11.02.2020 | 18:39 Uhr Sachsen schiebt Georgier mit Sammel-Charter ab

Passergiere betreten eine Chartermaschine am Flughafen Halle/Leipzig
Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Aus Sachsen sind erstmals in diesem Jahr abgelehnte Asylbewerber aus Georgien mit einer Chartermaschine abgeschoben worden. Wie das Innenministerium in Dresden mitteilte, hob die Maschine am frühen Nachmittag vom Flughafen Leipzig-Halle aus nach Tiflis ab. An Bord hätten sich 81 Georgier befunden, die zur Ausreise verpflichtet waren.

75 von ihnen hatten in Sachsen ihren Asylantrag gestellt, 6 in Brandenburg. Elf Menschen seien aus der Strafhaft zum Flughafen gebracht worden. Ende 2019 gab es in Sachsen den Angaben nach 12.973 ausreisepflichtige Ausländer, 804 von ihnen stammten aus Georgien.

Demonstration gegen Abschiebungen in Leipzig

In Leipzig demonstrierten am Abend etwa 40 Menschen gegen Abschiebungen von Asylbewerbern. Flo Linde von der Gruppe "Protest LEJ" sagte MDR SACHSEN, Anlass sei eine weitere für Mittwoch geplante Sammelabschiebung nach Afghanistan. Für die Menschen bedeute dies, dass sie ihrem Umfeld und Alltag entrissen und in ein Krisengebiet verschleppt würden. "Die Regelmäßigkeit der Abschiebungen darf nicht dazu führen, dass die Gesellschaft sich daran gewöhnt", so Linde.

Zuletzt seien am 14. Januar 37 Menschen nach Kabul abgeschoben worden, drei von ihnen aus Sachsen. Einer der Männer sei von seiner Arbeitsstelle in Dresden abgeholt worden - ein Vorgang, gegen den sich Grüne, SPD und CDU im Koalitionsvertrag explizit ausgesprochen hätten.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.02.2020 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2020, 18:39 Uhr

Mehr aus der Region Leipzig

Mehr aus Sachsen