Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, kommt am zur Fortsetzung der Sondierungsgespräche zwischen SPD, CDU und CSU im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin.
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Asylstreit bei CDU/CSU Kretschmer: Zurückweisung an der Grenze ist notwendig

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kann den Streit um die Zurückweisung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze nicht nachvollziehen. MDR SACHSEN hat mit ihm gesprochen.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, kommt am zur Fortsetzung der Sondierungsgespräche zwischen SPD, CDU und CSU im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin.
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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kann den Streit um die Zurückweisung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze nicht nachvollziehen. Im Gespräch mit MDR SACHSEN sagte er: "Ich denke, da ist jetzt von vielerlei Seite Bewegung notwendig. Ich will auch noch mal sagen, ich kann im Kern diese Diskussion nicht verstehen." Die Fragen, die jetzt aufgeworfen werden, seien alle klärbar. Im Wesentlichen lägen die Lösungen auf der Hand.

Jemand, der eine Wiedereinreisesperre hat, muss an der Grenze abgewiesen werden, sonst braucht es dieses Instrument auch nicht.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Weiter fügte Kretschmer an: "Wir können auf Grenzkontrollen nur verzichten, wenn die EU-Außengrenzen sicher sind. Allerdings waren sie das nicht. Deshalb haben wir diesen großen Flüchtlingsstrom gehabt."

In diesem Zusammenhang plädiert Kretschmer auch dafür, dass so wie im Dublin-Verfahren vorschrieben stets das Land für das Asylverfahren zuständig ist, wo der Flüchtling seinen ersten Antrag stellt. "Man muss das realistischer sehen, als man es 2013 und 2015 gesehen hat. Obwohl es zwar Länder geben wird, wo sehr viele ihren Antrag stellen, ist es keine Lösung zu sagen: Wir verzichten auf dieses Instrument und alle Flüchtlinge kommen einfach nach Deutschland."

Es sei klar, dass Länder wie Italien, Griechenland und Spanien nicht die ganze Last tragen könnten. Er stehe deshalb auch an der Seite von pragmatischen Lösungen. "Neben der Zurückweisung an der deutschen Grenze müssen wir uns auch stärker bei der Sicherung der EU-Außengrenzen engagieren", sagte Kretschmer.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 15.06.2018 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2018, 19:29 Uhr

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32 Kommentare

17.06.2018 18:57 mare nostrum 32

@ 30

Darum gibt es 2019 zur eine Möglichkeit - weder AfD wählen noch diese braun gefärbte CDU.

17.06.2018 14:07 Helga 31

ja inzwischen s. 3 Jahre vergangen , sinnlos diese Diskussion.

17.06.2018 10:22 Saxe 30

Ich finde das unser landesvater schon ganz schön nach rechts abgerutscht ist in seinen Standpunkten.
Wenn ich im Herbst 2015 solche Positionen vertreten hätte wäre ich sicher als Nazi beschimpft und verurteilt worden.
Darum gibt es 2019 zur eine Möglichkeit - gleich AfD wählen und nicht diese braun gefärbte CDU

16.06.2018 10:24 Günter Kromme 29

Herr Kretschmer hat es bitter nötig zwischen den Fronten zu pendeln, denn ihm sitzt die AfD im Nacken und die ist bekanntermaßen kein Freund von Merkel. Allerdings glaube ich auch das sich Deutschland inzwischen derart disqualifiziert hat das die Flüchtlingsfrage nicht mehr von Deutschland gelöst wird sondern von den Frontstaaten im Süden und Osten. Und dabei werden nationale Lösungen dominieren.

15.06.2018 22:48 Buergerx 28

@15mare nostrum: glauben Sie mit Ihren elitären eloquenten Palaber können Sie mich beeindrucken? Und was Sie alles wissen: "Die Frage ist - und das ist Ihnen bewusst entfallen" bewusst also, sind Sie sich da sicher? Es denkt nicht jeder so wie Sie hocheuropäisch. Akzeptieren Sie einfach, dass riesige Bevölkerungsschichten in der gesamten EU eben bei Themen wie Migration als Nationalstaaten denken, das ist nichts Negatives, siehe verschiedene (Regional)Wahlen in den EU Ländern, den Brexit etc. Kommen Sie von Ihrem Turm runter und akzeptieren Sie, dass das keine schlechten Bürger oder Europäer oder was auch immer sind. " Mauern dem Lauf der Geschichte noch nie standgehalten haben" Nein, aber sie haben trotzdem ihren temporären Zweck erfüllt. "Hilfesuchenden knallt man als zivilisierter Mensch nicht die Tür vor der Nase zu!" doch, wenn der Hilfesuchende andere Möglichkeiten hat oder bereits woanders in Sicherheit war, nix mit unzivilisiert.

15.06.2018 21:54 mare nostrum 27

@ 21

Was der Dame auf- oder gefällt, ist irrelevant und hat für die Diskussion in diesem Forum keine Bedeutung.

15.06.2018 21:49 mare nostrum 26

@ 17

Die Höflichkeit verbietet es mir, Sie des Schreibens von Unfug zu bezichtigen.

Ich muss Sie allerdings darauf hinweisen, dass es mit dem Kopieren von Zahlen allein nicht getan ist. Zahlen sind in den Zusammenhang zu setzen.

Genehmigte Asylanträge entsprechen nicht der Anzahl der in Italien an Land gegangenen Flüchtlinge, ... nachdem diese schlimmstenfalls aus dem Wasser gefischt wurden, wofür Tag und Nacht ein riesiger kostspieliger Apparat in Bewegung gesetzt wird.

Zur Untermauerung meiner Aussage:

Über das Meer angekommene Flüchtlinge
Daten lt. UNHCR am 12. Juni 2018 aktualisiert
2018 2017 2016
Mittelmeer 35.090 172.301 362.753
Tote 784 3.081 5.096
In Griechenland
angekommen 12.065 29.718 173.450
In ITALIEN
angekommen 14.286 119.369 181.436
In Spanien
angekommen 8.727 22.103 8.162

15.06.2018 21:47 mare nostrum 25

Asylanträge in Italien nach Herkunft im Jahr 2017
Daten: Italienisches Innenministerium

Nigeria 25.964
Bangladesh 12.731
Pakistan 9.728
Gambia 9.085
Senegal 8.680
Elfenbeinküste 8.374
Mali 7.757
Ghana 5.575

15.06.2018 20:53 Fragender Rentner 24

Die reden immer alle von Außengrenzen sichern, richtig?

Da frage ich mich wie die EU die Seegrenzen sichern will?

Die Landgrenzen müßten doch beherrschbar sein oder nicht?

Höre nur immen wir "wollen" und gemacht wird wieviel? :-)

Dann fordern sie welche für Vorschläge auf, die sie eh nicht haben wollen. :-)

15.06.2018 20:46 Maria.A.Viktoria 23

Ja,schon längst hätte die CSU und Seehofer sich gegen unsere Merkel-CDU stellen sollen!! Merkel hat in all den Jahren nichts verstanden,was das Volk will!!!
Sie und ihre "schleimigen" Partreimitglieder verharren sich bei Ihr:Ohne Verstand!!Eine Schande ....
Die AfD kann das abwarten...
Seehofer wünsche ich Erfolg,ich würde die CSU wählen,aber ich lebe in BW...