Meldungen vom Freitag, den 03. August 2018

DWD: Dieser Sommer fast ein Jahrhundertereignis

Noch nie fiel zwischen April und Juli so wenig Regen: Mit seinen dauerhaft hohen Temperaturen und der außergewöhnlichen Trockenheit hat das Jahr 2018 schon jetzt historische Dimensionen. Von Anfang April bis Ende Juli sei es so warm gewesen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881, erklärte der Deutsche Wetterdienst. Demnach war es 3,6 Grad wärmer als im langjährigen Vergleich. "Das ist klimatologisch fast ein Jahrhundertereignis", so ein Sprecher.

Bis zu einer spürbaren Abkühlung müssen wir uns fast noch eine Woche gedulden. Erst ab Donnerstag soll der Sommer einen Gang zurückschalten mit Werten zwischen 20 und 30 Grad Celsius.

Wasser marsch für Matschfußball

Wer mal wieder richtig viel Wasser sehen will, hat dazu am Sonnabend in Wöllnau die Chance. Dort werden für die Deutsche Matschfußball-Meisterschaft die beiden Kleinfelder mit 600.000 Liter Brunnenwasser geflutet. Trotz der angespannten Wassersituation und der hohen Temperaturen finde die Meisterschaft statt, hieß es auf Anfrage von MDR SACHSEN.

Und plötzlich steht das Handtuch in Flammen...

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Limbach-Oberfrohna - Ortswehr Roßdorf - haben mal getestet, wie schnell aufgrund der aktuellen Dürre ein Brand entstehen kann. Dazu legten sie eine mit Wasser gefüllte Plasteflasche ins Gras und setzten sie der prallen Sonne aus. Ergebnis: Nach 15 Minuten brannte das Gras. Im Gespräch mit MDR SACHSEN appellierte ein Feuerwehrmitglied, stets wachsam zu sein. "Vorsicht auch bei Besuchen am See", heißt es aus Roßdorf. "Wenn die Wasserflasche auf dem Badetuch liegt kann auch das in Flammen aufgehen."

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Sprühnebel gegen Hitze bei Union gegen Aue

Mit einer besonderen Aktion soll den Fußball-Fans beim Zweitligaspiel des 1. FC Union Berlin gegen Erzgebirge Aue Abkühlung verschafft werden. Im Stadion An der Alten Försterei werde es bei der Partie am Sonntag ( 15.30 Uhr ) drei Stellen für Zuschauer geben, an denen diese durch einen Sprühnebel laufen können, sagte Pressesprecher Christian Arbeit am Freitag. Zwar wird es in Berlin etwas kühler als an den vergangenen Tagen, es werden aber immer noch Temperaturen von bis zu 28 Grad erwartet.

MS-Patienten leiden besonders

Menschen mit Multipler Sklerose (MS) leiden derzeit besonders unter der Hitze. Sie fühlen sich schlapper, müder und klagen über eine Verstärkung ihrer Sehstörungen oder eine Verschlechterung ihrer motorischen Fähigkeiten, wie das Dresdner Universitätsklinikum am Freitag mitteilte. MS-Patienten erlitten dann einen sogenannten Pseudoschub. Mehr als 80 Prozent der MS-Kranken seien betroffen. Sie sollten körperlicher Anstrengung vermeiden, Füße und Arme in kaltes Wasser tauchen und möglichst viel Wasser trinken.

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Mineralwasser-Produzenten sind Hitze-Gewinner

Der Mineralwasserverkauf boomt in diesen Hitzetagen bei Sachsens Mineralwasser-Produzenten. Verkaufszuwächse im zweistelligen Prozentbereich verbuchen die Lichtenauer Mineralquellen GmbH und die Ileburger Sachsenquelle GmbH. Waren es im Juni um die zehn bis 15 Prozent Plus, legte der Absatz im Juli um 25 Prozent zu. "Das Wetter hilft uns" sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Unternehemnsgruppe Franken Brunnen, Michael Bartholl. Lichtenauer habe Spitzenwerte von einer Million Liter Getränke pro Tag erreicht. Üblich seien sonst 750.000 Liter am Tag.

Feuerwerksverbot im Landkreis Görlitz

Wegen der extrem hohen Waldbrandgefahr und Hitze hat der Landkreis Görlitz alle Feuerwerke der Kategorien 2 bis 4 untersagt. Das betrifft alle Klein-, Mittel- und Großfeuerwerke. "Bereits jeder nicht kontrollierbare Funke kann nicht beschreibbare Folgen haben", erklärte die Behörde in ihrer Entscheidung. Der Schutz von Menschen, Tieren und Natur habe vorrang vor Pyrotechnik. Vom Verbot unberührt bleiben Partyknaller, Knallerbsen und Bengalhölzer.

Trinkwasser-Talsperren sind keine Badeseen!

Trinkwassertalsperren bleiben für Badegäste tabu. Darauf hat die Landestalsperrenverwaltung hingewiesen. Auch wenn Hitze und Trockenheit dazu verlocken würden, im Stausee baden zu gehen, "darf das unmittelbare Ufer der Trinkwassertalsperren nicht betreten werden", sagte Sprecherin Britta Andreas. Auch Pferdebesitzer und Hundehalter dürften ihre Tiere nicht am Stausee tränken oder baden lassen. In Sachsen gibt es 23 Trinkwassertalsperren, an denen verschiedene Schutzzonen ausgewiesen sind. Sie dienen dem Schutz und der Sicherheit der Trinkwasserversorgung. Die Behörde bittet darum, die aufgestellten Schilder an den Anlagen zu beachten.

Waldbrand in Sächsischer Schweiz unter Kontrolle

Auf 4.000 Quadratmertern hat es im Nationalpark Sächsische Schweiz gebrannt. Mittlerweile haben 150 Feuerwehrleute und Mitarbeiter der DRK-Bergwacht den Brand unter Kontrolle. Sie bekämpfen im teils steilen, unwegbaren Gelände Glutnester und graben die Erde um, damit keine weiteren Feuer entflammen. Der Brand war am Donnerstag im Basteigebiet in der Nähe des Hirschgrundes am Felsen Kraxelbrüderscheibe ausgebrochen. Die Ursache steht noch nicht fest.

Herbststimmung nach Gewittern

Einzelne Gewitter gingen am Donnerstag Abend auch über Teilen der Lausitz, Freital und Dresden nieder. In Döbra fielen Äste auf die Straße, die Feuerwehr beräumte die Schäden. In Dresden spülte der Regen trockenes Laub von den Bäumen und verwandelte Straßen in teils herbstlich anmutende Landschaften, wie MDR-Reporter im Bild festhielten. Die Abkühlung hielt allerdings nur kurz an.

Laub ist nach einem Gewitter auf eine Straße gefallen.
Bildrechte: Thomas Kramer

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