Meldungen von Mittwoch, den 1. August

Hoyerswerda very hot

Hoyerswerda war heute die zweitwärmste Stadt in Deutschland. Wie der Deutsche Wetterdienst am Abend mitteilte, wurden dort 36,8 Grad gemessen. Heißer war es nur in Regensburg mit 37,9 Grad Celsius. Am Dienstag hatte Deutschland den bislang heißesten Tag dieses Sommers erlebt. In Bernburg in Sachsen-Anhalt kletterten die Temperaturen auf 39,5 Grad, in Regensburg waren es da noch 38,2 Grad. Die absolute Rekordmarke aus dem Jahr 2015 mit mehr als 40 Grad wurde am Mittwoch aber nicht erreicht. Der Juli wird als einer der heißesten Monate seit Beginn der Messungen in die deutsche Wettergeschichte eingehen.

Elbfähren gehen wieder in Betrieb

Die Elbfähren in Dresden gehen morgen wieder in Betrieb. Das haben die Dresdner Verkehrsbetriebe mitgeteilt. Wegen des geringen Wasserstandes bestand seit gestern Gefahr, dass die Boote auf Grund laufen. Da die Pegel in Tschechien steigen, so die Verkehrbetriebe, könnten ab 5:30 Uhr die Fähren übersetzen. Lediglich die Autofähre in Kleinzschachwitz pausiere weiter. Der aktuelle Pegelstand in Dresden beträgt 50 Zentimeter.

Update: A9 wieder frei

Hitzeschäden auf der A9
Betroffen von dem Hitzeschaden war eine der wenigen noch nicht sanierten Stellen der Autobahn. Stattdessen seien dort einzelne Flächen, die von sogenanntem Betonkrebs betroffen waren, mit Asphalt ausgebessert worden. Solche Stellen sind den Angaben zufolge bei Hitze besonders gefährdet. Bildrechte: MDR/Dirk Knofe

Der hitzebedingte Schaden auf der Autobahn 9 ist behoben. Wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Sachsen-Anhalt mitteilte, ist die Fahrbahn zwischen Bad Dürrenberg und Leipzig-West wieder freigegeben. Wegen der Gluthitze der vergangenen Tage war auf der Autobahn 9 bei Leipzig die Fahrbahn aufgeplatzt. Mehrere Fahrstreifen wurden am Mittwochmorgen gesperrt und der Schaden, der sich auf eine relativ kleine Fläche beschränkte, mit teurem Schnellbeton repariert.

Hitzeschäden auf der A9
An der beschädigten Stelle mussten Autofahrer ihr Tempo am Mittwoch reduzieren. Zur Reparatur wurde ein Schnellbeton verwendet, der auch an Flughäfen benutzt wird. Bildrechte: MDR/Dirk Knofe

Amtliche Warnung vor starkem Gewitter

Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Warnung vor starkem Gewitter herausgegeben. Betroffen sind demnach die Landkreise Mittelsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen. Die Warnung gilt vorerst bis 19 Uhr.

Kostenlose Abkühlung für Feuerwehrleute

Für Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Grimma und Geithain im Landkreis Leipzig ist der Sprung ins kühle Nass ab Donnerstag im Muldentalbad Kleinbothen und im Freibad Geithain gratis. Damit belohnt die Bädergesellschaft das ehrenamtliche Engagement der Männer und Frauen, wie die OEWA Wasser und Abwasser GmbH Leipzig am Mittwoch mitteilte. Die Feuerwehrleute seien seit Wochen wegen der extrem hohen Waldbrandgefahr im Dauereinsatz für die Allgemeinheit. Als Dankeschön können sie sich in den von dem Unternehmen im Auftrag der Städte betriebenen Bädern erfrischen, ohne Eintritt zu zahlen, "wann immer sie wollen und es ihre Zeit erlaubt".

Weiterer Badetoter gefunden

Ein Rentner ist auf seinem Grundstück in Schwepnitz im Landkreis Bautzen leblos im Swimmingpool gefunden worden. Für den 74-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, der Notarzt konnte am Dienstagabend nur noch den Tod des Mannes feststellen, wie die Polizei in Görlitz am Mittwoch mitteilte. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass der Mann aufgrund eines medizinischen Problems in das Bassin gefallen und ertrunken ist. Es gebe keine Anzeichen für ein Fremdverschulden. Auch im Kiessee Birkwitz bei Pirna wurde ein Badetoter gefunden.

Chemnitz verbietet öffentliches Grillen

Die Chemnitzer Stadtverwaltung hat das Grillen auf öffentlichen Grillplätzen untersagt. Das Grünflächenamt begründete das Verbot mit der aktuellen Witterungslage. Zudem gelte für Chemnitz die Waldbrandwarnstufe 3. Die Einhaltung werde kontrolliert, so das Amt. Verstöße können mit einer Geldbuße von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

Badetoter in Kiessee Birkwitz

Im Kiessee Birkwitz (bei Pirna) ist am Mittwoch ein Mann ertrunken. Der 58-Jährige wurde von einer Rentnerin am in den Morgenstunden in Ufernähe gefunden. Reporterangaben zufolge liegt es nahe, dass er betrunken ins Wasser gegangen ist. An dem Liegeplatz, an dem sich der Pirnaer ausgebreitet hatte, fand die Polizei mehrere Bierflaschen und Schnaps. Ob sein Alkoholkonsum die Ursache für den Tod war, werde derzeit noch ermittelt. Fremdeinwirkung könne die Polizei jedoch ausschließen, hieß es.

Forscher in Dresden arbeiten an hitzeresistenter Tomate

Forscher der TU Dresden arbeiten derzeit an einer Methode, den Hormonhaushalt von Tomaten so zu beeinflussen, dass die Frucht mit extremer Hitze gut klarkommt. Wie der Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie mitteilt, hat ein Team der TU Dresden mit Experten aus Israel drei Jahre lang den Einfluss von Hitze untersucht. Dabei habe sich herausgestellt, dass das Pflanzenhormon Auxin die Blüten- und Fruchtentwicklung erheblich beeinflusst. "Dem Team ist es gelungen, nachzuweisen, dass Auxin während der Fruchtentwicklung unter Hitze abnimmt", heißt es in einer Mitteilung. "Wenn man die hitzegeplagten Pflanzen mit dem Pflanzenhormon behandelte, konnte eine Verbesserung bei der Fruchtentwicklung beobachtet werden."

Ernteausfälle und Futterprobleme

Wie zahlreiche andere Landwirte in Sachsen beklagt auch die Agrargenossenschaft eG Hohenprißenitz aus dem Landkreis Nordsachsen erhebliche Ernteausfälle. Geschäftsführer Tilo Bischoff beziffert die Schädenbei Getreide und Raps auf etwa 22 Prozent. Bei Hafer, Futtererbsen, Ackerbohnen und Lupinen sind es sogar rund 74 Prozent.

Das größte Problem ist allerdings die Sicherung der Futtergrundlage für die Tiere - dies wird sicherlich die schwierigste Herausforderung dieses und nächstes Jahr bis zum Anschluss an die nächste Ernte. Aufgrund der fehlenden Erträge des sogenannten zweiten und dritten Grünschnitts sind gravierende Auswirkungen auf die Futtermittelreserven zu verzeichnen. Erste Betriebe haben bereits damit begonnen, ihre Viehbestände zu dezimieren.

Tilo Bischoff Geschäftsführer der Agrargenossenschaft und Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Delitzsch

Bergbausanierer warnt vor Baden in gesperrten Seen

Nach mehreren tödlichen Badeunfällen in Kiesgruben und Bergbaufolgeseen warnt der Bergbausanierer LMBV vor dem Betreten von solchen Sanierungsflächen. "Es geschieht immer wieder, dass Sperrbereichsgrenzen übertreten werden auf der Suche nach einem scheinbar geeigneten und ungestörten Badeplatz, Wege befahren oder sogar Schneisen freigeschnitten werden, um am Wasser seine Zelte aufzuschlagen", sagte LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber am Mittwoch. Das Wetter der vergangenen Wochen verleite viele zum Baden in noch "unfertigen" Gewässern.

Seen im Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlenrevier
Wer im Werbeliner See bei Delitzsch badet, riskiert ein hohes Bußgeld. Der See steht unter Naturschutz. Bildrechte: LMBV

Die in diesem Sommer steigenden Zahlen der Badeverunfallten sind auch für die Bergbausanierer alarmierend.

Uwe Steinhuber LMBV-Pressesprecher

Winzer wässern ihre Junganlagen

Ein Wasserwagen steht in einem Weinberg.
Im Weingut Schuh wird Wasser mit Tankanhängern auf den Berg gekarrt. Gegossen werden Rebflächen mit jungen Stöcken. Bildrechte: MDR/L. Müller

Die sächsischen Winzer wässern wegen der anhaltenden Trockenheit ihre Weinberge. Ingeborg Proboskai vom Weingut Matyas in Coswig sagte, insbesondere Junganlagen seien wegen der anhaltenden Trockenheit gefährdet. Sie haben noch keine langen Pfahlwurzeln, mit denen sie Feuchtigkeit aus der Tiefe ziehen können. Bei älteren Anlagen werden einige Trauben und überflüssige sowie verkümmerte Triebe entfernt. Das entlastet die Rebstöcke, die auch bei Trockenstress selbst keine Früchte abwerfen. Bewässert werden alte Anlagen üblicherweise nicht. Winzerin Proboskai sagte, trockene Sommer habe es schon immer gegeben. Zuletzt war 2003 die Situation im sächsischen Anbaugebiet ähnlich. Damals brachten die Trauben bei Pressen weniger Mostausbeute, da die Beeren weniger Saft enthielten.

Sächsische Dampfschiffahrt stellt Fahrten komplett ein

Die Sächsische Dampfschiffahrt hat am heutigen Mittwoch alle Touren eingestellt. Grund ist nach Angaben des Unternehmens das Niedrigwasser der Elbe. Am Donnerstag sollen nach aktuellen Planungen zwischen 10 und 16 Uhr stündlich Stadtfahrten angeboten werden sowie um 19 Uhr das sogenannte Abendbrotschiff.

Elbe Dresden Trockenheit
Durch die Hitze sinkt der Wasserstand der Elbe weiter erheblich. Aktuell werden nur noch 46 Zentimeter gemeldet. Das ist nicht nur der geringste Wasserstand in diesem Jahr, sondern auch der niedrigste Stand seit 64 Jahren. Damals, am 9. Januar 1954, wurden 22,5 Zentimeter gemessen. Bildrechte: Regina Hamborg

Recycling-Firma in Flammen

In der Region Nordsachsen hat es erneut in einer Recycling-Firma gebrannt. Wie die Polizei mitteilte, war diesmal ein Betrieb im Krostitzer Ortsteil Hohenossig betroffen. Das Feuer war am Dienstag ausgebrochen. Nach ersten Erkenntnissen kam es beim Zusammenschieben von Altpapier zu einem Funkenflug, der das Papier entzündete. Die Feuerwehr konnte die Flammen rasch löschen und damit einen Großbrand wie am Montag bei den Kreiswerken in Delitzsch verhindern. Dort dauern die Ermittlungen zu Brandursache und Schadenshöhe noch an.

Strohlager brennt

In Nentmannsdorf in der Gemeinde Bahretal brennt seit Dienstagabend das Strohlager einer Agrargenossenschaft. Personen kamen nach ersten Informationen nicht zu Schaden. Rund 100 Feuerwehrleute der Umgebung und aus Dresden sind dort im Einsatz. Bisher konnten sie das Übergreifen des Feuers auf einen benachbarten Rinderstall verhindern. In der Halle lagerten etwa 300 Tonnen Stroh. Der Einsatz dauert an.

kühe laufen durch die nacht in einen sanderen Stall, während im Hintergrund ein großes Strohlager brennt.
300 Kühe mussten eilig vom Feuer in einen sicheren Jungbullenstall weggetrieben werden. Bildrechte: Daniel Förster

Stadt Leipzig bittet Bürger beim Gießen zu helfen

Die Stadt Leipzig bittet ihre Einwohner um Unterstützung bei der Bewässerung von Bäumen. Wie die Stadt mitteilte, reichen die bisherigen Bemühungen durch Stadtreinigung, Wasserwerke und Feuerwehr nicht mehr aus. Deshalb sollen die Leipziger die Bäume vor ihren Häusern gießen. Markkleeberg startete einen ähnlichen Aufruf. Die Stadt gieße Jungbäume bis zum 10. Standjahr nach der Pflanzung. Allerdings fielen darunter nur 940 von etwa 6.000 öffentlichen Bäumen.

Blutreserven erschöpft

Aufgrund der lang anhaltenden Hitze und der Urlaubszeit gehen immer weniger Menschen zur Blutspende. Der Einbruch sei enorm und halte seit Wochen an, erklärte Marion Junghans von den HAEMA Blutspendezentren in Leipzig. Die Vorräte gingen langsam zur Neige. Täglich kämen weniger Blutspenden nach als an die Krankenhäuser abgegeben würden. Man telefoniere inzwischen sogar potenziellen Spendern hinterher.

Fahrbahnschäden auf Autobahn

Hitzeschäden sorgen auf der A9 zwischen Bad Dürrenberg und Leipzig-West für Einschränkungen. Wegen sogenannter Blow-Ups ist die rechte Fahrspur Richtung Berlin gesperrt worden. Wie die Polizei mitteilte, ist die Fahrbahn an zwei Stellen aufgeplatzt. In dem Bereich sei nur noch Tempo 80 erlaubt. Die Polizei forderte die Fahrer auf, vorsichtig zu fahren. Die Hitzeschäden sollen am Mittwoch genauer untersucht werden.

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