Pandemie-Eindämmung Kretschmer verlangt von Bundeswehr und Polizei Hilfe für Gesundheitsämter

Ein Mann in einem Ganzkörperanzug und ein Bundeswehrsoldat und ein Auto sind in dem sogenannten Corona-Test-Drive-In in Gera zu sehen.
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Ministerpräsident Michael Kretschmer
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist für Amtshilfe der Bundeswehr und Hilfe von Landesbeamten für die Gesundheitsämter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verlangt, im Kampf gegen das Coronavirus mehr Bundeswehrsoldaten in den Gesundheitsämtern einzusetzen. In der "Bild am Sonntag" (BamS) verwies er auf die starke Zunahme von Neuinfektionen. Es müsse damit gerechnet werden, dass sich die Zahl im Drei- oder Vier-Tages-Rhythmus verdoppele.

Ohne die Hilfe von Bundeswehr-Soldaten oder von Landesbeamten wären die Gesundheitsämter bei der Kontakt-Nachverfolgung schnell überlastet. Dann könnten Infektionsketten nicht mehr unterbrochen werden.

Da muss die Bundeswehr stärker eingebunden und Mitarbeiter aus den Landesministerien abgeordnet werden. Die Polizei muss den Ordnungsämtern bei der Kontrolle der Maßnahmen helfen.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Gesundheitsämter brauchen mehr als 10.000 Helfer extra

Nach BamS-Recherchen arbeiten derzeit 1.200 Soldaten in den Gesundheitsämtern. Die benötigten nach Aussage von Kanzleramstchef Helge Braun mehr als 10.000 Helfer zusätzlich.

Ein Sanitäter mit Armbinde verfolgt in der Marineschule Mürwik die Vereidigung von Marine-Offiziersanwärter.
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Die Bundeswehr kann über Amtshilfeverfahren in den Ländern und Kommunen zum Einsatz kommen. Die Kapazitäten des Heeres beschrieb Generalinspekteur Eberhard Zorn im Gespräch mit dem MDR: "Wir haben insgesamt 15.000 Soldaten als sogenannte helfende Hände. Hinzu kommen noch 17.000 Soldaten, die aus dem Sanitätsdienst kommen - also für die medizinische Unterstützung."

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 18.10.2020 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.10.2020 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

23 Kommentare

Mediator vor 5 Tagen

Mensch Meier, sie kritisieren doch gar nicht sondern wollen nur ein wenig Stimmung aus der blaubraunen Ecke gegen zwei Berliner Bezirke machen, die wahrscheinlich in ihrer Sprache und in ihrer vereinfachten Denke 'linksgrünversifft" sind und deshalb ihre Bürger angeblich lieber verrecken lassen als die Hilfe der Bundeswehr anzunehmen. Fakt ist aber, dass hunderte von Kommunen ihre Probleme im Rahmen der Kontaktnachverfolgung usw. auch völlig ohne Hilfe der Bw gelöst kriegen.

Mediator vor 5 Tagen

Was soll denn bitte "politisch korrekt" daran sein die Hilfe durch die Bundeswehr abzulehnen? Bei der Bundeswehr handelt es sich ja schließlich nicht um irgendwelche Rechtsextremisten wie man sie in gewissen Parteien und ihrer Jugendorganisation gerne findet. Solche Leute würde ich dann tatsächlich nicht in ein Gesundheitsamt einladen. Am Ende kommen die dann nur telefonisch bei Adolf Hilmer und nicht bei Bilal Eroglu durch um ihn vor einer Coronainfektion zu warnen.

OB eine Kommune die Hilfe der Bundeswehr anfordert hängt in aller erster Linie davon ab, OB diese Kommune das Krisenszenario ohne die Bundeswehr nicht bewältigen kann. Wenn man es auf die Goldwaage legt, dann ist Amtshilfe durch die Bundeswehr überhaupt erst dann zulässig, wenn man selbst oder andere für diesen Fall vor geplante Kräfte (Feuerwehr Rotes Kreuz, THW usw.) die geforderte Fähigkeit nicht besitzen oder aktuell nicht ausreichend erbringen können.

ralf meier vor 5 Tagen

@Mediator: Sie sagen es. ' Telefonieren und einen Fragebogen am Telefon abarbeiten ist kein Hexenwerk.'

Nur darum geht es doch im Hilfeersuchen an die Bundeswehr. meine Kritik richtet sich ausschließlich an diejenigen, die das aus den genannten Gründen ablehnen

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