Zwei Hände halten mehrere Euro-Banknoten.
Bildrechte: Unsplash/Christian Dubovan

16.09.2019 | 16:50 Uhr Statistik: Jeder dritte junge Sachse armutsgefährdet

Zwei Hände halten mehrere Euro-Banknoten.
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Über ein Drittel der Sachsen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren gilt laut Statistik als armutsgefährdet. Das teilte die Linke-Politikerin Sabine Zimmermann mit. Danach lagen in Sachsen 35,7 Prozent in dieser Altersgruppe unter der sogenannten Armutsgefährdungsschwelle von 937 Euro. Zugrunde gelegt wird das Nettoeinkommen eines Single-Haushalts inklusive Wohngeld, Kindergeld oder anderer Zuwendungen. Wer weniger als diese Summe im Monat zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Bundesweit lag die Armutsgefährdung in der Altergruppe bei 25,6 Prozent und einem Durschnittseinkommen von 1.035 Euro.

Zimmermann erwartet Korrekturen von neuer Landesregierung

"In der erhöhten Armutsgefährdung von Sächsinnen und Sachsen spiegelt sich natürlich das niedrige Lohnniveau des Freistaates wider", erklärte Zimmermann, die als Arbeitsmarkt-Expertin der Linken im Bundestag regelmäßig solche Zahlen abfragt. Es sei völlig kontraproduktiv gewesen, dass der Freistaat jahrelang nicht für gute Arbeit geworben habe, sondern im Gegenteil mit niedrigeren Löhnen. Das müsse die neue Landesregierung korrigieren.

Experten verweisen darauf, dass die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen eine sehr heterogene Gruppe ist. In ihr befinden sich auch Studierende und Lehrlinge, die generell ein geringeres Einkommen haben. Am höchsten ist das Armutsrisiko bei Menschen, die keinen Job haben. 2018 lag ihr Anteil in Sachsen bei 69,6 Prozent. Bundesweit waren es 57,4 Prozent. Insgesamt lebten 16,6 Prozent aller Sachsen mit dem Risiko, von Armut betroffen zu sein. Bundesweit lag Sachsen damit auf dem sechsten Platz.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.09.2019 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2019, 16:50 Uhr

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