Brand Bagger Bahnbaustelle Leipzig
Die Bahn baut am Auwald derzeit eine Eisenbahnüberführung über die Neue Luppe. Bildrechte: TNN

PTAZ ermittelt Eine Million Euro Schaden nach jüngstem Anschlag auf Deutsche Bahn in Leipzig

Die Deutsche Bahn ist derzeit in Leipzig massiven Anfeindungen ausgesetzt. Mitte Januar ging ein Firmenwagen der Bahn in Flammen auf, Ende Januar brannten zwei Kabelschächte. Nur vier Tage später wurden fünf Baumaschinen auf einer Baustelle an der Neuen Luppe durch ein Feuer zerstört. Die Polizei ist sich sicher: es war Brandstiftung, ein politisches Motiv ist nicht ausgeschlossen.

Brand Bagger Bahnbaustelle Leipzig
Die Bahn baut am Auwald derzeit eine Eisenbahnüberführung über die Neue Luppe. Bildrechte: TNN

Nach den jüngsten Brandanschlägen auf Fahrzeuge einer Baustelle der Deutschen Bahn hat das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) im Landeskriminalamt Sachsen die Ermittlungen aufgenommen. Derzeit würden die beiden großen Bagger, die Planierraupe und die beiden kleinen Bagger kriminaltechnisch untersucht, teilte das LKA am Dienstag mit. Die Behörde geht von einem Schaden in Höhe von rund einer Million Euro aus und sucht Zeugen. Wer am 2. Februar gegen 23:30 Uhr Uhr im Bereich des Leipziger Heuwegs und im weiteren Bereich um den Tatort verdächtige Personen und Fahrzeuge gesehen hat, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Leipzig oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Ausgebrannter Bagger vor einem Kiesberg nach Brand in Möckern
In der Nacht vom 2. zum 3. Februar brannten auf dieser Baustelle der Deutschen Bahn zwei große Bagger, zwei Minibagger und eine Planierraupe aus. Bildrechte: MDR/Einsatzfahrten Leipzig

Staatsanwaltschaft prüft Zusammenhang zu "Black Triangel"

Wie die Staatsanwaltschaft Leipzig am Dienstag im Gespräche mit MDR SACHSEN mitteilte, führt sie derzeit Ermittlungen gegen Unbekannt und prüft Zusammenhänge, nicht nur zwischen den drei Taten, sondern auch zur Räumung des "Black Triangle" im Süden von Leipzig.

Wir können nicht ausschließen, dass die Taten damit im Zusammenhang stehen. [ ... ] Ob und inwieweit diese möglicherweise politisch motiviert sind, das können wir abschließend noch nicht sagen.

Ricardo Schulz Oberstaatsanwalt Leipzig
Brand Bagger Bahnbaustelle Leipzig
Eine Million Euro Schaden sind allein bei dem Anschlag in der Nacht zum 3. Februar entstanden. Bildrechte: TNN

Derzeit würden noch Spuren ausgewertet, die Rückschlüsse auf die mutmaßlichen Täter zulassen, so der Oberstaatsanwalt. Letztlich müsse man aber feststellen, dass es sich hier um Kriminelle handelt, die vorsätzlich schwere Straftaten begangen und hohe Schäden verursacht haben. Diese würden auch die Allgemeinheit betreffen, so Ricardo Schulz.

Die Deutsche Bahn hatte zwei Jahre lang gebilligt, dass ein linksalternatives Zentrum das Alte Umspannwerk in der Arno-Nitzsche-Straße besetzt. Mitte Januar ließ die Bahn das Areal "Black Triangle" räumen, signalisierte aber Gesprächsbereitschaft.

Für die ersten beiden Taten - die Anschläge auf die Firmenwagen und die Kabelschächte - gibt es inzwischen ein Bekenntnerschreiben auf der linksextremen Internetplattform "indymedia". In dem Bekennerschreiben heißt es, dass die Wut über die Räumung des Geländes einer der Gründe gewesen sei, die Deutsche Bahn anzugreifen.

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.02.2019 | 12:30 Uhr und 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig.

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2019, 18:04 Uhr

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6 Kommentare

06.02.2019 17:18 Leipziger_1963 6

Lieber MDR,wie lange müssen wir Bürger uns noch von diesen Verbrechern auf der Nase herumtanzen lassen?Oder sind diese Zustände vielleicht auch gewollt?Indymedia.org ist doch verboten?

Und mal Butter bei die Fische!Kleiner Vorschlag:Polizei,Staatsschutz und die Medien sollten die Täter klar benennen.Hier sollten definitiv alle Register des Strafgesetzbuches gezogen werden um die Täter aus dem Verkehr zu ziehen.Und fängt endlich an auch bei linken Klientel zu ermitteln.Ich glaube,das ist auch im Sinne der Mehrheit der Bevölkerung.Danke.

06.02.2019 11:09 D.o.M. 5

Am 19.4 oder 20.4. 2016 ist ein Brandanschlag auf Steuerungsanlagen an der Bahnstrecke zwischen Rudolstadt und Jena im RRG-regierten Thüringen verübt worden (der MDR berichtete). Hat irgendwer jemals gehört oder gelesen, ob dort die Täter ermittelt wurden und wer sie waren ? Dieses Thema sollte man unbedingt bei dem hier berichtete Vorfall wieder ins Bewußtsein hochholen

05.02.2019 22:02 Paule 4

Das Geeiere könnte auch dem "Eulenspiegel" oder einem Comedian entstammen.
Bei "Hetzjagten?" legt man da ganz anders los. Da ist ja so ein Bahnanschlag harmlos, nicht wahr?

05.02.2019 21:55 Mediator 3

"Scheiß auf Anstand" wirkt und der normale Bürger sollte sich langsam mal fragen, was er von Leuten oder Parteien zu halten hat, die so etwas propagieren. Wer glaubt die demokratische Gremien durch eine Art Guerillakrieg im eigenen Land übergehen zu können ist nichts anderes als ein Krimineller, der sich und allen Mitbürgern schadet.

Einige sollten langsam mal wieder zur simplen Erkenntnis zurück kehren, dass es keine guten Verbrechen gibt.

05.02.2019 21:13 DER Beobachter @ Freiheit 1 2

Naja, wenn man sich mal so im Netz umschaut: den Begriff des Aktivisten und den expliziten Dank an diesen hat mittlerweile nicht mehr nur die eine Szene gepachtet, sondern gerade auch die andere. Ansonsten gebe ich Ihrem Geschwurbel vollinhaltlich recht ;)

05.02.2019 18:26 Freiheit 1

Keine Aufregung, das waren nur Aktivisten, die hatten nur Gutes im Sinn.

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