Neonazi-Attacke? Flüchtlingswohnung in Wurzen angegriffen

In Wurzen ist es nach Angaben des Netzwerkes für Demokratische Kultur erneut zu einem Angriff auf Flüchtlinge gekommen. Dem Verein zufolge wurde in der Nacht zu Donnerstag die Wohnung eines Eritreers mit Pflastersteinen beworfen. Die unbekannten Täter hätten ein Fenster eingeschlagen. Ein Freund des Flüchtlings, der zu Gast war, sei im Schlaf von einem der Steine getroffen und am Bein verletzt worden.

Aufkleber aus Leipziger Hooligan-Szene

Aufkleber Wurzen
Der gleiche Sticker wurde mehrfach am Tatort aufgeklebt. Bildrechte: Klaus Stange

Die mutmaßlichen Täter hätten zudem Aufkleber mit der Aufschrift "Alle Chemie-Fans sind Juden" an das demolierte Fenster angebracht. Das Netzwerk vermutet deshalb Neonazis oder Fußball-Hooligans von Lok Leipzig hinter der Tat. Die Polizeidirektion Leipzig bestätigte den Vorfall. Da sich die Ermittler zu dem Aufkleber mit der Aufschrift "ACAJ" keinen Reim machen konnten und nicht wüssten, wer hinter dem Angriff stecke, werde zunächst wegen Sachbeschädigung ermittelt, sagte eine Sprecherin der Behörde MDR SACHSEN. Den Sachschaden bezifferte die Polizei auf etwa 200 Euro. Die Pflastersteine seien "als Spurenträger gesichert" worden.

Wie Ingo Stange vom Netzwerk MDR SACHSEN sagte, sollen die beiden Eritreer am Abend noch einmal von der Polizei vernommen werden. Sie seien verängstigt und wollten voraussichtlich zunächst nicht in die Wohnung zurückkehren.

Kein Einzelfall in Wurzen

Bereits in der Vergangenheit waren Geflüchtete mehrmals Opfer von Gewalt in Wurzen geworden. Zudem sei es 2017 zu pogromartigen Ausschreitungen unmittelbar vor einem Haus in der Innenstadt von Wurzen gekommen, in welchem zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls junge Eritreer lebten. Mehrere Stunden habe "ein rechter Mob die Straße belagert".

Quelle: MDR/epd/kb

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio : MDR SACHSEN - Das SACHSENRADIO | 14.12.2017 | Nachrichten | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2017, 19:03 Uhr

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26 Kommentare

16.12.2017 18:02 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 26

@ 25:
Dann werden wir nun von Dir zu jedem Thema, das der MDR zur Kommentierung freigibt, einen Kommentar lesen können, damit man Dir keine Doppelmoral vorwerfen kann?

Toll! Ich freu mich drauf!

16.12.2017 16:51 Udo K 25

@ 23
Was 22 schreibt, ist zwar nicht konkret zum Thema, hat aber trotzdem seine Berechtigung.
Natürlich kennt man so einige Auftritte von Usern, wenn man regelmäßig hier unterwegs ist.
Da fällt sehr wohl auf, dass so mancher nur gewaltig gegen eine Seite los legt, bei anderen zu verurteilenden Vorkommnissen aber stumm bleibt.
Und das ist Doppelmoral!
Wenn Flüchtlinge straffällig werden, kommt keine Empörung, höchstens noch eine Verteidigung.

16.12.2017 11:43 Mediator an der_Silvio(22) 24

Ich fasse deinen Bericht mal so zusammen:

Zeile 1: Bedauernsfloskel ohne auf die Tat einzugehen
Zeile 2 ff: Ablenkung von der ganz konkreten im Artikel genannten fremdenfeindlichen Straftat

Im Artikel geht es abe rnicht um Berlin oder NRW sondern um Sachsen und konkret um Wurzen, wo fremdenfeindliche Übergriffe regelmäßig stattfinden:

Ich zitiere nochmal den Artikel:

"Kein Einzelfall in Wurzen .. Bereits in der Vergangenheit waren Geflüchtete mehrmals Opfer von Gewalt in Wurzen geworden. Zudem sei es 2017 zu pogromartigen Ausschreitungen unmittelbar vor einem Haus in der Innenstadt von Wurzen gekommen, ... Mehrere Stunden habe "ein rechter Mob die Straße belagert"."

Der Verfassungsschutzbericht SN weist für 2016 2380 Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund aus. Mich auf deine Zahl beziehend geschehen also in SN doppelt so viele rechtsextremistische Straftaten bezogen auf 100 tsd Einwohner wie in NRW. Doch ein besonders Problem des Ostens?

16.12.2017 11:26 Gropelsmann 23

@22, der Silvio: "Wo aber blieb euer Aufschrei, als bei den jährlichen Al-Quds-Demos antisemitische Parolen gegrölt wurden?"

Was hat das mit dem Thema hier zu tun?
Das ist doch nur ein Ablenkungsmanöver, um das Thema zu wechseln.

Es geht hier um einen Anschlag auf eine Flüchtlings-Wohnung in Wurzen.

Pauschale Mutmaßungen über irgendwelche Aufschreie sind sowiso kompletter Blödsinn. Oder kennen Sie jeden einzelnen Kommentator hier personlich? Davon abgesehen: Sie können sich sicher sein, dass auch religiöse Extremisten keine Freunde haben. Hier geht es aber um ein anderes Thema.

16.12.2017 11:08 der_Silvio 22

Diese Angriffe sind zweifelsohne aufzuklären und entsprechend zu ahnden!

Wo aber blieb euer Aufschrei, als bei den jährlichen Al-Quds-Demos antisemitische Parolen gegrölt wurden? Wo blieb euer Aufschrei als kürzlich israelitische Flaggen am Brandenburger Tor verbrannt wurden, von Anhängern der Palästinenser? Da kommt von euch maximal ein 'selber Schuld'.

Hauptsache auf die Ossis schimpfen, daß könnt ihr; kurze Info; in NRW lag die Zahl der rechtsmotivierten Straftaten 2016 weit über 4.000.

Ihr mit eurer Doppelmoral und Scheinheiligkeit; ihr widert mich an!

16.12.2017 11:02 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 21

Dummheit ist keine Schande, denn sie ist ja nicht selbstgewählt.

Entweder versteht man die Sinnhaftigkeit von Gesetzen... oder eben nicht. Wenn man sie nicht versteht, kommt es eben zu 'verbotenen Handlungen', die dann auch geahndet werden müssen und zu 'Verteidigungen' dieser.

16.12.2017 10:26 Frederic 20

Solche verbale Atacken sind zu ahnden. Ein Schuld- zuweisung ist leicht zu geben. Aber die WAHREN FEIGEN TÄTER werden sich hinter anderen verstecken und hoffentlich gefasst werden. Flüchtlingen, gleich welcher Rasse - Nationaltät, sind solange die sich normal - angepasst verhalten, in Ruhe gelassen werden.
Es gibt in der BRD leider Typen, welche gegen all und jeden sind. Einfach gesagt, Typen ohne Hirn und Verstand.

16.12.2017 10:23 Gùnter Kromme 19

Sorry, derartige schlimme Übergriffe kann ich nur verurteilen, schließlich sind diese Jungs tausende Kilometer herbeigekommen um bei uns Schutz vor Krieg vor der Haustür zu finden und es kann wohl niemand bestreiten das sie unsere Gesellschaft nur bereichern.

16.12.2017 08:30 mare nostrum 18

Kommentar 9 trifft den Kern der Sache: Es muss sich niemand sich auf die Seite dieser rechtsextremistischen Verbrecher schlagen, die den Ruf unseres Landes in den Dreck ziehen. Wer es dennoch tut, der braucht seine Hände nicht in Unschuld zu waschen.

Und voll zutreffend ist auch die Tatsache (s. Kommentar 8): "Und wenn es keine Flüchtlinge gäbe, würden sich diese Leute irgendwen anders suchen der ihnen nicht passt."

Die deutsche Geschichte ist in diesem Zusammenhang reich an Beispielen. [...]

16.12.2017 04:10 Stealer 17

@Morchelchen: Ich betrachte mich nicht als "Mainstream" und "predigen" tue ich das , was ich für richtig halte, wobei ich stets offen bin für Argumente und Veränderungen und darüber nachdenke. Sicherlich komme ich nicht immer zu den Ergebnissen, die ich später noch unterschreiben würde, aber man lernt immer dazu.

Was Sie an dem Kommentar für "pietätlos" halten, erschließt sich für mich nicht, erst recht nicht im Kontext des originalen Zitats. Wenn Sie darob weinen oder alternativ auch lachen wollen... es spricht sicherich nicht für Ihre Empathie, kaum für Ihr humanistisches Weltbild und nichts an einer Einstellung, etwas an der eigenen Einstellung zu ändern. So wie Sie die "Mainstream"-Medien angreifen, so kritiklos übernehmen Sie andere. Ist das wirklich besser?