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Aktuelle Statistik Kriminalität in Sachsen steigt wieder

Nachdem 2015 die Zahl der Straftaten erstmals seit sechs Jahren gesunken war, steigt sie nun wieder. 2016 wurden etwa 9.870 Straftaten mehr registriert als im Vorjahr. Die meisten waren Diebstahlsdelikte. Auch Wohnungseinbrüche bleiben ein Problem. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen stieg.

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Die Kriminalität in Sachsen ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums wurden insgesamt rund 324.700 Straftaten registriert. Das waren etwa 9.870 Straftaten mehr als 2015. Rund 40 Prozent aller 2016 begangenen Straftaten waren Diebstahlsdelikte.

Mehr als 93.000 Tatverdächtige konnten 2016 ermittelt werden, knapp 20 Prozent von ihnen waren Ausländer. Etwa die Hälfte der ausländischen Tatverdächtigen waren Zuwanderer – rund 9.500. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen ist damit von 16 Prozent im Jahr 2015 auf 19,7 Prozent gestiegen. Der Anteil der tatverdächtigen Zuwanderer stieg von 6,7 (2015) auf 10,2 Prozent. Experten begründen den Anstieg mit der ebenfalls stark gestiegenen Zahl der im Freistaat lebenden Zuwanderer. In Sachsen lebten 2016 rund 63.400 Zuwanderer.

Ausländische Straftäter oft Wiederholungstäter

Etwa 38,5 Prozent aller tatverdächtigen Zuwanderer sind Wiederholungstäter. Den Angaben zufolge haben im vergangenen Jahr 685 Mehrfachtäter insgesamt rund 7.250 Straftaten begangen. Die meisten dieser Tätergruppe kommen aus Tunesien, Marokko, Libyen und Georgien. Der Anteil der mutmaßlichen Wiederholungstäter an allen in Sachsen lebenden Zuwanderern liegt bei 1,1 Prozent.

Jeden Tag 13 Wohnungseinbrüche in Sachsen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums wurden rund 4.680 Delikte registriert. Das waren etwa 430 Einbrüche mehr als im Vorjahr und rund 2.390 mehr als noch 2007. Demgegenüber werden immer weniger Wohnungseinbrüche aufgeklärt. Seit 2013 sinkt die Aufklärungsquote und lag 2016 noch bei 19,7 Prozent.

Die meisten Wohnungseinbrüche registrierte das Innenministerium im vergangenen Jahr in der Stadt Leipzig. Dort wurden mehr als 250 Einbrüche pro 100.000 Einwohner verübt. Im Landkreis Bautzen wurden die wenigsten Einbruchsdelikte registriert – weniger als 50 pro 100.000 Einwohner.

Weitere Fakten aus der Kriminalitätsstatistik 2016

  • 2016 wurden im Vergleich zum Vorjahr rund 200 Autodiebstähle weniger registriert - insgesamt rund 2.890 Fälle. Die Aufklärungsquote bei Kfz-Diebstählen lag 2016 bei 26,4 Prozent.
  • Die Zahl der Rauschgiftdelikte blieb 2016 im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant. Rund 9.820 Fälle wurden registriert. Rauschgiftdelikte mit Crystal sind seit 2014 rückläufig. Während 2014 noch knapp 5.000 Delikte registriert wurden, waren es 2016 noch rund 3.700.
  • Ein wachsendes Problem ist die Entwicklung der Cyber-Kriminalität. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 10.200 Fälle registriert. 2012 waren es noch rund 7.600.
  • Die Zahl der Gewaltdelikte steigt seit 2013. Im vergangenen Jahr gab es mehr als 8.200 Fälle. Knapp 6.000 Gewaltdelikte waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Rund 110 Fälle waren Vergewaltigungen oder sexuelle Nötigungen, und weitere 100 Fälle waren Mord bzw. Totschlag.
  • Die Grenzkriminalität sinkt. 2016 wurden rund 18.050 Straftaten registriert, rund 2.200 Fälle weniger als 2015 und rund 4.200 Fälle weniger als 2014.
  • Weniger politisch motivierte Straftaten: Im vergangenen Jahr gab es rund 3.600 Fälle, rund 470 weniger als 2015. Die meisten politisch motivierten Straftaten sind dem rechten Spektrum zuzuordnen (rund 2.470 Fälle).

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR 1 RADIO SACHSEN | 29.03.2017 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2018, 14:28 Uhr

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71 Kommentare

01.04.2017 11:41 Janes 71

@Mediator: Das Problem ist, und da diskutieren wir uns hier wund, dass die Leute meinen, jeder straffällige Asylsuchende(Zuwanderer und Ausländer) ist einer zuviel. Das ist eine geradezu philosophische Diskussion. Grundgedanke: Ausländer raus und sich um deutsche Probleme kümmern. Ich glaube aber, wenn jemand aus falschem Patriotismur heraus das Recht in seine Hand nimmt, in dem schlummert generell einige kriminelle Energie. Und dann sollte man eine Gesellschaft nicht über die Nationalität definieren, sondern über die Menschen die in ihr leben. Menschen die da zum Straftäter werden, müssen die angemessenen Konsequenzen tragen. Das beinhaltet auch, dass jemand, der Teil der Gesellschaft werden will, sich aber nicht an die Reglen hält, dieses Zugangsrecht nicht erhält (und in seine Herkunftsgesellschaft zurückkehren muss....etwa im Bezug auf diese Mehrfach-Intensivtäter aus fremden Ländern)

31.03.2017 23:18 Janes 70

@Olivier 67: Wenn ich nicht irre, rechnet man die große Zahl durch die kleine Zahl, sonst kommt immer eine Zahl mit 0,0... raus. Ausserdem glaube ich, dass man das sowieso nicht SO gegenrechnen kann. Beispiel: Ich würde 1000 lieber neben jemandem wohnen, der mal schwarz gefahren ist, als neben jemandem der versucht hat, jemanden durch abfackeln zu töten!

31.03.2017 22:39 Mediator an Radebeuler (68) 69

Lieber Radebeuler, wenn die Polizei in der polizeilichen Kriminalstatistik angibt einen Fall "aufgeklärt" zu haben, dann bedeutet dies lediglich, dass man einen Tatverdächtigen ermittelt hat.

Im Rechtsstaat ist dann immer noch die Staatsanwaltschaft gefragt, die einen hinreichenden Tatverdacht zur Eröffnung eines Verfahrens bejahen muss und ein Gericht, dass einen Schuldspruch zu fällen hat.

Wenn Ihnen dies nicht klar ist, dann sollten Sie sich erst einmal in die Materie grundlegend einlesen.

Auf gut deutsch klopft die Polizei sich für ihre Ermittlungserfolge auf die Schultern, auch wenn die Staatsanwaltschaft über die vorgelegten Ermittlungsergebnisse nur den Kopf schüttelt und den Aktendeckel für immer schließt.

Aber lesen Sie doch selbst nach. Publikationen zum Thema, wie das <Konstanzer Inventar Kriminalitätsentwicklung>, gibt es genug. Für den Anfang tut es aber auch der Spiegel oder BPB.de und das Suchwort <polizeiliche Kriminalstatistik>.

31.03.2017 18:58 Radebeuler 68

@ Mediator: Sie haben offentsichtlich Beweise, dass die Tatverdächtigen mit dem Verweis der "bewiesenen Unschuld" entlassen wurden! Können Sie mir exakte Zahlen nennen? Einen Fakt haben Sie aber in Ihrer Verharmlosung noch vergessen. Bei den Zahlen handelt es sich um aufgeklärte Fälle. Die Straftaten mit der Geschädigtenaussage, Täter ist "südländisch" oder "nordafrikanisch", bei denen bisher kein Tatverdächtiger ermittelt werden konte, sind in dieser Statistik noch nicht berücksichtigt.

31.03.2017 14:15 Olivier 67

@ Janes Was meinen sie genau?
Jeder 23. in Deutschland oder in Sachsen ist ein Krimineller?
Das wären laut ihrer Rechnung 3,6 Millionen Kriminelle in Deutschland bzw. 178663 in Sachsen.
Ist das ihr Ernst?
Oder was meinen sie genau?

31.03.2017 12:24 Janes 66

@Jens der Lausitzer 64: Ja aber was bringt es, wenn ich nun krampfhaft auf die Suche nach irgend etwas gehe? Ich werde garantiert Punkte finden, die meine Annahme bestätigen. Das heißt aber lange nicht, dass das objektiv ist. Im Ürigen ist die SZ auch nicht die ursprüngliche Quelle. Da müsste ich schon bei den Gefängnissen nach fragen. Aber wozu, was soll mir diese Info bringen. Zumal diese nach der vorliegenden Statistik gar nicht stimmen kann. Das würde nämlich heißen, dann überwiegend mehr Ausländer verurteilt würden, als die 10 mal mehr deutschen Straftäter.

31.03.2017 12:20 Janes 65

@Olivier 63: Rechne mal nach-das ist genau die selbe Quote, wie Einwohner Sachsens zu Deutschen Straftätern. Da gehts den Menschen wie den Leuten.

31.03.2017 07:16 Jens der Lausitzer 64

@Janes 61
Dann lesen Sie die SZ vom 27.12.16 - es gibt noch weitere offizielle sächsischen Quellen dazu. Man muss sie eben nur lesen wollen und dann auch verstehen ...

30.03.2017 23:05 Olivier 63

@ Mediator
Meine Zahlen? Bitte lesen sie oben im Artikel nach.... (zweiter Absatz unter dem Bild)
Laut ihrer Rechnung 3,4 Verdächtigte zu 1 rechtmäßig und zu recht Verurteilten ist die Quote auch nicht zu rosig.
2794 Kriminelle auf 63400 Zuwanderer
Also jeder 23.!

30.03.2017 21:53 Agnostiker 62

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