Schüler während einer Unterrichtsstunde.
Bildrechte: imago/photothek

Neueinstellungen zum 1.2.2019 Weiter Lehrermangel an Sachsens Schulen

In Sachsen werden weiter händeringend Lehrer gesucht. Auch im zweiten Schulhalbjahr gibt es Lücken bei der Stellenbesetzung. Entspannung zeichnet sich nur bei den Gymnasien ab. Schwierig bleibt es auch abseits der Großstädte Dresden und Leipzig.

Schüler während einer Unterrichtsstunde.
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In Sachsen werden auch im zweiten Schulhalbjahr Lehrer fehlen. Das Kultusministerium konnte nicht alle ausgeschriebenen Stellen besetzen, wie der Sprecher des Ministeriums, Dirk Reelfs, MDR SACHSEN sagte. Demnach konnten bisher 438 der 600 freien Stellen besetzt werden. Darunter seien 30 sogenannte Seiteneinsteiger. Insgesamt lägen 625 Bewerbungen vor. Das Einstellungsverfahren laufe noch.

Problemfälle Grund- und Oberschulen auf dem Land

An Gymnasien war es Reelfs zufolge einfacher, freie Stellen zu besetzen. Häufig seien sogar mehr Lehrkräfte eingestellt worden, als Stellen ausgeschrieben waren. Deutlich schwieriger sei es dagegen gewesen, Lehrer für Grundschulen, Oberschulen und Förderschulen zu finden.

Ähnlich sieht es laut den Zahlen des Landesamts für Schule und Bildung auch in der regionalen Verteilung aus. Vor allem für die Regionen Chemnitz und Bautzen konnten nicht ausreichend Bewerber gewonnen werden. Während etwa für Oberschulen in der Region Chemnitz 48 Lehrer gesucht wurden, konnten dort nur elf eingestellt werden. In Bautzen wurde zum Beispiel von zehn offenen Stellen in Förderschulen keine besetzt.

Geplante Lehrereinstellungen nach Schulart und Standort zum 1.2.2019
Schularten Standorte Geplante Einstellung Tatsächliche Einstellung
Oberschule insgesamt 192 115
  Bautzen 25 21
  Chemnitz 48 11
  Dresden 52 31
  Leipzig 42 41
  Zwickau 25 11
Grundschule insgesamt 110 120
  Bautzen 16 12
  Chemnitz 16 23
  Dresden 40 38
  Leipzig 26 31
  Zwickau 12 15
Gymnasium insgesamt 185 116
  Bautzen 29 8
  Chemnitz 30 11
  Dresden 40 31
  Leipzig 61 55
  Zwickau 25 11
Allgemeinbildende insgesamt 59 50
Förderschule Bautzen 10 0
  Chemnitz 18 9
  Dresden 15 9
  Leipzig 10 29
  Zwickau 6 3
Berufsschule insgesamt 54 37
  Bautzen 2 2
  Chemnitz 14 9
  Dresden 17 15
  Leipzig 13 7
  Zwickau 8 4

Quelle: Landesamt für Schule und Bildung

Mehr Bewerber aus anderen Bundesländern

Auffällig sei die gestiegene Zahl der Bewerber von grundständig ausgebildeten Lehrern aus anderen Bundesländern, sagte Reelfs weiter. Die Quote liege bei 30 Prozent, im vorherigen Einstellungsverfahren seien es noch 20 Prozent gewesen. Dies deute darauf hin, dass Sachsen für Lehrer mit der Möglichkeit der Verbeamtung attraktiver geworden sei.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.01.2019 | 11:00 Uhr | Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2019, 12:39 Uhr

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13 Kommentare

02.02.2019 07:57 .t0mmy 13

Ich bin selber Lehrer in Sachsen, daher ein kurzer Einblick "von Innen".
Der Minister ist m.E. nicht überfordert. Ein Studium dauert 5 Jahre (mindestens) + Referendariat, da kann man nicht von heute auf morgen viele Lehrer ausbilden. Das Problem liegt an den vielen Jahren davor, in denen das System schon auf Kante gefahren worden ist. Verbände und Gewerkschaften warnen seit Jahren vor dieser Situation. Es hat nur niemand gehört, insbesondere nicht die Entscheiden (ich schaue auf euch liebe Wähler und Eltern...)
Der Krankenstand ist mitnichten bei 80%. Der Großteil der Kollegen arbeitet sicherlich an der Belastungsgrenze, aber praktisch alle, die ich kenne, machen ihren Job mit den Kindern sehr gerne, und schleppen sich lieber in die Schule, als dass etwas ausfällt. Wir nehmen unsere Verantwortung ernst.

01.02.2019 20:00 Agnostiker 12

Bildung an die Wand gefahren, keine Polizisten, kein Pflegepersonal keine zukunftstaugliche Umweltpolitik in Sachsen. ABER wir feiern heute natürluch wiederden Semperopern Ball. Würd sagen es läuft in Sachsen.

01.02.2019 18:15 Sachse43 11

Ich kann das Gejammer nicht mehr hören!
Fragt die Politiker von Biedenkopf an, die nie Geld für die eigene Bevölkerung ausgeben wollten. Nein, diese werden mit Auszeichnungen überhäuft.

01.02.2019 10:52 Atze 10

@Linker Durchblicker 6
Die Wurzeln für das Scheitern des Schulsystems liegen viel tiefer. Die Bildung ist doch ein Teil eines Systems, das zur Zeit schwächelt. Wenn man die Demokratie nicht entsprechend anwendet.... Nicht alle Blütenträume reifen. Es geht nicht ohne Planung. Das ist aber das Mäntelchen, das der Demokratie immer umgehängt wird, alles ach so frei...Nein in bestimmten Dingen muss es auch Zwänge geben. Und wie ich das sehe, ist die Seiteneinsteigermethode vollkommen gescheitert bzw. in der Anzahl der neuen Lehrer zu vernachlässigen. Das war vorauszusehen, liebe Politiker. Macht endlich eure Arbeit, sonst sehe ich schwarz. Das musste mal raus...MfG

01.02.2019 09:28 Andy 9

Mehr Lehrer = bessere Bildung und Erziehung? Das ist die oft aufgemachte Milchmädchenrechnung von Unwissenden. Wenn das Bildungssystem nicht stimmig ist, nützen auch mehr Lehrer nichts. Dass das Bildungssystem nicht funktioniert, hat sich inzwischen auch bei etlichen Bewerbern für den "Paukerjob" herumgesprochen. Welcher normaler Mensch will seine Gesundheit schon vorsätzlich durch einen "Dead End Job" ruinieren?

01.02.2019 05:06 Praxis 8

Es ist nicht hinzunehmen,dass die Verantwortlichen für das Desaster über viele Jahre nicht zur Rechenschaft gezogen werden.“ Es wurden Fehler gemacht!“reicht nicht aus. Lange wurde von vielen Seiten gewarnt.

31.01.2019 19:18 irritiert 7

"An Gymnasien war es Reelfs zufolge einfacher, freie Stellen zu besetzen. Häufig seien sogar mehr Lehrkräfte eingestellt worden, als Stellen ausgeschrieben waren." ... "Gymnasium insgesamt 185 (Geplante Einstellung) 116 (Tatsächliche Einstellung)" ... "Bautzen 29 8" ... na, wer findet den Fehler ... oder ... Rechnen mit Zahlen bis 200 (vielleicht Klassenstufe 2) ... nur ein Beispiel ... nicht sehr überzeugend ...

31.01.2019 18:17 linker Durchblicker 6

Ich finde, dass ein Teil der Wortmeldungen hier sehr schön veranschaulicht, wohin ein dysfunktionales Schulsystem führt...

31.01.2019 17:17 Klara Morgenrot 5

Wo zu Lehrer? Dort hat man doch Internet dank der Politik aus Dresden in Stadt und Land.
Dort steht alles drin, so spart die Schulen ein, und das Lehrpersonal auch.

31.01.2019 16:01 Ichich 4

Vor der Nachricht, sollt man vielleicht einmal Zahlen vorlegen.
Wie kann es sein, daß wir noch nie eine so hohe Relation Lehrpersonal:Schüler hatten und trotzdem so viele Lehrer fehlen ?
Wie sieht es mit der Entwicklung des Krankenstandes aus ?
Wie kann es sein, daß mittlerweile 80% der Lehrer "berufsunfähig" werden ?

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