Ein Mann legt ein Stück Holz in einen Kaminofen, in dem ein Feuer brennt.
Bildrechte: dpa

Umweltschutz Richtiges Heizen im Kaminofen

Alte Kaminöfen, die zwischen 1985 und 1994 installiert wurden, müssen bis Ende nächsten Jahres einen Nachweis erbringen, dass sie die Grenzwerte einhalten. Ist dies nicht der Fall, müssen sie mit Staubfiltern nachgerüstet werden - oder sie müssen zum Schrott. In Sachsen sind schätzungsweise zwischen 5.000 und 10.000 Feuerstätten betroffen. Was sollten Kaminofen-Besitzer beachten?

Ein Mann legt ein Stück Holz in einen Kaminofen, in dem ein Feuer brennt.
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Ist Heizen im Kaminofen gesundheitsschädlich?

Holz gilt zwar als klimaneutral, doch beim Holzverbrennen entstehen gesundheitsschädliche Stoffe, manche davon sind stark krebserregend. Seit 2015 gelten deshalb auch neue Grenzwerte für Schadstoffe, die in der Bundesimmissionsschutzordnung geregelt sind.

Welche Kaminöfen sind betroffen?

Alte Öfen, die die Grenzwerte nicht einhalten, müssen bis zum Jahresende 2020 mit Filteranlagen nachgerüstet werden oder sie müssen entsorgt werden. Das betrifft Modelle der Baujahre 1985 bis 1994. Die Schadstoffmessung nimmt ein Schornsteinfeger vor.

Wo man sich zur Filternachrüstung für viele Typen von Kaminöfen informieren kann:

Gibt es Ausnahmen?

Kachelöfen sind von der Regelung ebenso wenig betroffen wie Küchenherde und Badeöfen. Auch Öfen, die die einzige Heizquelle im Raum sind, sind von der Verordnung ausgenommen.

Wie werden Kaminöfen richtig bedient?

Um die Feinstaubbelastung durch Kamine gering zu halten, sollten die Öfen richtig bedient werden. Als Brennstoff ist ordentlich abgetrocknetes und naturbelassenes Scheitholz geeignet. Der Brennstoff muss zum Ofen passen und die Feuerstätte gereinigt sein. Wenn der Feuerraum verrußt ist, kann die Feuerraumtemperatur unter Umständen nicht hoch genug steigen oder es kommt nicht genügend Luft an.

Das Feuerholz sollte aus der Region stammen, um lange Anfahrtswege zu vermeiden.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 29.01.2019 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2019, 15:54 Uhr

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9 Kommentare

30.01.2019 14:35 Heizer 9

Der Link "Datenbank zur Nachrüstung" ist falsch!! Ihr Link zeigt nur die HKI Liste der Ofenhersteller von L bis Z die KEINEN Filter benötigen. Es gibt aktuell nur einen Filterhersteller- und der kommt aus der Schweiz und hat das Patent darauf! Schön das wir die Schweiz wirtschaftlich mit einem unsinnigen, völlig überteuertem Filter unterstützen! Sobald die Öfen nicht mehr als Müllverbrennungsanlagen benutzt werden, erledigt sich auch die "Filter" Diskussion- denn was soll der Filter dann filtern? Bei einer guten Verbrennung mit einem vernünftigen Wirkungsgrad, bleibt nix zu filtern! Die ganze Diskussion haben wir nur den Müllverheizern zu verdanken.

30.01.2019 07:23 Silvio 8

Hier werden mal wieder aus Mücken Elefanten gemacht. Wie hoch ist den der Nutzen für die Umwelt? Welchen Anteil an der deutschlandweiten (weltweiten) Belastung haben denn diese Öfen? Die Wirtschaft wird natürlich angekurbelt. Wenn ich einen modernen Ofen falsch feuere oder zu feuchtes Holz verwende, sind dessen Abgaswerte auch schlechter als bei den älteren Modellen. Wenn diese Öfen in Masse überhaupt eine Rolle spielen würden, gäbe es sie eigentlich gar nicht mehr. Ein viel benutzter Ofen verschleisst nämlich auch. Nach 10 Jahren intensiver Nutzung ist der dann nämlich hinüber. Diese Sache so exorbitant aufzubauschen ist genau so unsinnig wie die Behauptung, dass die Angler für den Rückgang der Fischbestände verantwortlich sind. Dieses Land ist dermaßen überreguliert, dass es sich demnächst selbst verbieten wird.

30.01.2019 00:11 Maxmoritz 7

Steuerfrei heizen? Das geht schon gar nicht. Eine Abgabe muss schon sein! NO2 , Feinstaub, CO2, da wird sich schon was finden lassen...

29.01.2019 20:22 Horst 6

@ 29.01.2019 18:30 D.o.M. 1

Welche Enteignungswelle(n) gab es denn vorher? Und wieso Enteignung: Einen Nachweis erbringen oder eine Nachrüstung haben doch nun so gar nichts mit einer Enteignung zu tun.

Ansonsten: Die ach so armen Autofahrer zeigen doch immer auf anderen Quellen von Schadstoffen und behaupten, dass gegen die nichts unternommen wird.

29.01.2019 20:19 Jora 5

Wie sieht es mit den Forster Heizkesseln aus, wenn man nur trockenes Holz heizt?

29.01.2019 20:00 Fakt 4

>>D.o.M., #1:
"Die nächste Enteignungswelle rollt...."<<

Nö. Die müssen nur entsprechend nachgerüstet werden und die Grenzwerte einhalten. Ansonsten dürfen sie nicht mehr betrieben werden - behalten darf der Eigentümer den Schrott als nicht funktionierendes Dekostück sicherlich, wenn er denn Wert darauf legt.

29.01.2019 19:40 gerd 3

Wenn die DUH mit dem Diesel fertig sind nehmen die sich die Festbrennstoffheizungen vor jede Wette darauf mit freundlicher Unterstützung des Staates dem es schon lange ein Dorn im Auge ist ,das die Oft Steuerfreie Beschaffung und Verwertung der Brennstoffe ihm nichts einbringt .

29.01.2019 19:10 beyer 2

@29.01.2019 18:30 D.o.M.
Es betrifft nur die Luxusheizquelle. Ist der Ofen die einzige Heizquelle im Raum gibt es keine Vorschriften.

29.01.2019 18:30 D.o.M. 1

Die nächste Enteignungswelle rollt....

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