10.01.2020 | 17:06 Uhr Kirchenleitung bestimmt zwei Kandidaten für Bischofsamt

Der Rücktritt von Bischof Rentzing hat die evangelische Landeskirche in Sachsen in eine Krise geführt. Zwei große Lager stehen sich gegenüber. Jetzt hat die Kirche zwei Kandidaten für einen Nachfolger benannt.

Die Spitze der Dreikönigskirche
Bildrechte: dpa

Die Kirchenleitung der Evangelischen Landeskirche Sachsen hat zwei Kandidaten für die bevorstehende Bischofs-Wahl benannt. Es handelt sich um die Plauener Superintendentin Ulrike Weyer und den sächsischen Oberlandeskirchenrat Tobias Bilz, wie die Landeskirche mitteilte. Die Entscheidung sei in der Kirchenleitung mit großer Mehrheit gefallen.

Kurzporträts von Ulrike Weyer und Tobias Bilz

Kandidaten für Landesbischof Wahl in Sachsen
Ulrike Weyer wurde 1973 in Dresden geboren. Bildrechte: MDR/Ev. Landeskirche Sachsen

Ulrike Weyer Die 46-jährige Ulrike Weyer aus Plauen ist seit 2015 Superintendentin im Kirchenbezirk Plauen und seit Jahresanfang 2020 im vergrößerten Kirchenbezirk Vogtland die leitende Geistliche. Zuvor war sie elf Jahre Pfarrerin im nordsächsischen Kirchspiel Sornzig (Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz). In dieser Zeit absolvierte sie eine Klinische Seelsorgeausbildung zur Notfallseelsorge und verschiedene Weiterbildungen. Im vergangenen Jahr war Ulrike Weyer bereits Bischofskandidatin für die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland. Bei der Bischofswahl Anfang Mai 2019 unterlag sie im dritten Wahlgang dem heutigen Amtsinhaber Friedrich Kramer.

Kandidaten für Landesbischof Wahl in Sachsen
Tobias Bilz wurde 1964 in Dornreichenbach bei Wurzen geboren. Bildrechte: MDR/Ev. Landeskirche Sachsen

Tobias Bilz Der 55-jährige Tobias Bilz aus Dresden leitet seit vergangenem Jahr als Oberlandeskirchenrat im Landeskirchenamt das Dezernat Dezernat für Kirchliche Werke und Einrichtungen, Seelsorge, Gemeindeaufbau und Medien. Zuvor war er elf Jahre als sächsischer Landesjugendpfarrer im Landesjugendpfarramt in Dresden tätig. Bilz unterlag bei der Bischofswahl 2015 im sechsten Wahlgang nur knapp Carsten Rentzing.

Landessynode kann weitere Kandidaten benennen

Die neue sächsische Bischöfin oder der neue Bischof soll am 29. Februar und 1. März auf einer Sondersynode in Dresden gewählt werden. Die Kandidaten stellen sich zuvor in Dresden, Chemnitz und Leipzig vor. Auch die Landessynodalen dürfen Kandidaten benennen. Die Frist für den Eingang von Wahlvorschlägen endet am 20. Januar.

Landesbischof Carsten Rentzing hatte am 11. Oktober seinen Rücktritt angekündigt. Zuvor war bekannt geworden, dass er Mitglied einer schlagenden Verbindung ist und Anfang der 1990er Jahre Texte in einer rechten Zeitschrift veröffentlicht hatte. Dem Rücktrittsgesuch hatte die Kirchenleitung am 21. Oktober zugestimmt.

Über das Bischofsamt Die reguläre Amtszeit eines Landesbischofs beträgt laut sächsischer Kirchenverfassung zwölf Jahre. Als führender Geistlicher soll er laut Verfassung die Einheit der Landeskirche bewahren und stärken. Der Landesbischof pflegt die Verbindung mit anderen Kirchen und repräsentiert die Landeskirche in der Öffentlichkeit. Ist das Amt des Landesbischofs verwaist, so regelt laut Verfassung die Kirchenleitung seine Vertretung bis zur Wahl eines neuen Landesbischofs.

Quelle: MDR/kb/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 10.01.2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2020, 17:06 Uhr

1 Kommentar

Brigitte Schmidt vor 12 Wochen

"Zwei große Lager stehen sich gegenüber."

Dieser lapidare Satz eingangs des Artikels benennt das Problem und verwischt es zugleich. Als (noch aktives) Mitglied dieser Landeskirche habe ich folgende Sicht:

Es ist vielleicht eher ein großes, stilles Lager und ein kleines (zumindest kleineres), das aber äußerst laut und einflußreich ist.
Bei den beiden hier vorgestellten Kandidaten weiß ich nicht, wie die BEIDEN Lager repräsentiert oder gar zusammen gehalten werden sollen.

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