12.12.2019 | 06:15 Uhr Sachsen: Weiter keine 35-Stunden-Woche für Metaller in Sicht

Eine Fahne der Gewerkschaft IG-Metall
(Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die IG Metall ist bei ihrem Bemühen um die flächentarifliche 35-Stunden-Woche der Metall- und Elektroindustrie im Osten vorerst gescheitert. Die Tarif- und Verhandlungskommissionen der Gewerkschaft haben nach eineinhalbjährigen Verhandlungen beschlossen, den Verhandlungsprozess zu beenden. Das teilte die IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen mit. Damit wird es zunächst keine gebietsübergreifende Angleichung der Arbeitszeiten der Branche zwischen Ost und West geben. Bereits Anfang Oktober hatte die Gewerkschaft signalisiert, sie wolle nun "Betrieb für Betrieb die Arbeitszeitverkürzung angehen".

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Bezirksleiter Olivier Höbel sagte, er sei maßlos enttäuscht über die Haltung der Arbeitgeber. Trotz eines bereits 2018 unterschriebenen Eckpunktepapiers sei es nicht möglich gewesen, zu einer Einigung zu kommen. Ursprüngliche Zusagen der Arbeitgeberseite seien nicht eingehalten oder sogar zurückgenommen worden. Stefan Moschko vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall kritsiert hingegen die Gewerkschaft: "Wir bedauern das Ende der Gespräche sehr." Die Gewerkschaft habe nach Juni und September 2019 nun zum dritten Mal die Gespräche abgebrochen.

Rund 80.000 Tarifbeschäftigte

Zuletzt war die Gewerkschaft mit dem Versuch, die Arbeitszeit in den ostdeutschen Bundesländern an die 35-Stunden-Woche im Westen anzugleichen, im Jahr 2003 gescheitert. Auch im aktuell gültigen Manteltarif von Anfang 2018 sind weiter 38 Stunden festgeschrieben. Beide Seiten hatten sich in dem Vertrag aber auf erneute Gespräche über eine Angleichung verständigt. Dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall zufolge arbeiteten im Dezember vergangenen Jahres knapp 500.000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie in den ostdeutschen Ländern. Tariflich beschäftigt waren davon rund 80.000.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.12.2019 | 06:00 Uhr in den Nachrichten

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen