20.02.2020 | 13:23 Uhr Sachsen startet in närrisches Wochenende

In den sächsischen Karnevalshochburgen sind die Narren los. Mit der Weiberfastnacht am Donnerstag haben die tollen Tage begonnen, die am Aschermittwoch enden. Vor allem in den kleineren Städten und Orten werden Zehntausende Schaulustige bei den Umzügen erwartet.

Radeburg wird zur Hauptstadt des Karnevals

Die größte Karnevalsparty ist der "Rabu" in Radeburg bei Dresden. In die Stadt mit rund 7.300 Einwohnern lockt es alljährlich bis zu 50.000 Schaulustige. Sie kommen aus der gesamten Region. Am dreistündigen Umzug am Karnevalssonntag werden dieses Jahr voraussichtlich 66 Umzugswagen teilnehmen. Nach Angaben der Organisatoren sind Motive politischer Ereignisse auf den Wagen nicht beliebt.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Menschen damit nicht belästigt werden wollen. Sie sind von Politik genervt.

Olaf Häßlich, Vorsitzender Radeburger Carnevals-Club dpa

MDR SACHSEN überträgt live

Am Rosensonntag wird der Mitteldeutschen Rundfunk live aus Radeburg berichten. Der Umzug wird von 14:15 bis 16:15 Uhr im Internetlivestream übertragen. Silvio Zschage moderiert.

Festzelt auf dem Marktplatz

Auf schlechtes Wetter haben sich die Radeburger Veranstalter vorbereitet. Der gesamte Marktplatz wurde überdacht. Unter dem großen Zeltdach findet am Sonnabend die "Remmidemmi"-Party statt und am Freitag die bereits ausverkaufte "Megaparty".

Karnevalsprinzessin und Prinzen-Sänger in Leipzig

"Ernsthafte politische Themen sind selten", sagt auch die Vize-Präsidentin des Förderkomitees Leipziger Karneval, Cathleen Keller. Das Komitee rechnet beim Umzug am Sonntag wie in den Vorjahren mit etwa 30 Motivwagen und rund 10.000 Zuschauern in der Innenstadt.

Auf dem Markt wird  "Löwin Laila", die Leipziger Version einer Karnevalsprinzessin, Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel die diesjährige "Goldene Rose" übergeben. Die karnevalistische Auszeichnung wird alljährlich an Persönlichkeiten oder Gruppen verliehen, die den Namen der Messestadt überregional positiv in die Welt getragen haben. Cathleen Keller teilte Radio Leipzig mit, dass der Prinzen-Sänger großes Engagement für seine Heimstadt gezeigt habe. Krumbiegel organisiert unter anderem das jährliche Konzert "Leipzig zeigt Courage".

Wittichenau blickt auf eine lange Tradition

Seit 1706 wird im sorbisch geprägten Wittichenau Karneval gefeiert. Es ist die 314. Karnevals-Saison in der Oberlausitzer Kleinstadt.

Fast jede Garage, Scheune oder auch andere Gebäude verwandeln sich während der tollen Tagen in Freiluftbars. Der Umzug zum Weiberfasching am Sonnabend gehört den Frauen. Am Rosenmontagsumzug strömen dann bis zu 10.000 Gäste in die Kleinstadt, die auch den sorbischen Namen Kulow trägt. Rund 30 Karnevalswagen rollen durch die Straßen, begleitet von etwa 2.000 Karnevalisten. Die Umzugswagen werden zuvor "künstlerisch" abgenommen. Es sei schon vorgekommen, dass Wagen für den Umzug nicht zugelassen wurden.

Das ist keine Zensur, aber wenn Sprüche gar zu derb ausfallen, dann geben wir einen Hinweis.

Mathias Glaab vom Wittichenauer Karnevalsverein dpa

Karneval als gesellschaftlicher Spiegel

Der "Verband Sächsischer Carneval" ist im vergangenen Jahr leicht von 180 auf 185 Mitgliedsvereine gewachsen. In ihnen sind rund 25.000 Karnevalisten organisiert. Verbandssprecher Michael Rohde schätzte die Zahl der Vereine in Sachsen jedoch deutlich höher. Viele von ihnen hätten sich dem Verband bisher nicht angeschlossen. Rohde zufolge hat Politik beim Karneval durchaus seinen Platz. Es sei auch dessen Sinn, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten.

Quelle: MDR/soe

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2020, 13:23 Uhr