Kinder und Jugendliche mit Bunten Plakaten und Transparenten "Kein Planet B" oder "Die Welt verändert sich - warum nicht wir
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Meinungen unserer Nutzer "Proteste gut und wichtig - aber warum streiken die Schüler nicht sonnabends?"

Nach der Berichterstattung zu Fridays-for-future-Demonstrationen und dem Aufruf an MDR-SACHSEN-Nutzer erreichen die Redaktion viele Mails. Die Mehrheit unsrere Nutzer sieht das Engagement der Schüler positiv. Einige kritisieren, dass die Demonstrationen in der Unterrichtszeit stattfinden. Eine Auswahl der Antworten auf die Frage: Wie stehen Sie zu "Fridays for future"?

Kinder und Jugendliche mit Bunten Plakaten und Transparenten "Kein Planet B" oder "Die Welt verändert sich - warum nicht wir
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Susanne Pfeiffer-Sachse (51) aus Geringswalde:

"Ich finde, es wurde längst Zeit, dass die Jugend auf die Straße geht und sich nicht nur für globale Themen einsetzt, sondern auch die Lösung von Umweltproblemen fordert. Abgesehen von der wesentlich verbesserten Optik der Demonstranten - im Vergleich zu Pegida-Anhängern - ist das Thema auch weit wichtiger, als die egoistische Bauchnabel-Beschauung von besorgten Wut-Bürgern! Weiter so, liebe Jugend! Arroganz steht der älteren Generation schlecht zu Gesicht, die sich auch Flugzeugtrips nach Fernost leistet, oft jeden Tag Fleisch verzehrt und Veggie-Days für Unfug hält oder mit dem Auto Kurzstrecken zur nächsten Tankstelle fährt."

Jana Sonntag (26) aus Leipzig:

"Die sollen erst mal überlegen, was sie persönlich tun können. Keine Bestellungen mehr übers Internet, keinen Fahrdienst zur Schule. Und nach Hause und mit der Bahn in den Urlaub. Ob das den Kindern gefallen würde?"

Sabine Wünsch (73) aus Dresden:

"Ja, sie sollen auch in der Unterrichtszeit streiken. Wenn sie es außerhalb der Schulzeit tun würden, würde bei den Politikern beim Thema Umwelt kaum beachtet. Ich wünsche den Kindern Durchhaltevermögen zum Nutzen für sie und unsere Erde."

Herr oder Frau Mathes (61) aus Leipzig:

"Wenn die Schüler im eigenen Leben/Umfeld so sorgfältig und bewusst mit dem Klimaschutz umgehen würden, könnten sie sich ihre Schulschwänzerei am Freitag sparen."

Evelyn Magener (58) aus Finsterwalde:

"Ich finde es gut, wenn sich die Schüler politisch engagieren. Aber wenn man diese Demo auf einen Sonnabend oder Sonntag verlegt hätte, ob dann auch so viele Schüler daran teil genommen hätten? Da würde mich wirklich die Meinung anderer interessieren."

G. Voigtländer (70) aus Dresden:

"Es ist zu sehen dass Kinder wieder für politische Ziele eingesetzt werden und alle freuen sich!"

Ramona Habel (56) aus Oberschöna:

Eine Schülerin trägt ein Stirnband mit der Aufschrift "Macht es wie wir Kinder. Werdet erwachsen" während sie an der "Fridays for Future" - Klimademonstration teilnimmt.
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"Ich finde die Bewegung großartig und ich verneige mich voller Respekt vor der Courage unserer Kinder. Vor dem Mut, die Konsequenzen in Kauf zu nehmen und für die Initiative. Sie leben uns vor, dass es sich lohnt, für Wahrhaftigkeit und Zukunft auf die Straße zu gehen. Ich bin mir sicher, dass wenn sie durchhalten, die Politik zum Handeln bewegen können. Sie sind für viele Ältere, die sich seit langem sehr um Umwelt-und Naturschutz bemühen, ein Hoffnungsschimmer am Horizont! Und ich finde, man soll den jungen Menschen auch den Lernprozess zugestehen, was der Schutz unserer Erde alles bedeutet und dass man dafür auch Verzicht lernen kann und vor allem bessere Lösungen für vieles findet. Denn das haben viele der Älteren bis heute nicht geschafft, weder den eigenen Lernprozess noch die Lösungen.

Monika E. (62) aus Freiberg:

"Es ist nur noch traurig, was in diesem Land passiert. Ohne weitere Worte."

Christel Grundig (59) aus Görlitz:

"Die Sache an sich finde ich gut. Allerdings sollte so etwas nach dem Unterricht stattfinden. Einerseits wird ununterbrochen gejammert, dass zu viel Unterricht ausfällt, andererseits werden Unterrichtsstunden geschwänzt."

Herr oder Frau Auerbach (52) aus Chemnitz:

"Pro Streik, denn den derzeitig Regierenden plus Lobbyisten ist der Gewinn wichtiger als die Umwelt. Auch die Betonkopfe der SED musste man erst die Macht aus den Händen nehmen. DDR-Umweltpolitik war genauso von Kurzsichtigkeit geprägt. Diese Welt benötigt eine bessere Wirtschaftsform als die bisherigen. Und dem Kultusministerium sei gesagt: Was in der letzten Zeit an Bildungsausfall durch Ihre ungünstige Arbeit zustande kam, können in der Gesamtbilanz die Schüler bis Sommer gar nicht verstreiken."

S. Wagner-Schröer (58) aus Erfurt:

"Nein, auf keinen Fall! Warum demonstrieren die Schüler nicht samstags? Warum beginnen die Schüler nicht bei sich selbst? Kein Fast Food, keine neuen Smartphones, keine Billig -"Marken"-Kleidung etc.pp. Ich zahle Steuern, damit die Kids in die Schule gehen und lernen for the future!!!"

Norbert Wacker (54) aus Reichenbach:

"Ich finde es gut. Der Klimawandel schreitet voran und keiner tut eswas, außer Ausreden zu suchen etwas nicht zu machen. Die Jugendlichen kümmern sich nicht um Bezahlbahrkeit. Erst das öffnet den Weg zu echten Lösungen. Die Finanzinteressen stehen nicht mehr im Vordergrund."

Frank Langguth (62) aus Dresden:

"Negativ. Erst sich früh von Mama oder Papa mit einem Diesel-Auto in die Schule fahren lassen, dann für eine bessere Umwelt auf die Straße gehen und den Unterricht fallen lassen. Möchte wissen, wenn die Demos nach dem Unterricht stattfinden würden, wie viele Schüler da noch mitziehen würden?"

Kemba Peters (28) aus Leipzig:

"Ich finde es ist eine unglaublich wichtige Sache, dass die SchülerInnen mit diesen Demonstrationen ein Zeichen setzten. Es ist ihre Zukunft für die sie auf die Straßen gehen und wenn eben diese Zukunft in Gefahr ist, kann die Schule dabei auch nicht mehr helfen. Die Politik muss endlich Konsequenzen ziehen, anstatt leere Reden zu schwingen und Ziele nur des Image Willens zu setzten, anstatt aktiv zu Handeln. Alle Erwachsenen die Gegner von diesen Demonstrationen sind, haben wohl nicht verstanden, dass sie es sind, die die Verantwortung darüber tragen wie ernstlich die ökologische Situation wirklich steht und für den Klimawandel schon viel früher etwas hätten tun sollen. Darum: Weiter so SchülerInnen! Streikt bis eure Zukunft wieder sicher ist und eure Stimmen und Sorgen gehört!!"

Michael S. (44) aus Leipzig:

"Es ist gut und richtig, dass die Schüler auf die Straße gehen, um für eine bessere Welt zu demonstrieren. Die Erwachsenen und Entscheider sind in ihrem Hamsterrad gefangen, wichtige Veränderungen dauern viel zu lange. Die jungen Menschen sind noch nicht so festgefahren. Außerdem ist es ihre Zukunft, die durch gegenwärtige Fehler verbaut wird. Es ist wahr: Was nützt die beste Schulbildung, wenn die natürlichen Ressourcen des Planeten zerstört werden? Ich wünsche mir, dass die Bewegung noch größer wird und Politik und Wirtschaft endlich zum Handeln gezwungen werden.

Jan Leonhardt (43) aus Zschorlau:

"An so einem Tag lernen die Kinder mehr über Demokratie und Engagement für eine so wichtige Sache und dass es sich lohnt, für seine Werte einzustehen. Gebt den Kindern eine Stimme und den benötigten Freiraum. Meine Generation hat versagt."


Marion Schaller (52) aus Radebeul

"Tolles Engagement! Warum gehen die Schüler nicht am Samstag auf die Straße?"


Felix Jähn (21) aus Limbach-Oberfrohna:

"Es ist wichtig Kindern zu zeigen, das man eine politische Stimme hat und man etwas machen kann/sollte, um gegen Ungerechtigkeiten und Probleme auf der Welt vorzugehen. Deswegen muss ich den Kritikpunkt vieler zur Verletzung der Schulpflicht einfach nur ablehnen. Wer sagt, dass die Lehrer nicht mit der gesammelten Klasse oder gar die ganze Schule hingehen kann? So sind es mehr Menschen auf der Straße, wovon der Großteil auch eben Kinder und Jugendliche sind."


Angelika Fleck (65) aus Dresden:

"Ich halte nichts davon. Für die Schüler gibt es eine Schulpflicht. Wenn Lehrer krank sind oder durch den Lehrermangel Stunden ausfallen, gibt es jedes Mal einen Aufstand. Wenn Schüler also unbedingt demonstrieren wollen, dann bitte am Wochenende oder wenn schulfrei ist."


Anja Ehrhardt (46) aus Dresden:

"Ich bin so stolz auf unsere Kinder! Sie haben verstanden, dass wir jetzt handeln müssen und zeigen das sehr deutlich. Die weltweite Dynamik der Bewegung beeindruckt mich sehr und macht mir Hoffnung."


M. Müller (52) aus Markkleeberg:

"Ich sehe das ganze sehr kritisch. Wie wäre es denn, wenn unsere Jugend statt zu streiken, etwas praktisches für den Klimaschutz tut und eher mal auf ein neues Smartphone oder neue Markenklamotten verzichtet? Es wäre auch von Vorteil, mal nicht mit dem Elterntaxi bis vor das Klassenzimmer kutschiert zu werden."


Herr oder Frau Zientek (60) aus Borna

"Negativ. Ich bin gespannt, ob sie dann auch in den Ferien zu Hause bleiben, keine Telefone, keine öffentlichen Verkehrsmittel und Autos mehr benutzen?! Das ist für mich alles inszeniert!"


Willi Lübke (67) aus Leipzig:

"Ich finde es gut wenn Schüler politisch aktiv werden. Mit Schwänzen hat dies nichts zu tun. Kultusminister Piwarz sollte sich für seine Diziplinierungsversuche schämen, ebenso wie einige andere Politiker aus CDU/CSU und FDP. Die Äußerungen von Christian Lindner sind für mich geradezu unverschämt und maßlos arrogant. Ebenso das Geschwätz von unserem Verkehrsminister Scheuer. Wer in diese Kerbe haut fördert die Politikverdrossenheit. Demonstrationen für unsere Interessen bringen nur dann Aufmerksamkeit, wenn sie viele stören und zur "Unzeit" stattfinden. Außerdem gehört die Teilnahme an politischer Meinungsbildung- und Äußerung zu unseren verbrieften Grundrechten. Wir sollten alle mitmachen!"


Detlef Gerecke (72) aus Leipzig:

"Schüler greifen zur Selbsthilfe, und Gnade Gott uns allen wenn die Sache eines Tages vollends aus dem Ruder läuft. Selbstverständlich haben Sie das Recht ihre eigene Zukunft zu sichern."


Horst Zschiesche (69) aus Ebersbach:

"Lehne ich ab. Die Schüler werden instrumentalisiert. Wer streikt gegen Atombomben auf deutschem Boden oder gegen Fr. Merkels Idee einer deutschen Beteiligung an einem Flugzeugträger ? Schüler in die Schule, noch gibt es eine gesetzliche Schulpflicht!"


Frank Hofmann (60) aus Jößnitz:

"Klar sollen Schüler freitags streiken. Lehrer streiken auch wenn Schule ist, damit sie gehört werden. Vor dem Grundgesetz sind alle gleich."

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 15.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 16. März 2019, 11:50 Uhr

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