Smartphone Kinderschutz-Apps im Test

Was machen der Nachwuchs mit dem Smartphone? Das fragen sich sicher viele Eltern und hätten gerne ein Auge auf die Aktivitäten ihrer Kinder im Netz. Das ist mit sogenannten Kinderschutz-Apps möglich. Was sie können und welche Anwendungen sinnvoll sind, hat sich die Stiftung Warentest genauer angesehen.

Mädchen mit Smartphone
Laut der neuesten Studie des Telekommunikationsbranchenverbandes Bitcom hat die Hälfte der Kinder zwischen sechs und neun Jahren ein Smartphone. Bildrechte: imago / westend61

Die Stiftung Warentest hat kürzlich verschiedene Kinderschutz-Apps untersucht. Sie alle eint ihre Funktionsweise: Die App wird zum einen auf dem Smartphone des Kindes installiert, aber auch auf dem Smartphone der Eltern. In der App und auch über PC oder Laptop können die Eltern dann schauen, was ihr Kind so mit dem Handy anstellt, erklärt Simone Vintz von der Stiftung Warentest: "Die Kinder selber sehen von den Kinderschutz-Apps gar nicht so viel - außer sie möchten eine App installieren, die sie nicht installieren können, oder die Bildschirmzeit ist abgelaufen."

Nur altersgerechte Inhalte anzeigen lassen

Bei solchen Apps sind die meisten Grundfunktionen gleich. Eine der wichtigsten Funktionen ist das Blockieren von nicht altersgerechten Internetseiten und Apps - also Anwendungen, die beispielsweise Sex, Gewalt oder Waffen zeigen. Solche problematischen Inhalte landen auf der sogenannten "Blacklist" - einer Ausschlussliste. Andersherum wird oft auch eine sogenannte "Whitelist" angeboten – hier stehen Internetseiten drauf, die explizit für Kinder erlaubt sind. Eltern können die Listen selbst verwalten.

Bildschirmzeit verwalten

Spielen, chatten, soziale Netzwerke - schnell verbringen Kinder und Jugendliche mehrere Stunden vor dem Smartphone ohne es zu merken. Viele Apps bieten die Funktion, die Bildschirmzeit zu beobachten und zusätzlich auch limitieren zu können. Eltern und Kinder können also nachschauen, wie viel gespielt oder gesurft wurde. Nimmt die Nutzung überhand, können Eltern mit einigen Klicks die Smartphone-Zeit einschränken.

Ein Kind spielt unter der Bettdecke mit einem Smartphone
Eltern können mit Kinderschutz-Apps auch die Nutzungszeit des Smartphones einschränken. Bildrechte: imago images/Panthermedia

Standort anzeigen lassen

Dazu bieten solche Apps auch eine Standort-Verfolgung an. Eltern können also genau sehen, wo sich das Smartphone des Kindes befindet - und so in der Regel auch ihr Kind selbst. Die Standortverfolgung funktioniert über GPS. Simone Vintz von der Stiftung Warentest erklärt: "Die Eltern bekommen auf einer Karte angezeigt, wo das Kind ist. Bei manchen Apps kann man auch ein Gebiet festlegen, also einen Kreis auf der Karte ziehen und sagen, wenn das Kind diesen Bereich verlässt, bekommen die Eltern eine Nachricht."

Allerdings sollten Eltern mit ihren Kindern über die Funktion sprechen, raten Pädagogen und die Tester. "Den Standort des Kinder zu verfolgen, ohne dass das Kind das weiß, geht gar nicht", meint Vintz. "Man muss natürlich mit dem Kind gemeinsam überlegen: Was ist sinnvoll zum Schutz des Kindes? Und es muss damit einverstanden sein. Nur dann ist eine Standortverfolgung in Ordnung." Außerdem könne so die Medienkompetenz der Kinder gefördert werden.

Pädagogische Hinweise

Dafür ist es aber wichtig, dass solche Apps den Eltern auch pädagogische Hinweise geben. Das machen nicht alle angebotenen Apps, der Testsieger bei Stiftung Warentest "Salfeld Kindersicherung" aber schon. Das bedeutet, dass die Anwendung auch Ratschläge für Eltern bereit hält, zum Beispiel wie die App anzuwenden ist und worauf man auch als Erwachsener achten sollte.

Von gratis bis 50 Euro im Jahr

Viele Apps sind kostenlos in den App-Stores von Android und Apple erhältlich - für einige müssen Eltern zahlen. Bei der Salfeld-App sind es pro Jahr knapp 20 Euro, es geht aber auch deutlich teurer. Die Stiftung Warentest kommt zu dem Urteil: "Kostenlos und gut bis sehr gut funktionieren die Kinderschutz-Programme von Google - mit der App Family Link - und Apple, integriert ins Betriebssystem iOS. Ein guter Filter, um ungeeignete Webseiten zu blockieren und geeignete Seiten (Black- und Whitelist) freizugeben, ist die Gratis-App JusProg."

Fan macht Foto mit Handy von Musikerin, brasilianische Band Thrash-Metal-Band Nervosa 4 min
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Quelle: MDR/as/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.09.2020 | 10:15 Uhr

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