Internationaler Parking Day Parklücken werden für einen Tag zu Grünflächen

Am heutigen Freitag werden in vielen Städten weltweit Pkw-Stellplätze für einige Zeit zu grünen Parks oder Wohlfühloasen. Damit soll gezeigt werden, wie sich Straßen und Plätze noch lebenswerter gestalten lassen und wie viel Stadtraum durch abgestellte Autos verloren geht. Auch in Dresden und Leipzig sind Aktionen geplant.

Autos stehen oft nur herum

In Leipzig hat unter anderem der Verein Ökolöwe zum diesjährigen Parking Day aufgerufen. Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher des Vereins, sagte, ein Auto werde im Schnitt nur eine Stunde am Tag bewegt. Die restlichen 23 Stunden des Tages stehe es auf einem Parkplatz und blockiere somit Flächen im Stadtgebiet, die auch Grünflächen sein könnten. Um den Anwohnerinnern und Anwohnern vor Augen zu führen, was man alles aus Parkplätzen machen könne, werden in Leipzig deshalb heute 25 Flächen kurzzeitig neugestaltet, so Supplies.

Gehzeugparade in Dresden Gohlis

In Dresden beteiligt sich unter anderem der Bürgerverein Gohlis am Parking Day. Wie der Verein mitteilte, soll eine sogenannte Gehzeugparade durch die Lützowstraße bis zur Höhe Erfurter Straße stattfinden. Dabei tragen Fußgängerinnen und Fußgänger Gestelle, die etwa den gleichen Platz im Straßenraum einnehmen wie ein Pkw. Damit soll verdeutlicht werden, wie hoch der Platzbedarf der Autos im Vergleich zu Fußgängerinnen und Fußgängern ist, so der Verein. Die Parade steht unter dem Motto "Stadt für Menschen statt für Autos".

13,5 Quadratmeter pro parkendes Auto

Martin Randelhoff ist Mitarbeiter und Doktorand im Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung an der Technischen Universität in Dortmund. Seinen Berechnungen zufolge benötigt ein parkendes Auto mit cirka 13,5 Quadratmeter die größte Fläche innerorts. Zum Vergleich: Auf gleicher Fläche könnten nach Randelhoff ungefähr zehn Fahrräder parken. Auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sei flächenmäßig effizienter. So benötigen Bus und Bahn zwar relativ viel Fläche, durch die große Anzahl an beförderten Personen, sei der ÖPNV bereits ab einer Auslastung von 20 Prozent effizienter als das Auto. Steige die Auslastung auf 80 Prozent oder höher, so sei der ÖPNV das mit Abstand flächeneffizienteste Fortbewegungsmittel, so Randelhoff.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.09.2020 | ab 12:00 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden und dem Studio Leipzig

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