Erkältungssaison Hausarzt: Normale Sprechzeiten reichen nicht aus

Viele Patienten sitzen in einem Wartezimmer einer Arztpraxis.
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Der Herbst steht vor der Tür und mit ihm die Erkältungszeit. Doch dieses Jahr wird anders sein. Wer einen Husten bekommt, ist gleich mit der Frage konfrontiert, ob eine Corona-Infektion dahinter stecken könnte und ob ein rauer Hals sofort Quarantäne bedeutet. Wie sollen Patientinnen und Patienten die Situation handhaben? Wie gehen Hausärztinnen und Hausärzte mit der Masse an Verdachtsfällen um, die auf sie zukommt?

Thema bei "Fakt ist!" am Montagabend

"Fakt ist!" aus Dresden wird unter anderem diesen Fragen am Montagabend um 22:10 Uhr nachgehen. Vorab hat die Redaktion mit dem Vize-Vorsitzenden des Sächsischen Hausärztebverbands, Dr. Klaus Lorenzen, gesprochen.

Wie sollen sich Patienten in diesem Jahr bei Erkältungssymptomen verhalten?

Wenn der Patient in die Praxis kommt, kann ich nicht gleich erkennen: Hat er Corona, eine Grippe oder "nur" eine übliche Erkältung? Im Oktober/November gibt es einen großen "Häufigkeitsgipfel". Deswegen bitten wir unsere Patienten vorher in der Praxis anzurufen, um das schon ein bisschen filtern zu können. Chronisch Kranke müssen beispielsweise geschützt werden. Gerade hat ein neues Quartal begonnen. Da kommt viel zusammen. Eine Reihe von Patienten holen sich gerade Rezepte ab.

Wie gehen Sie dann vor?

Ich versuche am Telefon schon zu sortieren. Bei dem geringsten Corona-Verdacht, bestellen wir die Patienten vor die Praxis. Dann müssen sie sich noch mal telefonisch melden, dass sie da sind. Ich komme daraufhin in Vollschutz vor die Tür und mache einen Abstrich.

Was ist Ihre persönlich größte Sorge mit Blick auf den Herbst?

Dass ich einen Corona-Fall nicht erkenne. Dass ich denke, es ist eine normale Erkältung und ich den Patienten mit einer normalen Krankschreibung nach Hause schicke.

Ist Ihre Praxis besser vorbereitet als noch im Frühjahr?

Wir sind besser gewappnet, weil wir jetzt mit Schutzmaterial versorgt sind. Wir werden nun einen großen Ansturm bewältigen. Die regulären Sprechzeiten mit beispielsweise Annahmestopps am Vormittag werden wahrscheinlich nicht immer ausreichen.

TV-Tipp am Montag um 22:10 Uhr:

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Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR FERNSEHEN | Fakt ist! aus Dresden | 05.10.2020 | 22:05 Uhr

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