Deutsche Bahn Künstliche DNA soll künftig Kabeldiebe abschrecken

Im Kampf gegen die zunehmenden Diebstähle von Oberleitungen und Kupferkabeln will die Deutsche Bahn künftig verstärkt sogenannte künstliche DNA einsetzen. Die Konzernsicherheitschefin für die Region Ost, Susanne Kufeld, sagte am Montag, mehrere hundert Kilometer Strecke in Ostdeutschland und in Nordrhein-Westfalen seien bereits mit dem Stoff markiert worden. Erkennbar wird die Markierung der Kabel unter ultraviolettem Licht, das Diebesgut lasse sich dadurch gerichtsverwertbar zuordnen.

Risiko für Diebe steigt stark an

Der Leiter der Bundespolizeiinspektion Leipzig, Jörg Schulz, versprach, das Risiko, von der Polizei gefasst zu werden, werde sich nun stark erhöhen. Die Markierung soll sich auf die Haut und Kleidung der Diebe übertragen. "Das erleichtert uns stark das Wiedererkennen von Werkzeugen, Tätern und gestohlenem Buntmetall", erläuterte Schulz, in dessen Direktion 320 Polizisten im Dienst sind. Der Hersteller der Flüssigkeit, ein brandenburgisches Unternehmen, verspricht, die Markierungen seien nicht giftig und veränderten auch nicht das Erbgut. Es sei aber "nahezu unmöglich", den Stoff wieder vollständig zu entfernen, wenn er erst einmal auf die Haut oder die Kleidung gelangt sei.

Diebstähle haben sich mehr als verdoppelt

Nach Angaben der Bahn haben sich bis September in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 420 Kabeldiebstähle ereignet, mehr als dopplet so viele wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Laut Kufeld machen dem Unternehmen vor allem die hohen Folgekosten der Diebstähle zu schaffen. Wenn Buntmetall im Wert von 100 Euro gestohlen werde, mache die Bahn schnell mehrere hunderttausend Euro Schadenersatz geltend. Für das Jahr 2010 gibt das Unternehmen eine Schadenssumme von rund zehn Millionen Euro für das Bundesgebiet an. Nimmt die Polizei Täter fest, ermittelt sie in zahlreichen Fällen nicht nur wegen des Diebstahls, sondern auch wegen "gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr", was mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren geahndet werden kann. Wie die Konzernsicherheitschefin berichtete, wird allerdings nur etwa jeder fünfte Dieb gefasst. Als Täter würden 70-Jährige ermittelt, die sich "ihre Rente aufbessern wollen", ebenso Diebesbanden aus Osteuropa oder Drogenabhängige.

Zuletzt aktualisiert: 31. März 2015, 13:50 Uhr

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2 Kommentare

22.11.2011 11:34 Enrico Pelocke 2

Wer die Bahn schädigt, soll empfindlich bestraft werden und vollen Schadenersatz leisten. Notfalls durch Zwangsarbeit. Wer so skrupellos ist und inkauf nimmt, daß die Reisenden auf der Strecke bleiben und nicht ans Ziel kommen, hat keine Gnade verdient.

21.11.2011 19:58 Hans Brakhage 1

Diese Diebstähle sind nur zu einem kleinen Teil die Folge von Verarmung immer größerer Bevölkerungsgruppen. Es ist vor allem die gewachsene brutale Verantwortungslosigkeit und Gewinnsucht, die uns unsere "Eliten" aus Politik - Volksvertretungen und Wirtschaft vorleben, die zu solchen Straftaten führt. Das aber darf es nicht negieren oder sogar entschuldigen, die Täter müssen mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden.