Düngemitteleinsatz Schärfere Auflagen für Sachsens Äcker ab 2021

Ein Landwirt düngt eine Wiese.
Sachsen weist sogenannte Rote Gebiete für den Düngemitteleinsatz aus. Grund sei die hohe Nitratbelastung in den Böden. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Sachsen hat die sogenannten Roten Gebiete der Düngeverordnung neu ausgewiesen. Wie das Umweltministerium mitteilte, gelten künftig für 130.600 Hektar sächsisches Ackerland strengere Auflagen. Das sind insgesamt rund 15 Prozent der Landwirtschaftsfläche in Sachsen und etwa 26.000 Hektar weniger als bisher angenommen. Der Sächsische Landesbauernverband hält die ausgewiesenen Gebiete allerdings nach eigenen Angaben immer noch für zu groß und befürchtet geringere Erträge für die Betriebe.

Die Bauern müssen auf den als besonders belastet markierten Flächen ab Januar 2021 höhere Anforderungen bei der Düngung einhalten. Damit sollen der Nitrat-Eintrag in den Böden reduziert und das Grundwasser besser geschützt werden.

Für die Betriebe in den Roten Gebieten ist das eine große Herausforderung, auch angesichts einer schwierigen Marktlage und nach drei Dürrejahren in Folge. Zudem trägt das Grundwasser die Nitratlast teils über Jahrzehnte. Somit sind auch Betriebe betroffen, die schon länger konsequent den Nitrateintrag reduziert haben.

Wolfram Günther Landwirtschaftsminister Sachsen

Strengere Düngeregeln müssen durchgesetzt werden

Hintergrund sind die im Frühjahr von Bundesrat und Bundesregierung beschlossenenen strengeren Düngeregeln für Landwirte. Diese gehen auf eine Klage von 2018 zurück. Die EU-Kommission hatte Deutschland beim Europäischen Gerichtshof wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser verklagt und Recht bekommen. Wenn Deutschland die bisherigen Vorgaben nicht verschärft, drohen hohe Strafzahlungen an die EU.

Bauern sollen Düngebedarf senken

In besonders mit Nitrat belasteten Gebieten gilt ab Januar 2021:

  • Düngebedarf um 20 Prozent im Durchschnitt der Flächen des Betriebes verringern
  • Herbstdüngung von Winterraps und Wintergerste ist verboten
  • Begrenzung des flüssigen organischen Düngers auf Grünland im Herbst

Protest von den Bauern

Seit Monaten machen Bauern bundesweit gegen diese anstehenden Einschränkungen mobil. Sie befürchten existenzbedrohende Ernteeinbußen, wenn weniger gedüngt werden darf. Erst Anfang der Woche demonstrierten etwa 1.000 Bauern mit 600 Traktoren in Dresden.

Quelle: MDR/sm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.12.2020 | 20:00 Uhr in den Nachrichten

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