In Deodorant hilft in erster Linie gegen Gerüche. Ein Antitranspirant hingegen verengt die Schweißporen und sorgt so dafür, dass die Schweißproduktion zurückgeht. Einer der Wirkstoffe von Antitranspirantien sind Aluminiumsalze. Lange galten sie als gesundheitsgefährdend. Allergins gibt jetzt eine Studie des Instituts für Risikobewertung Entwarnung. Denn durch die Haut wird deutlich weniger Aluminium aufgenommen, als bislang angenommen. Außerdem hat die Stiftung Warentest bei einer Untersuchung festgestellt: Produkte mit Aluminiumsalzen konnten die Schweißproduktion wirkungsvoll mindern.

Hausmittel geschickt einsetzen

Salbei-Tee soll durch die Bitterstoffe die Schweißabsonderung regulieren. Wer jeden Tag einen Liter Salbeitee trinkt, soll nach einer Woche die Wirkung spüren.

Der Sud von Bockshornklee beruhigt die Schweißdrüsen. Für den Sud weicht man 12 Esslöffel Bockshornkleesamen sechs Stunden in einem Liter kaltem Wasser ein und seiht ihn dann durch. Der Sud wird mit Wasser verdünnt und man badet Hände und/oder Füße für 15 Minuten darin.

Apfelessig
soll die Schweißdrüsen verengen und damit starke Schweißproduktion drosseln. Zwei Mal pro Woche nach dem Duschen wird der ganzen Körper mit einer Mischung aus ¼ Liter Wasser und ¼ Liter Apfelessig gewaschen.

Richtige Kleidung tragen

Greifen Sie an heißen Tagen zu luftiger Kleidung, die nicht zu eng anliegt. Außerdem sind Naturmaterialien wie Baumwollen, Wolle-Seide oder Leinen von Vorteil: Selbst wenn Sie schwitzen, riecht es nicht so schnell unangenehm wie oftmals bei synthetischen Fasern.

Wie sorge ich für gesunde Haut bei gleißender Sonne?

Auf UV-Werte achten

Das sonnige Wetter in Deutschland lässt auch die UV-Werte steigen. Je stärker die ultraviolette Strahlung, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten. UV-Strahlung kann neben Sonnenbrand auch Augenschäden und Bindehautentzündungen verursachen. Hautärzte warnen: UV-Strahlung ist auch das Hauptrisiko für Hautkrebs. Die Deutsche Krebshilfe geht von jährlich mehr als 293.000 Neuerkrankungen bundesweit aus.

Einen Überblick über die UV-Prognosen finden Sie hier.

Sonnenbrand verhindern

EIne Frau bückt sich nach einem Sonnenhut am Strand.
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Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen hat eine Faustregel formuliert, wie man Sonnenbrand und Hautkrebs verhindert: "Generell gilt für den Sonnenschutz: Meiden – Kleiden – Cremen! Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist, die Haut so wenig UV-Strahlung auszusetzen, wie möglich."

Die Drei-H-Regel gegen Hautkrebs

"Textiler Lichtschutz geht vor Sonnencreme", sagt Hautarzt Prof. Dietrich Abeck. Dabei nennt er die Drei-H-Regel "Hemd - Hose - Hut". Günstig sei locker sitzende Kleidung aus dichten Geweben, die möglichst viel Haut bedeckt. Die Kopfbedeckung sollte Gesicht und Nacken ebenfalls abschatten.

Sonnencreme großzügig auftragen

Bei Sonnencremes sollte auf hohen Lichtschutzfaktor geachtet werden. Lichtschutzfaktor 15 bis 30 sollten es bei Erwachsenen sein. Für empfindliche Menschen empfehlen Hautärzte 50+. Eine halbe Stunde vor dem Kontakt mit Sonne sollte die Creme aufgetragen werden. Übrigens mindestens drei Esslöffel voll bei jedem Eincremen, um den Körper vollständig zu schützen.

Sonnencreme statt Sonnenbrand: Verschmieren nicht vergessen und schon ist wieder Platz für das nächste Kunstwerk.
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Was tun bei Sonnenbrand?

Wer sich trotzdem einen Sonnenbrand geholt hat, muss schnell reagieren. Sie sollten sofort aus der Sonne gehen. Gegen das Brennen helfen feuchtkalte Umschläge, getränkt in kaltem Kamillentee. Auch Umschläge mit Joghurt oder Quark helfen gut.

After-Sun-Produkte und das Gel der Aloe-Vera-Pflanze kühlen ebenfalls. Am besten hebt man diese Cremes im Kühlschrank auf, dann fühlt man diesen Erfrischungseffekt.

Trinken Sie viel Wasser, damit sich die Haut erholen kann. Bei Blasen und schwerem Sonnenbrand sollten Sie vorsichtshalber zum Arzt gehen.

Die Schulter einer jungen Frau pellt sich
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Achtung bei Kindern!

Kinder sollten im Sommer von 11 bis 15 Uhr im Haus oder im Schatten bleiben. Beim Baden sollten Kinder am besten ein T-Shirt anbehalten und sich nach dem Planschen umziehen. Zum Baden gibt es auch spezielle Schwimmkleidung mit UV-Schutz. Kinder haben eine sehr empfindliche Haut. Achten Sie auf einen sehr hohen Lichtschutzfaktor - Hautärzte empfehlen 50+.

Ein Kleinkind spielt an einem Springbrunnen
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Wie kann ich meinem Tier durch die heiße Zeit helfen?

Nagetiere

Nagetiere sind am hitzeempfindlichsten. Hasen, Hamster und Meerschweinchen bekommen bei Temperaturen über 30 Grad schnell einen Hitzekollaps. Wenn es so heiß ist, sollte man die Tiere gar nicht rauslassen, rät Tierarzt Dr. Jörg-Peter Popp. Gut ist es, einen Ventilator aufzustellen, der aber nur indirekt auf die Tiere gerichtet sein sollte. Wichtig ist eine gewisse Luftbewegung im Raum zur Abkühlung.

Hund und Katze

Hund am pool
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Katzen sind intelligent. Sie gehen normalerweise von sich aus in den Schatten.

Hunde sind dagegen Rudeltiere und versuchen, sich dem Menschen anzupassen. Wenn wir im Schatten sind, suchen sie den auch. Tierarzt Dr. Popp empfiehlt bei heißen Temperaturen ab und zu ein feuchtes Handtuch über den Hund zu legen. Dabei fühlen sich die Hunde relativ wohl.

Aufpassen sollte man auch dringend beim Transport von Hunden in überhitzten Autos. Wenn die Klimaanlage aus ist, heizt sich das Auto in wenigen Minuten auf über 40 Grad auf. Lassen Sie auch bei einem kurzen Weg Ihren Hund im Hochsommer nicht im Auto allein zurück. Dem Tier droht ein Hitzekollaps.

Trinken lassen

Allgemein gilt: Stellen Sie genügend Wasser zum Trinken zur Verfügung. Auch Tiere sollten an heißen Tagen viel trinken, rät Fachmann Dr. Popp.

Wie überleben meine Balkon- und Gartenpflanzen die heiße Zeit?

Zum richtigen Zeitpunkt Pflanzen wässern

Ein Mädchen gießt im Garten mit einer Brause.
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In den frühen Morgen- oder in den späten Abendstunden ist die beste Zeit, die Pflanzen zu gießen. Dann sind die Temperaturen wegen der niedrig stehenden Sonne moderater und das Wasser verdunstet nicht so schnell. So kann der Boden das Wasser besser aufnehmen.

Boden vor dem Austrocknen schützen

 Der Boden sollte das Wasser möglichst lange speichern, deshalb muss die Verdunstung so gering wie möglich bleiben. Das gelingt, indem die Beetoberfläche abdeckt wird – zum Beispiel mit speziellem Mulch-Vlies, aber auch Gras, Stroh und Blätter geernteter Pflanzen können auf dem Boden ausgelegt werden.

Im Wurzelbereich gießen

Ein Blumentopf wird in einem Beet versenkt
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Damit das Wasser im Boden ankommt und nicht an der Oberfläche bleibt und schnell verdunstet, gibt es einen Trick: Ein Blumentopf mit Abflussloch wird in die Erde dicht neben der Pflanze eingegraben. Die Pflanze wird nicht direkt gewässert, sondern über den Topf. Das Wasser sickert tief ein und erreicht den Wurzelbereich der Pflanze viel besser. Außerdem wird die Pflanze dazu erzogen, die Wurzeln möglichst in tiefere Schichten des Bodens wachsen zu lassen.

Quelle: MDR/kk/kp/dpa/AFP

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.08.2020 | 10:46 Uhr

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