Stau auf der Bundesautobahn A4 von Görlitz in Richtung Dresden, aufgenommen am 21.08.2012.
Bildrechte: dpa

Interview Was erwartet Pfingstausflügler auf sächsischen Autobahnen?

Erfahrungsgemäß sind die Autobahnen am langen Pfingstwochenende immer sehr voll. Nun sind die sächischen Autobahnen in den letzten Wochen ohnehin schon sehr verstaut. Worauf muss man sich da jetzt einstellen? Und was ist eigentlich aus den Plänen einer Ortsumfahrung für Wilsdruff geworden? Wir haben Isabell Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr dazu befragt.

Stau auf der Bundesautobahn A4 von Görlitz in Richtung Dresden, aufgenommen am 21.08.2012.
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Pfingsten steht vor der Tür, viele sind mit dem Auto unterwegs und müssen in Sachsen unetr anderem durch die Baustellen auf der A4, wo es immer wieder Stau gibt. Frau Siebert, seit dem 05. Mai dürfen an den Baustellen zwischen Dresden und Wilsdruff Lastwagen eine zweite Spur nutzen. Autofahrer berichten, das habe gefühlt nicht so viel gebracht, um die Verkehrssituation zu entlasten, was sagen ihre Experten?
Isabel Siebert: Wir beobachten das sehr genau und stellen fest, dass sich die Lage hier deutlich entspannt hat, das Auffädeln der langen Lkw-Schlangen teilweise bis zum Dreieck Nossen hat sich in den allermeisten Fällen tatsächlich auch aufgelöst, bzw. so aufgelockert, dass die Autofahrer auch überall aufmünden können, wenn sie aus Richtung Chemnitz kommend die Auffahrten nutzen. Die Maßnahme hat schon funktioniert, allerdings ändert das nichts an den Verkehrsmengen, die da hindurch müssen.

Vor allem von der A17 fließt der Verkehr nach wie vor schlecht auf die A4. Jeden Tag gibt es dort Staus. Was könnte man dort verbessern?
Für die Lage auf der A17, die auf das Dreieck Dresden-West einmündet, kann ich leider keine große Entwarnung geben. Wir können den Verkehr in die Verkehrsführung auf der A4 nur einspurig überführen und das führt natürlich dazu, dass sich bereits auf der A17 der Verkehr auffädelt, insbesondere bei hohem Lkw-Aufkommen. Da ist der Platz schlicht nicht da.

Stauwarnung am Hermsdorfer Kreuz
Den größten Stau gibt es Isabell Siebert zufolge immer dann, wenn es gekracht hat. Bildrechte: imago/Bild13

Wie ist die Lage auf den Umleitungsstrecken?
Wir haben festgestellt, dass die Lage auf den Umleitungsstrecken etwas ruhiger geworden ist. Es gibt eher stockenden Verkehr und keine Staus in den Spitzenzeiten auf der A4, weil weniger Verkehr in das nachgeordnete Netz reinsickert. Das ist für die Region eine ganz gute Nachricht.

Für die A17 und auch den Verkehr, der von Görlitz kommend auf die A4 und die A17 Richtung Prag wollen, wollen wir nächste Woche nochmal ein kleines bisschen nachjustieren: an den Markierungen und Beschilderungen. Denn wir stellen fest, der Verkehr, der jetzt immernoch über Wilsdruff und die Region im Dreieck Dresden-West läuft, das sind vor allen Dingen Irrläufer, die sich zu spät eingeordnet haben. Da wollen wir auf der Fahrbahn und bei der Beschilderung ein bisschen nachrüsten, denn das ist tatsächlich vermeidbarer Umleitungsverkehr.

Stichwort Wilsdruff, da soll ja die S36 um den Ort herum verlegt werden, um Entlastung zu bringen. Wie sehen da jetzt konkret die Planungen aus?
Wir haben gestern eine Veranstaltung in der Region gehabt, um unsere konkreten Pläne vorzustellen. Wir sind jetzt soweit startklar, dass wir im zweiten Halbjahr 2018 den Antrag auf Planfeststellung stellen können. Wie lange es danach noch dauert, bis tatsächlich der erste Bagger rollt, das ist schwer zu sagen. Der Antrag muss lange und intensiv geprüft werden, aber wir sind schon mal guter Dinge, dass wir diesen wichtigen Planungsschritt jetzt soweit erledigen konnten.

Karte Umleitung A4: 1. von der A4-Anschlussstelle Görlitz in südlicher Richtung über die B6, bei Reichenbach/OL geht es auf die S 111 bis zur Anschlussstelle Weißenberg (U44) und 2.	von der AS Nieder Seifersdorf nördlich über die S122 bis Niesky, von dort auf die B115 zurück zur A4-Anschlusstelle Kodersdorf (U4 / U5)
Nicht nur Wilsdruff, auch die Stadt Niesky hat mit dem Umleitungsverkehr der A4 zu kämpfen, denn sie liegt an der offiziellen Umleitungsstrecke. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch bei Chemnitz wird auf der A4 gebaut, diese Stelle könnte zu Pfingsten zum Nadelöhr werden. Was empfehlen sie den Autofahrern?
Den Autofahrern kann man nur die Empfehlung geben: Bleiben Sie auf der Autobahn, so lange sie nicht von einer Vollsperrung nach einem Unfall hören, denn die Nebenstraßen werden ebenso belastet sein. Wir bitten um Verständnis für die Bauarbeiten, die Fahrbahnen haben es dringend nötig, damit die Autofahrer die Strecken auch künftig nutzen können. Vermeiden Sie die größte Spitzenzeit, versuchen sie mehr Reisezeit einzuplanen, halten sie die Sicherheitsabstände ein, denn wirklich Stau gibt es das erste Mal, wenn es gekracht hat.

Wie sieht es derzeit auf der A13 aus?
Für die, die das lange Wochenende im Spreewald oder an der Ostsee verbringen wollen, beginnt es leider erstmal mit einer Geduldsprobe. Wir haben leider in der Baustelle, die wir auf der A13 zwischen Schönborn und Marsdorf zu einer Fahrbahnerneuerung aufgebaut haben, einen Schaden an den Schachtdeckeln, so dass wir nur einspurig fahren können. Das ist natürlich in so einer Reisezeit ein ziemliches Nadelöhr.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 17.05.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2018, 20:44 Uhr

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