Ein Polizist trägt Handschellen und eine Waffe.
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Besonders großer Erfolg durch statistischen Effekt? Innenministerium stellt Kriminalstatistik für Sachsen vor

Einmal im Jahr präsentieren die Innenminister der Länder den "Arbeitsnachweis" ihrer Polizei – die Kriminalstatistik. In Sachsen ist die Zahl der Straftaten demnach deutlich zurückgegangen. Diese Zahlen sind jedoch durchaus erklärungsbedürftig: In Sachsen beispielsweise ist der vermeintlich größte Erfolg im vergangenen Jahr vor allem einem statistischen Effekt aus dem Vorjahr zu "verdanken".

von Tobias Wilke

Ein Polizist trägt Handschellen und eine Waffe.
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Der "Infinus-Effekt"

Den prozentual größten Rückgang bei den polizeilich registrierten Straftaten im vergangenen Jahr hatte Sachsen – ein Minus von satten 13,7 Prozent und somit noch deutlich besser als der bundesweite Rückgang der Straftaten um 3,6 Prozent. Der Haken an dieser erfreulichen Nachricht: Das Vorjahr 2017 war ein statistischer Ausreißer, geprägt von dem Anlagebetrug der Dresdner Infinusgruppe mit 23.626 Geschädigten.

Nachdem die Ermittlungen zu den Verantwortlichen in Dresden abgeschlossen waren, wurden aus den Geschädigten automatisch 23.626 gelöste Fälle – ein "Segen" für die Aufklärungsquote der Polizei in Sachsen, allerdings katapultierte dieser Fall die Stadt Dresden auf Platz vier der "gefährlichsten Städte" in Deutschland.

Gesamtkriminalität Sachsen
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Ohne diesen "Infinus-Effekt" in der Kriminalstatistik 2017 wären die Straftaten 2018 um 6,9 Prozent gesunken, was aber immer noch für einen hervorragenden zweiten Platz hinter Bremen reichen würde. Dafür hätte sich die Aufklärungsquote sogar minimal verbessert, statt um 2,6 Prozentpunkte zu sinken.

Die Zahlen zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind, allerdings kann von Entwarnung keine Rede sein. Die sollen uns anspornen, verstärkt in das Personal der Polizei zu investieren ... Aber die Zahlen zeigen auch: Sachsen ist ein sicheres Land.

Roland Wöller Innenminister

Weniger Einbrüche und Kfz-Diebstähle

Bei Wohnungseinbrüchen scheint die bedenkliche Zunahme der vergangenen Jahre beendet. Nachdem die Fallzahlen in Sachsen von 2009 bis 2016 kontinuierlich gestiegen waren - von 2.656 auf 4.684 Einbrüche - sinken die Zahlen seitdem wieder. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 4.001 Fälle. Allerdings liegt die Aufklärungsquote lediglich bei 22,5 Prozent - mehr als drei von vier Einbrechern blieben somit unerkannt.

Deutlich positiver ist der Trend bei KfZ-Diebstählen: in Sachsen wurden 2018 mit 2.321 Fahrzeugen fast 40 Prozent weniger Autos gestohlen als vor 10 Jahren, die Aufklärungsquote stieg im selben Zeitraum deutlich von 19,5 Prozent auf 30,3 Prozent.

KfZ-Diebstahl in Sachsen
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Sowohl bei Einbrüchen als auch bei Kfz-Diebstählen sind sinkende Fallzahlen allerdings wohl auch einer gestiegenen Sensibilisierung in der Bevölkerung sowie verbesserten, technischen Lösungen zum Diebstahl- und Einbruchschutz zu verdanken. Dennoch spiegeln diese Zahlen wohl relativ zuverlässig die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung wider: Schon aus Gründen der Mitteilungspflicht gegenüber der Versicherung dürften die meisten Kfz-Diebstähle und Wohnungseinbrüche auch bei der Polizei angezeigt werden.

Bei den Kraftfahrzeugdelikten ist es tatsächlich so, dass wir ein gutes Bekämpfungskonzept haben und natürlich auch die Industrie einiges dafür tut, dass die Fahrzeuge nicht mehr so einfach zu stehlen sind.

Petric Kleine Präsident LKA Sachsen

Grenzkriminalität: "Freizügigkeit" für Kriminelle?

Die Kriminalität an den sächsischen Außengrenzen zu Polen und Tschechien ist auch im vergangenen Jahr deutlich gesunken: von 17.831 auf 16.945 Fälle, ein Rückgang um 5 Prozent. Damit setzt sich ein kontinuierlicher Abwärtstrend fort – seit 2014 ist die Grenzkriminalität deutlich rückläufig, seit 2014 sank die Zahl der Delikte um 23,9 Prozent.

Straftaten von "Zuwanderern"

Als "Zuwanderer" werden in der Kriminalstatistik jene Personen bezeichnet, die als Asylbewerber im Verfahren, abgelehnte Asylbewerber mit Duldung oder anerkannte Flüchtlinge im jeweiligen Bundesland registriert sind. Allerdings gehören auch jene dazu, die sich ohne gültigen Aufenthaltstitel im Land aufhalten – das können ausreisepflichtige Asylbewerber sein, aber auch Studenten und Arbeitnehmer mit abgelaufenen Visa oder eigentlich visumpflichtige Personen, die illegal eingereist sind, ohne einen Asylantrag zu stellen.

Kurzum: Zuwanderer, die von der Polizei als Tatverdächtige ermittelt werden, sind statistisch erfassbar, die Gesamtzahl der Zuwanderer ist es nicht, eben weil ein Teil dieser Gruppe nirgendwo registriert ist. Ähnliches gilt im Übrigen auch für Ausländer allgemein: Ein Pole oder Tscheche, der in Sachsen als Tatverdächtiger ermittelt wird, muss keineswegs auch in Sachsen gemeldet sein, somit ist jede Berechnung unseriös, die tatverdächtige Ausländer in Bezug setzt zu den in Sachsen gemeldeten Ausländern.

Ermittelte Tatverdächtige
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Das Bundeskriminalamt hatte sogar wiederholt davor gewarnt, neben der Anzahl der tatverdächtigen Zuwanderer auch deren Gesamtheit beziffern zu wollen:

In Ermangelung dafür notwendiger Daten kann für die Gruppe der Zuwanderer keine Tatverdächtigenbelastungszahl gebildet werden. Aufgrund der vorhandenen Unschärfen werden in den vorliegenden Kernaussagen vorrangig grundsätzliche Tendenzen aufgezeigt und Trendaussagen abgeleitet.

Quelle: BKA-Bericht: Kriminalität im Kontext von Zuwanderung

Das Sächsische Innenministerium ignoriert diese Warnung erneut und beziffert die Gesamtzahl der Zuwanderer in Sachsen für 2018 auf exakt 57.439 Personen.

Die in dieser Statistik seriös vergleichbaren Zahlen: 2018 wurden in Sachsen mit 9.194 tatverdächtigen Zuwanderern 3,1 Prozent weniger ermittelt als im Vorjahr, die Zahl der Straftaten durch Zuwanderer sank im gleichen Zeitraum um 5,4 Prozent auf 18.695 Fälle.

"MITA" - eine sächsische Erfindung

Das Sächsische Innenministerium präsentiert regelmäßig Sonderstatistiken zu "Mehrfach/intensiv tatverdächtigen Zuwanderern", sogenannten "MITA" - auch in der aktuellen Kriminalstatistik für 2018. Diese Zahlen werden jedoch nicht nach einer bundeseinheitlichen Vorgabe erstellt für Straftaten, die in die Gesamtstatistik des Bundeskriminalamts einfließen. Dementsprechend gibt es an diesem sächsischen Sonderweg durchaus Kritik von Linken, Grünen und AfD.

Wir beobachten, das zeigt ja unsere Klassifizierung, dass eine verschwindend geringe Minderheit von 3,1 Prozent aus der Gruppe der Zuwanderer für etwa 45 Prozent der Straftaten verantwortlich sind. Wenn wir hier Fortschritte erzielen und wir sind ja auf einem guten Weg, dann gelingt es uns sozusagen, die Straftaten bei den Zuwanderern deutlich einzugrenzen.

Roland Wöller Innenminister

Rauschgiftkriminalität: Licht ins Dunkelfeld

Rauschgiftdelikte zählen zu den sogenannten "Kontrolldelikten", von der Polizei auch gern als "Holkriminalität" bezeichnet. Beide Begriffe bezeichnen die gleiche Besonderheit: Wie viele Drogendelikte erfasst werden, hängt fast ausschließlich davon ab, welchen Aufwand die Polizei zur Feststellung solcher Straftaten betreibt. Ein Dealer wird kaum seine Kunden anzeigen, umgekehrt in den seltensten Fällen ein Konsument seinen Dealer, weil er beispielsweise mit der Qualität der Ware unzufrieden ist. Würde die Polizei nicht von sich aus aktiv werden, gäbe es somit keine Drogenkriminalität – ohne Geschwindigkeitskontrollen gäbe es auch keine Raser-Statistik.

Rauschgiftdelikte Sachsen
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Auffällig ist hierbei: während die Gesamtzahl entsprechender Straftaten in Sachsen erneut gestiegen ist auf den Rekordwert von 13.214 Drogendelikten, ist der Teilbereich der Crystaldelikte seit 5 Jahren rückläufig. Das muss allerdings keineswegs heißen, dass in der durch Abwasseranalysen festgestellten "Crystalhochburg Sachsen" weniger chemische Drogen konsumiert werden – der polizeiliche Fokus hat sich offenbar auf Cannabiskonsumenten verschoben, die allein durch ihre hohe Zahl von bundesweit bis zu vier Millionen Konsumenten zahlreiche Zufallstreffer versprechen bei sogenannten "verdachtsunabhängigen Komplexkontrollen".

Durch die vielen Kontrolltätigkeiten wird natürlich das "Hellfeld" entsprechend vergrößert. Die Deliktzahl hat aber keine Aussagekraft dazu, was tatsächlich an Drogen in der Gesellschaft unterwegs ist.

Petric Kleine Präsident LKA Sachsen

Für die Polizei bieten solche Razzien beispielsweise in Dresden, Chemnitz und Leipzig eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, Fälle zu lösen: Jede kontrollierte Person, bei der auch nur eine geringe Menge Cannabis gefunden wird, ist ein Tatverdächtiger zu der Straftat "Drogenbesitz". Dementsprechend liegt die Aufklärungsquote üblicherweise bei rund 90 Prozent. Die Kollegen von MDR Exakt haben sich mit dem Thema "Komplexkontrollen gegen Cannabiskonsumenten" ausführlich befasst.

Gewaltkriminalität: schwer zu vergleichen

Zur Gewaltkriminalität gehören in der Kriminalstatistik Körperverletzung, Raub, Sexualdelikte sowie Mord und Totschlag. In Sachsen blieb die Zahl der Körperverletzungsdelikte 2018 im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert: von 5.824 auf 5.816 Delikte, ein Rückgang von 0,1 Prozent.

Die Raubdelikte gingen im gleichen Zeitraum um 3,6 Prozent auf 1.669 Delikte zurück, Mord und Totschlag von 96 auf 75 Fälle - 21,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Gewaltkriminalität in Sachsen
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Problematisch ist die Vergleichbarkeit der Sexualstraftaten: Im November 2016 wurden die neuen Straftatbestände "Sexuelle Belästigung" sowie "Sexueller Übergriff" eingeführt, ab Januar 2017 in der Kriminalstatistik erfasst und entsprechende Schlüsselnummern erst im vergangenen Jahr an die geänderte Rechtslage angepasst. Die "Sexuellen Übergriffe" gehören zur Gruppe der Gewaltstraftaten.

Da Tendenzen aus Fallzahlen somit erst ab der kommenden Kriminalstatistik sinnvoll darstellbar sind, beschränkt sich die Präsentation der aktuellen Kriminalstatistik Sachsen bei der Gewaltkriminalität auf die bereits zuvor als solche erfassten Sexualdelikte wie z.B. Vergewaltigung - insgesamt lag die Zahl der Sexualstraftaten nach dieser Zählung wie im Vorjahr bei 211 Delikten.

Rechts vor links: Politisch motivierte Kriminalität

Insgesamt ist die politisch motivierte Kriminalität in Sachsen gegenüber dem Vorjahr wieder leicht gestiegen, liegt aber unter dem Niveau von 2015.

Der weitaus größte Teil entfällt dabei auf rechtsextremistische Straftaten: Diese stiegen um 254 bzw. 12,5 Prozent auf 2.278 Fälle, linksextremistische Kriminalität um 5 Prozent auf 701 Delikte.

Politisch Motivierte Kriminalität
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Beim Deliktbereich "Ausländische Ideologie" stieg die Fallzahl von 49 auf 59, einzig bei "Religiöser Ideologie" ist ein Rückgang zu verzeichnen: um 18,2 Prozent auf 54 Straftaten.

Cyberkriminalität: ein Netz mit weiten Maschen

Das Dunkelfeld bei der Computerkriminalität - also die polizeilich nicht bekannt gewordenen Fälle - gilt als außerordentlich hoch. Mitunter konnte Schlimmeres durch die rechtzeitige Sperrung einer Kreditkarte vermieden werden, Firmen fürchten um ihren guten Ruf oder Nutzern ist es schlichtweg peinlich, auf dubiose oder anzügliche Inhalte herein gefallen zu sein.

Zudem wurde 2014 die Erfassung  solcher Delikte insofern geändert, dass nur solche Straftaten Berücksichtigung in der Statistik finden, deren Ausgangspunkt innerhalb Deutschlands liegt. Da die Server aber zumeist im Ausland stehen, scheint diese Zählweise vollkommen ungeeignet, die tatsächliche Cyberkriminalität ansatzweise realistisch dazustellen.

Der Vollständigkeit halber dennoch die offiziellen Zahlen aus Sachsen: Straftaten mit dem "Tatmittel Internet" sind 2018 um 11,5 Prozent auf 9.997 Fälle gesunken.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 03.04.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 03. April 2019, 20:23 Uhr

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14 Kommentare

05.04.2019 16:53 der_Silvio 14

@10 Der Beobachter; "Und das (wohl unauflösbare) Problem der polizeilichen Statistiken ist ja durchaus eben, dass sie nur Anzeigen und Ermittlungen wiedergeben und nicht die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung."
Ihr Beispiel zeigt sehr gut die Schwächen und verschiedenen Einflüsse auf diese Statistik auf, die dann logischerweise nur sehr wenig verlässlich ist.
Mir stellt sich dann nur die Frage, warum man dann eine Statistik erstellt, die nur sehr begrenzt bzw. gering belastbar ist. Wem nützt das, wenn man sich nicht darauf verlassen kann?
Letztendlich ist das nicht wirklich seriös und wird von der Politik instrumentalisiert um zu zeigen, wie 'toll' doch die bisher geleistete Arbeit der Politiker ist. Das geht an der Realität vorbei und die Politik verabschiedet sich immer weiter von der Glaubwürdigkeit.

05.04.2019 12:49 Rainbow66 13

Sorry es muss natürlich Simone 11 heißen.

05.04.2019 12:47 Rainbow66 12

An Susanne 11: Diese Statistik kommt von der Bundesregierung!!! Es ist schon lustig, dass sie diese als rechtspopulistisch bewerten.
Das Gleiche gilt für Mediator. Für mich ist die Bundesregierung maßgebend und nicht irgendwelche anderen Statistiken. Wenn man lange genug sucht findet man bestimmt je nach Gusto noch andere Statistiken. ( z. B. bei den Regierungsparteien, Verbände, Vereinigunegen) Das BKA liefert fast die gleichen Zahlen. Da ist jetzt nicht viel mit relativieren. Oder Sie stellen die Bundesregierung infrage.

04.04.2019 19:52 Simone 11

@Rainbow66 8:

Deine Argumentation ist leicht als die eines Rechtspopulisten durchschaubar. Du relativierst rechte Straftaten, bei denen angeblich eine Welle gemacht wird und dabei sind das doch laut dir gar keine wirklichen Straftaten, wie du andeutest.

Falls es dir entgangen ist, aber es leben momentan viele Flüchtlinge in unserem Land und diese begehen genauso wie eine entsprechend große Anzahl Deutscher Straftaten, die bezogen auf die Größe der Gruppe im mehrstelligen Tausenderbereich liegt. (siehe unten)

Schau dir einfach einmal die Kriminalstatistiken der Vergangenheit an und du wirst feststellen, dass wir einmal in Zeiten ohne viele Flüchtlinge pro Monat knapp 560 tausend Straftaten hatten. Jetzt sind es inkl. der Straftaten der Flüchtlinge knapp 460 tausend pro Monat. Erklär mir doch bitte, warum ich mich jetzt unsicherer fühlen sollte, wenn 82,8 Mio Menschen heute 100 tausend Straftaten pro Monat weniger begehen als als 81,3 Mio Menschen im Jahr 93!

04.04.2019 19:46 DER Beobachter 10

Naja, die Statistiken des SMI und des BMI sind da recht umfangreicher, z.B. was die Entwicklung politisch motivierter Gewaltkrimiminalität bzw. der Mehrfach- und Intensivkriminalität angeht. Hier sind das nur andeutungen. Und das (wohl unauflösbare) Problem der polizeilichen Statistiken ist ja durchaus eben, dass sie nur Anzeigen und Ermittlungen wiedergeben und nicht die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung. Ein gutes Beispiel sind die angegebenen Drogendelikte. Der statistische Anstieg von Cannabisdelikten ist logisch, wenn man die Kontrolle dessen Szene viel stärker ins Auge nimmt, anderenteils Crystaldelikte angeblich sinken, was durchaus mit der zurückgegangenen Kontrolle von Tschechen und Deutschen an der Grenze zu erklären ist (die Klage der Altenberger ist zu recht...).

04.04.2019 18:36 Mediator an Rainbow66 (8) 9

Ihre grundlegende Bewertung des Sachverhaltes ist Nonsens! Die AfD hat ja nicht einmal angefragt, auf wie viele Menschen sich die Straftaten verteilen. Es macht ja schon einen Unterschied ob diese Taten von 1 Mio oder von 2 Mio Menschen begangen werden. Von daher können sie die Zahlen zwar gerne benutzen um Leute zu ängstigen, aber mehr auch nicht! Aus diesen Zahlen kann kein Mensch herauslesen, ob nun die Sachsen oder Flüchtlinge krimineller sind und von wem statistisch gesehen mehr Gefahr ausgeht. Ähnlich sinnlos wäre die Aussage, dass 200.000 € Schulden bedrohlich sind. Auch hier kommt es darauf an, ob es um BASF, einen Akademiker oder einen Bezieher von Mindestlohn geht.

Ansonsten sollten sie die 271 tsd Straftaten der Flüchtlinge in 2017 einmal in den Kontext der Gesamt Kriminalität / Kriminalitätsentwicklung in Deutschland setzen.

1993: 6,75 Mio Straftaten
2012: 5,99 Mio ST
2018: 5,55 Mio ST

Warum haben sie 1993 oder 2012 keine Angst vor Kriminalität gehabt?

[Liebe Nutzer,
Ihre gegenseitigen "Zahlen- und Rechenbeispiele" scheinen nicht sonderlich sinnvoll in der Diskussion. Es ist nicht möglich, verschiedene Statistiken miteinander zu vergleichen.

271.171 Tatverdächdige mit dem Aufenthaltsanlass „Asylbewerber“, „Duldung“ oder „unerlaubter Aufenthalt“ , ohne ausländerrechtliche Verstöße, in 2017 kann man nicht ins Verhältnis zu Gesamtmenge der Straftaten in 2018 setzen.

Unabhängig von den verschiedenen Jahreszahlen müsste man alle Straftaten abziehen, die nicht aufgeklärt wurden, das wären ca. 44 %. Dann müsste man alle "ausländerrechtlichen Verstöße" abziehen. Dann müsste man Mehrfachtäter berücksichtigen, usw. usf.

Fakt ist:
- 2018 ist die Zahl aller Straftaten zurückgegangen
- es gab 2018 insgesamt so wenig Straftaten wie seit Jahrzehnten nicht
- die Zahl der Straftaten durch Zuwanderer ist gesunken
- die meisten Straftaten werden von deutschen Männern begangen
- Zuwanderer sind, egal wie man rechnet, im Verhältnis tendenziell deutlich überrepräsentiert
- die Gründe dafür sind vielfältig und dürfen nicht außer Acht gelassen werden

Verzichten Sie bitte alle darauf, sich je nach Gesinnung verschiedene Zahlen aus verschiedenen Statistiken herauszusuchen und diese zu vergleichen. Diese Berechnungen sind unseriös.

Freundliche Grüße aus der MDR.de-Redaktion ]

04.04.2019 15:26 Rainbow66 8

Bevor der Sturm der Relativierer losbricht das vorab: Seit es Deutsche gibt, gibt es auch schon immer genügend deutsche Straftäter. Was aber seit 2015 passiert ist und täglich immer noch passiert: Wir haben uns neue Kriminelle ins Land geholt und das in einem Maße, was ich selbst nicht für möglich gehalten habe. Endlich hat man sich die Mühe gemacht und die Einzelfälle zusammengezählt und auch entsprechend ausgewertet. Kürzlich wurde in den Medien mit großem Ballyhoo die Statistik über "Straftaten von Rechts" veröffentlicht. Das wir uns hier richtig verstehen: Jede wirkliche Straftat, egal von welcher Seite, ist eine zuviel. Aber wir haben jetzt mehr als 22000 Straftaten(keine Null zu viel!) pro Monat(!) aus der Gruppe der Migranten (60% ohne Papiere). Quelle: Antwort der Bundesregierung Drucksache 19/6634 vom 19.12.2018 auf Anfrage 19/6230. Bitte googeln. - Und jetzt bitte Mediator und Co.

04.04.2019 13:04 Mikro 7

@2 Mediator Da Sie grad in Ihrem Beitrag auf die verbesserten Zahlen des Arbeitsmarktes kommen.Sie haben leider vergessen zu erwähnen,das fast jeder 2.Arbeitslose Migrationshintergrund hat.Ich freue mich das auch Sie die oben genannten Zahlen verstanden haben.Warum Bürger
,die nicht Ihrer rotgrünen Meinung sind,Rechtspopulisten sein sollen,erschließt sich möglicherweise nur Ihnen. Übrigens sind mir 30% ausländischer Tatvertächtiger eindeutig zu viel da deren Anteil an der Bevölkerung in Sachsen nicht annähernd bei 30% liegt.Übrigens sind fast die Hälfte der Gefängnissinsassen Ausländer.Nun erklären Sie doch mal Ihre politischen Motive mit denen Sie diese Zahlen immer schönreden.

04.04.2019 12:33 der_Silvio 6

@2 Mediator; "Ansonsten warte ich jetzt nur noch auf den losbrechenden Sturm der Rechtspopulisten"
Na zum Glück haben wir sie, der jeden Kritiker sofort mit der Braunbär-Nazi-Keule "belehrt"

Aber zum Text; bei 57.439 Zuwanderern und 9194 tatverdächtigen Zuwanderern macht das einen Prozentsatz von 16% aus.
Bei 4mio. Sachsen und 79.627 (Tatverdächtige insges. minus tatverdächtige Zuwanderern - siehe Grafik im Artikel) ergibt das einen Prozentsatz von 1,9%.
Ergo 16% tatverdächtige Zuwander vs. 1,9% tatverdächtige Sachsen - im Verhältnis zu den hier lebenden.

Das ist kein Populismus sondern Prozentrechnung.
Aber sie haben sicher eine passende Erklärung.

04.04.2019 09:33 REXt 5

Auch ein weiteres „gesundbeten“ die Kriminalstatistik, wird die Bevölkerung nicht von ihrer Verunsicherung befreien. Auch wenn nicht jedes Delikt in den Medien aufgebauscht wird wie Rechte Straftaten, bleiben die vielen lokale Gewaltverbrechen in der Öffentlichkeit ein großes Thema.

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