06.06.2020 | 18:45 Uhr Mitgliederschwund bei Freiwilliger Feuerwehr in Sachsen gestoppt

Spinde der Feuerwehr mit Feuerwehrkleidung.
Bildrechte: MDR/Luise Kotulla

Die Freiwillige Feuerwehr in Sachsen hat wieder mehr Zulauf. Wie das Innenministerium bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, gab es im vergangenen Jahr erstmals wieder einen leichten Anstieg auf mehr als 43.000 Mitglieder. "Erfreulicherweise konnte der Mitgliederschwund der letzten Jahre in den aktiven Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehren gestoppt werden", sagte ein Ministeriumssprecher. Allein von 2013 bis 2016 war die Mitgliederzahl den Angaben zufolge von mehr als 44.000 auf rund 42.700 zurückgegangen.

Werbung ist wohl alles

Die Stadt Dresden hatte schon 2017 mit einer Plakataktion für die Freiwillige Feuerwehr geworben. "Wir haben einen leichten Zuwachs bei den Mitgliederzahlen", bilanzierte der Leiter des Katastrophen- und Brandschutzamtes Andreas Rümpel. Seinen Angaben zufolge stieg die Zahl der aktiven Mitglieder von 572 im Jahr 2016 auf 614 bis 2018. Aktuell seien in den 21 Stadtteilfeuerwehren der Landeshauptstadt sogar 634 Feuerwehrleute aktiv im Einsatzdienst, davon 61 Frauen.

Dieser Anstieg bestärkt uns, öffentlichkeitswirksame Werbung und vor allem auch die Präsenz in den sozialen Netzwerken voranzutreiben.

Andreas Rümpel Leiter Katastropen- und Brandschutzamt Dresden

Freiwillige Feuerwehr
Für Innenminister Roland Wöller leistet der Landesfeuerwehrverband mit seinen Freiwilligen Feuerwehren einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Feuerwehrwesens. Bildrechte: imago/Marc Schüler

Erfreuliche Entwicklung

In Leipzig bezeichnete ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr die Entwicklung der Mitgliederzahlen in den 22 Ortsfeuerwehren als "durchaus erfreulich". Von 2016 bis 2019 seien diese von 609 auf 648 kontinuierlich gestiegen. Ursachen seien eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, gute bauliche Bedingungen in den Gerätehäusern, eine bessere Ausstattung und Ausrüstung. Zudem erhalte die Freiwillige Feuerwehr seit 2013 ein zusätzliches Budget von 100.000 Euro etwa zur Kameradschaftspflege.

In Chemnitz waren besondere Werbeaktionen nach Darstellung der Stadt bisher nicht nötig. Dennoch habe es "aufgrund der sehr guten Arbeit in den Freiwilligen Wehren der Stadt" Zuwachs gegeben. Die altersbedingten Abgänge hätten kompensiert werden können. "Bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren konnten die Mitgliederzahlen in den letzten Jahren fast verdoppelt werden", hieß es.

Finanzielle Unterstützung vom Land

In diesem Jahr unterstützt der Freistaat die Jugendarbeit des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) mit rund 600.000 Euro. Das Geld solle unter anderem in Erholungsmaßnahmen, Jugendfeuerwehrtage, Wettbewerbe, Exkursionen, Jugendwochen und internationale Begegnungen sowie die Gründung neuer Jugendfeuerwehren fließen. Innenminister Roland Wöller erklärte, der Verband leiste seit Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung des sächsischen Feuerwehrwesens.

Insbesondere die Förderung der Jugendfeuerwehren stellt dabei einen zentralen Punkt eines zukunftsorientierten Brandschutzes dar.

Roland Wöller Innenminister Sachsen

Weitere 50.000 Euro kommen den Kinderfeuerwehren zugute. Im LFV engagieren sich dem Innenministerium zufolge rund 14.800 Mädchen und Jungen. Deren Zahl sei seit 2009 kontinuierlich gestiegen. Insgesamt vertritt der Verband rund 64.500 Mitglieder.

Neben der Förderung der Jugendarbeit des LFV erhalten die Gemeinden seit dem Jahr 2015 vom Freistaat Sachsen eine pauschale Zuwendung von 20 Euro je Jugendfeuerwehrmitglied. Darüber hinaus wird der Jugendfeuerwehr einmal jährlich die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule zur Durchführung der Ausbildungswoche kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Quelle: MDR/bb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.06.2020 | 17:00 Uhr in den Nachrichten

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