Zwei Jahre nach Connewitz-Überfall Nach Hooligan-Krawallen erhebt Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage






Ein Mensch mit Handfeger und Schippe vor beschädigtem Schaufenster
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Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat zwei Jahre nach den Hooligan-Krawallen im Szeneviertel Connewitz nun Anklage erhoben. Nun werden die ersten 100 mutmaßlichen Täter vor Gericht stehen. Laut Staatsanwaltschaft ist gegen 51 von ihnen Anklage eingereicht worden, die restlichen sollen in den nächsten Wochen folgen. Die Verfahren gegen die übrigen Beschuldigten stehen nach Angaben der Behörde unmittelbar vor dem Abschluss. Insgesamt werde 205 Beschuldigten schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen.

Pragmatische Prozessführung

Um die Verfahren durchführen zu können, wird sich ein Großteil der Verhandlungen mit jeweils zwei Beschuldigten auf einmal beschäftigen. Die Gerichte müssen über 100 Verfahren zeitnah verhandeln, darunter auch zehn vor dem Jugendrichter, bzw. Jugendschöffengericht.

Die lange Ermittlungsdauer begründet die Staatsanwaltschaft Leipzig mit der Komplexität des Geschehens. So mussten unter anderem eine Vielzahl von objektiven Spuren und sichergestellten Datenträgern untersucht und ausgewertet werden. Zudem musste jedem einzelnen Beschuldigten dessen individuelle Beteiligung nachgewiesen werden. Eine bloße Anwesenheit bei den Krawallen sei nicht strafbar, so die Behörde.

Krawall auf ganzer Linie

Am ersten Jahrestag der Legida-Aufmärsche in Leipzig, am 11. Januar 2016, zogen etwa 250 Hooligans durch das Stadtviertel Connewitz. Trotz erhöhter Polizeipräsenz hinterließen die Randalierer eine Spur der Verwüstung. In der Wolfgang-Heintze-Straße wurden Fensterscheiben von Geschäften und Kneipen zerschlagen, ein Buchladen in Brand gesteckt. Die Polizei konnte damals einen Großteil der Randalierer vorübergehend festnehmen.

Die Krawalle hatte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung als "offenen Straßenterror" bezeichnet. CDU-Innenexperte Christian Hartmann erklärte nach den Krawallen, es liege nun an der Staatsanwaltschaft, zügig Anklagen zu erheben. Die sächsischen Grünen forderten damals personelle Konsequenzen an der Spitze des Landesamtes für Verfassungsschutz und warf der Behörde "Totalversagen" vor.

Rechtsradikale werden im Stadtteil Connewitz in Leipzig von der Polizei festgehalten.
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Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.01.2018 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2019, 16:27 Uhr

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36 Kommentare

12.01.2018 11:20 Uwe 36

@Mediator
Handelt es sich bei den von mir gemeinten, Straftaten begehenden um Aktivisten genannte ja oder nein?
Werden diese Aktivisten hauptsächlich durch rotrotgrün unterstützt ja oder nein ?
Werden strafbare Handlungen dieser Aktivisten durch rotrotgrüne kritisiert ja oder nein ?
Ja distanzieren sich rotrotgrüne davon ja oder nein ?
Und Pauschalisierung brauche ich mir von jemandem der JEDEN der Kritik an rotrotgrünen pauschal als Nazi diffamiert schon mal gar nicht vorwerfen zu lassen.

12.01.2018 08:54 Mediator an Uwe(29) 35

Differenzieren ist nicht wirklich deine Sache.

Mit rot-rot-grün bezeichnet man in seriöser Weise eine Parteienkonstellation wenn es um Koalitionen geht. Dieser Begriff macht auch nur in diesem Zusammenhang wirklich Sinn.

Sie verwenden diesen Begriff jedoch in diffamierender und dummer Art, indem sie so tun als hätten die Anhänger und Wähler dieser drei Parteien völlig identische und homogene Ansichten und Ziele. Weiterhin tun sie so, als ob alle Menschen die keinen Wert auf die Ausbreitung von Rassimus und Rechtsradikalismus in unserem Land wert legen NUR bei diesen drei Parteien zu finden sind. Damit ignorieren sie, dass auch die klassischerweise als wertkonservativ bezeichneten Wähler der CDU/CSU und FDP keinen Wert auf die Expansion solcher rechter Ideologien in unserem Land legen. Letztendlich landen bei ihnen alle in diesem Topf, die sich gegen rechte Ideologien aussprechen.
Als Krönung tun sie dann so, als könne man all diese Menschen mit Straftätern gleichsetzen.

12.01.2018 08:44 Mediator 34

@Radebeuler(27):Ihre Intellektuelle Leistung in der Umformulierung meines Satzes aus Nr. 24 ist nicht gerade berauschend. Sie lassen dabei ausser acht, dass ich KEINEN ZWEIFEL daran lasse, dass Straftaten Straftaten sind und dass ich in KEINSTER WEISE irgendwelche Straftaten relativiere. Relativieren ist übrigens etwas völlig anderes als sachlich über Art und Umfang eine komplexen kriminellen Geschehens zu diskutieren.

Von daher erkenne ich doch einen deutlichen Unterschied zu den Aussagen der in Nr. 24 angesprochenen Nutzer. Wer wiederholt jede noch so rassistische und revisionistische Aussage einer bestimmten Partei durch gewagte Interpretationen kleinzureden versucht und selbst Gewaltstraftaten gerne einmal in gerechtfertigte Widerstandshandlungen umdeutet, der muss sich nicht wundern, wenn er in den Geruch kommt, Sympatisant solcher Ideologien und Straftäter zu sein.

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11.01.2018 19:02 MuellerF 33

@30: Jaja, um sich zu vermummen & Sachen zu werfen, braucht man ja auch eine Schulung...

Es gab vor einigen Jahren in der "RotenFlora" mehrere (übrigens rechtswidrig) eingesetzte verdeckte Ermittler. Diese waren in die dortigen Strukturen & Projekte eingebunden, haben aber KEINERLEI Beweise für "linksextremistische Bestrebungen" oder entspr. Straftaten finden können.

11.01.2018 18:49 MuellerF 32

@29: Ich glaube nicht, dass Sie hier als Nazi betitelt wurden, das wäre gar nicht freigeschaltet worden!
Der Eindruck von Sympathie mit Nazis kann bei Ihrer Argumentation aber leicht entstehen...
Ja klar, Teile der linksextremen Szene sind gut organisiert..na und? Das sieht doch rechts nicht anders aus. Erwischt werden meist die, die "zu blöd" sind..oder so gefährlich, dass ein großer Fahndungsdruck-& -aufwand sich auch lohnt.

11.01.2018 18:38 Udo K 31

@ MuellerF 30
Falsch!
Richtig ist:
Diese Leute haben randaliert, waren nicht "nur dabei"!
Da man aber nicht jedem Einzelnen eine ganz konkrete Tat zuordnen konnte, wurde eben keiner bestraft.
Einfach vermummen, als Gruppe zuschlagen, schon hat man freie Hand. Sehr gute Schulungen gehen dem voraus.

11.01.2018 18:05 MuellerF 30

>>fast 200 wurden nicht verurteilt, obwohl sie einen ganzen Stadtteil verwüstet hatten.<<
Schon wieder falsch! Es braucht einen Nachweis INDIVIDUELLER Schuld für eine rechtskräftige Verurteilung. Bloßes dabei-gewesen-Sein oder eine ähnliche/ gleiche politische Meinung reicht NICHT aus. So, wie Sie hier argumentieren, würde es Ihnen reichen, "Strohmänner" aus der gleichen Szene zu verurteilen, statt der tatsächlich Schuldigen.

11.01.2018 18:04 Uwe 29

@MuellerF 26
Erst mal. Ich meinte in 20 natürlich das alle gleich behandelt werden sollten. Das habe ich aber schon so oft geschrieben und bin dafür jedesmal von rotrotgrünen als Nazi betitelt worden das das eigentlich schon egal ist.
Und zu deinem 26
Wo sind denn rotrotgrüne mal angeklagt und dann noch verurteilt worden. Das sind ja nun wirklich absolute Einzelfälle.
Und das ein Punkt warum das nicht passiert nicht ermittelte Tatverdächtige sind gehört da dazu. Warum ist denn das so ? Weil diese Szene in erschreckendem Ausmaß organisiert ist und verbandelt ist. Aber auch das ist nur ein einziger Punkt von vielen welcher diese Szene so extrem gefährlich macht.

11.01.2018 17:36 Udo K 28

@ Mediator 24
Wieder stellen Sie unter Beweis, dass Sie ganz bewusst falsch interpretieren.
Was für ein Unsinn ohne jegliche Fakten Sie doch von sich geben, indem Sie schreiben:
"Wie üblich können sich die Udos, Uwes, Kritischen Bürgern und 'Orientierungslosen' sich bei solchen Nachrichten nicht so richtig freuen. " Zitat Ende
Gehts noch geistloser?
Mag sein, dass Sie sich nicht so richtig freuen können, wenn es Linksextreme mal erwischt, denn die verteidigen Sie ja "wie üblich".
Die User, die Ihre Aussagen regelmäßig mit Fakten widerlegen, sind Ihnen natürlich nicht genehm.
Was sind denn "Brüder im Geiste"?
Relativieren und ablenken, das beherrschen Sie besonders gut. Wenn Leute verurteilt werden, weil sie Straftaten begangen haben, ist das richtig und vollkommen unwichtig, ob rechts oder links, sie sollen ihre Strafe bekommen.
Seltsamerweise klappt das aber nur ziemlich einseitig.
fast 200 wurden nicht verurteilt, obwohl sie einen ganzen Stadtteil verwüstet hatten.

11.01.2018 17:23 Radebeuler 27

Alle Kommentatoren hier freuen sich, dass linksradikale Straftäter, die die halbe Leipziger Innenstadt verwüstet haben nicht ermittelt wurden und nun nicht vor Gericht stehen werden. Wirklich alle? Nein! Nur Linksextremisten!

Wie üblich können sich die Mediators ... bei solchen Nachrichten so richtig freuen. Sie können noch nicht einmal eine Erklärung herbeireden, warum man sich gegen die Fensterscheiben des BVG angeblich zur Wehr setzen musste. Was also soll man tun, wenn Brüder im Geiste eindeutige Straftaten begangen haben? Die Antwort lautet relativieren und ablenken.
Für mich stellt sich bei so einem Verhalten immer die Frage, wie das generelle Verhältnis solcher User zur Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ist.

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