Eine Ärztin untersucht den Mundraum eines Mädchens
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Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit Fast jedes dritte Kind in Sachsen chronisch krank

Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen - in Sachsen leiden viele Kinder und Jugendliche an chronischen Erkrankungen. Das zeigt eine Studie der Krankenkasse DAK. Unterschiede gibt es zwischen Stadt und Land. Viele Mädchen und
Jungen klagen auch über Rückenschmerzen.

Eine Ärztin untersucht den Mundraum eines Mädchens
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In Sachsen ist fast jedes dritte Kind körperlich chronisch krank. Das geht aus einer Studie der DAK-Gesundheit hervor, die in Dresden vorgestellt wurde. Am häufigsten sind demnach Neurodermitis und Asthma, gefolgt von Heuschnupfen und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes. Jungen seien etwas häufiger betroffen als Mädchen. Die Universität Bielefeld hatte die Versichertendaten der DAK von rund 15.000 Kindern aus dem Jahr 2016 im Freistaat ausgewertet.

Das sind Erkrankungen, die eine bedeutende Beeinträchtigung des Alltags für Kinder und Eltern mit sich bringen können.

Christine Enenkel Leiterin der DAK-Landesvertretung Sachsen

Kinder- und Jugendreport Gesundheit der DAK
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Chronische Leiden sind in Sachsen häufiger als im Bundesdurchschnitt. Das liegt vor allem an Neurodermitis (plus 48 Prozent) und Heuschnupfen (plus 34 Prozent). Depressionen (minus 13 Prozent) werden im Freistaat dagegen seltener festgestellt als im bundesweiten Schnitt. Laut der Studie sind neun von zehn sächsischen Mädchen und Jungen mindestens einmal im Jahr beim Arzt oder im Krankenhaus.

Rund sieben Prozent der Mädchen und Jungen ab dem zwölften Lebensjahr klagen der Studie zufolge über Rückenschmerzen. Das seien überraschend viele, sagte Julian Witte von der Universität Bielefeld, die mit der Studie beauftragt wurde.

Stadtkinder anders krank als Landkinder

Insgesamt gebe es zwischen Stadt- und Landkindern große Unterschiede. Stadtkinder litten häufiger unter Viruserkrankungen, Zahnkaries oder Depressionen, Landkinder hingegen häufiger unter Heuschnupfen. Auf dem Land würde auch mehr Geld für Arzneimittel ausgegeben als in der Stadt. Dies sei insbesondere auf mehr Verschreibungen von Antibiotika unter Landkindern zurückzuführen, so die Krankenkasse.

Kinder- und Jugendreport Gesundheit der DAK
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Krankenkasse will Prävention ausweiten

"Aus chronisch kranken Kindern werden chronisch kranke Erwachsene", sagte Christine Enenkel von der DAK. Die Ergebnisse der Studie machten betroffen. Daraus erwachse eine Aufgabe. Die Krankenkasse wolle unter anderem ihre Präventionskampagne "fit4future" für mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Stressbewältigung ausweiten. Das Programm läuft derzeit an 105 Grund- und Förderschulen und erreicht rund 16.000 Schülerinnen und Schüler in Sachsen.

Wie wurde die Studie erstellt? Für die repräsentative Studie der Universität Bielefeld wurden der Krankenkasse zufolge Behandlungsdaten aus dem Jahr 2016 von fast 15.000 sächsischen Mädchen und Jungen im Alter von null bis 17 Jahren ausgewertet. Dabei wurden 14 verschiedene Erkrankungen berücksichtigt, die potenziell einen chronischen Verlauf nehmen können.

Quelle: MDR/kb/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL| 14.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 15. März 2019, 11:16 Uhr

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10 Kommentare

15.03.2019 22:28 Coco 10

Zu meinem vorherigen Beitrag. Die Umweltgifte (Strahlungen, Lösungsmittel, usw.) darf man natürlich auch nicht außer Acht lassen in diesem Bezug.
Da ist natürlich auch die Politik und Industrie gefragt.

15.03.2019 22:12 Coco 9

Ich sehe es auch mit Sorge, dass die chronischen Erkrankungen immer mehr zunehmend sind. In den westlichen Ländern stärker als in den sogn. Entwicklungsländern.
Ich denke, dass da verschiedene Faktoren zusammen kommen. Man darf nicht nur die Ernährungssituation (Fastfood, Fertigprodukte, raffinierter Zucker, etc.) die Freizeitgestaltung (Fernsehen, Computer, u.v.m.) und Erziehung sehen, sondern sollte sich wirklich auch dem Thema Impfung (Eingriff in den Körper) widmen. Diese Überlegung, den Aspekt mit einzubeziehen, finde ich nicht verkehrt.
In über 40 Jahren Ausweitung der Impfprogramme wurden die Kinder nicht gesünder. Gute Informationen findet man z. B. auf der Website des Vereins der Ärzte für individuelle Impfaufklärung.
Als in der DDR geborenes Kind erhielt ich auch alle vorgegebenen Impfungen. Aber es waren nicht so viele aufeinmal und nicht gegen so vieles. Auch da gab es schon Zwischenfälle oder Auffälligkeiten, nur wurde es nicht breit getragen.

15.03.2019 11:28 mattotaupa 8

@#2: wie bringen sie jetzt mcdoof, was es ja eher in der stadt gibt, mit 7% mehr adipositas auf dem land zusammen? @#1: lebenserwartung 1950: 64,6 (m) / 68,5 (w) 1990: 72,6 (m) / 79 (w) 2015: 78,4 (m) / 83,4 (w) ... sicher, daß eine um fast 20 jahre geringere lebenserwartung nach dem krieg gegenüber heute geborenen ein merkmal eines gesünderen lebens ist? "Spielen, Sport, Wandern u s w . die Kinder werden jetzt schon kaputt gemacht in diesem Staat." spielen, sport und wandern macht die kinder kaputt? werd wohl meine kinder beim sport abmelden und spielen untersagen müssen, damit sie ein gesünderes kürzeres leben haben? @#3: 1. die meldung sagt nichts darüber aus, ob die impfquote sinkt oder steigt 2. die meldung sagt nichts dazu aus, ob die zahl der erkrankungen sinkt oder steigt 3. die meldung sagt niths dazu aus, ob die registrierung der erkrankungen besser oder schlechter oder einfach zentraler (ddr hatte keine online-meldungen) erfolgt

15.03.2019 11:28 Nachdenker 7

Ach, Daniela - alle durchgeimpften DDR Kinder hätten massiv chronische Krankheiten haben müssen. Erlebten Sie mal einen 17-jährigen Gymnasiasten, der an Masern starb weil er NICHT geimpft war? Lernschwierigkeiten führe ich auf massiven Konsum von Medien (Smartphones, Tablets, Fernsehen etc.) zurück. Wer nicht anständig sprechen lernt, wer nicht bewegt wird, nicht ausreichend Schlaf hat (im Schlaf werden Neuronen vernetzt) etc.pp. der hat eben Lernschwierigkeiten. Ich hatte noch bis Samstags Unterricht, war Gott sie Dank durchgeimpft, ich las, spielte Klavier, hatte Freunde - Lernschwierigkeiten gab es in meiner Klasse nicht. Und wenn jemand nicht so gut in Mathe war, dann war das "normal", denn nicht jedes Kind ist überall gleich begabt. Dann lernte man gemeinsam und dann waren wir draußen! Auch beim freien Spielen lernt man! Kinder heute sind restlos überfordert (u.a.Helikopter Eltern). Durchimpfen hat nichts mit Lernbehinderung zu tun!

15.03.2019 11:10 annerose will 6

@2: man kann Ihnen nur beipflichten. Sehr seltsam finde ich diese Erkrankungszunahme, wo doch die Umweltbelastungen grundsätzlich um Größenordnungen gegenüber DDR-Verhältnissen abgenommen haben. Gesamtgesellschaftlich läuft hier einiges in die falsche Richtung, man sollte wieder ich sag mal etwas traditionellere Formen der Kindererziehung in Familie und Gesellschaft fördern. Aber das passt den momentan maßgebenden Politikern und Parteien nicht.

15.03.2019 11:10 peter 5

Das ist sehr beängstigend und auch nicht normal.
Ursachen wurden in schon gemachten Beiträgen reichlich genannt.
Die vielfältigen negativen Einflüsse in unserer Gesellschaft sind leider speziell für Kinder sehr spannend und ihre Folgen schwer einzuschätzen.
Dies ist ein gesellschaftliches Problem und sehr schwer bzw. garnicht zu lösen!
Sehr traurig das Ganze!!!

15.03.2019 11:06 Zeitgeist 4

Nachtrag zu meinen ersten Kommentar
Ich denke unsere Sachsen - Politiker der letzten 20 Jahre in Amt, viel Geld und nicht immer beste Wahl tragen auch hier einen kleinen Anteil mit dran.
Zeit MEZ: 11:04 Uhr.

15.03.2019 10:09 Daniela 3

Komischer Weise nehmen in einem Bundesland mit der höchsten Durchimpfungsrate in Deutschland auch die chronischen Erkrankungen stärker zu als der Gesamtdurchschnitt (der in den letzten 40 Jahren sowieso zunimmt). Sollte man da nicht mal auch auf dieses Thema eingehen? Gerade, weil auch ganzheitlich ausgerichtete Kinderärzte, aber auch pharmaunabhängige Wissenschaftler Alarm schlagen, dass unter der derzeitig empfohlenen Impfstrategie (immer mehr, immer zeitiger) chronische Krankheiten, Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten stark zugenommen haben und weiter zunehmen werden.
Man darf nicht nur ein Augenmerk auf Ernährung, Umgebung und Bewegung haben!
Auf dem Land waren die Kinder schon immer anders ernährt und in Bewegung als in der Stadt.

15.03.2019 09:51 Ossi 2

Da fallen mir spontan viele Ursachen ein:
Glyphosat, Fernsehen, Whatsapp, Facebook, MCDoof, Crystal, keinen Schritt mehr laufen wollen, überforderte unfähige Eltern.... etc.

14.03.2019 17:49 Willy 1

man sollte sich einfach mal Fragen warum waren wir nicht so krank die nach dem Krieg gleich geboren wurden , und jetzt die Kinder bei weitem mehr krank sind,
ursachen auch mit der lange Schulweg, Händy. computer, Fernsehen, falsche Ernährung und vieles noch mehr dazu, wir haben bedeutent gesünder gelebt auch wenn wir vieles nicht hatten, Spielen, Sport, Wandern u s w . die Kinder werden jetzt schon kaputt gemacht in diesem Staat.

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