Schmetterling an einer Blüte
Bildrechte: IMAGO

Bunte Falter und duftige Kräuter Tage der offenen Schmetterlingswiesen

Sie sind Sommergefühl und eine Augenweide, nicht nur für Erwachsene. Auch Kinder beobachten die bunten Falter mit großem Staunen, wenn sie lautlos durch die Luft schweben, sich auf Blüten niederlassen und Nektar schlürfen. Noch vor wenigen Jahren gab es in Sachsen 125 verschiedene Arten Tagfalter. Doch sie sind vom Aussterben bedroht.

Schmetterling an einer Blüte
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Zahlen der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt besagen, dass 14 Prozent der in Sachsen vorkommenden Schmetterlingsarten ausgestorben sind, weitere Arten seien bedroht. Als Gründe dafür werden beispielsweise große Monokulturfelder der Landwirte ausgemacht, Unkrautbekämpfungsmittel, zunehmend bebaute und versiegelte Flächen und nicht zuletzt Privatgärten mit Golfrasen und Marmorkies.

Bunter Mix statt englischer Rasen

Im Frühjahr hatten der Freistaat Sachsen und Naturschutzverbände zum vierten Mal in Folge aufgerufen, blühende Wiesen nicht zu mähen, sondern die Wildblumen für Schmetterlinge zu erhalten. Viele Kleingärtner, Städte und Gemeinden beteiligten sich an der Aktion. Manche waren auch skeptisch, gilt doch ein exakt gemähter Rasen in Deutschland immer noch als Zeichen von Ordnung und Sauberkeit. Die Stadt Bad Düben teilte beispielsweise mit, hochstehendes Gras sei kein Zeichen mangelnder Pflege, sondern ein Hinweis auf eine Schmetterlingswiese.

Der Schmetterling ist bunt und mag es auch selbst bunt und duftig. Auf der Kartei seiner Lieblingspflanzen stehen unter anderem Wilder Majoran, Kartäusernelke, Tauben-Skabiose oder auch Tüpfel-Johanniskraut. Solche und ähnlich bestückte Wiesen sind ein Labsal für die Falter, die ihre Rüssel in die Blütenpracht stecken und Nektar schlürfen.

Verschiedene Blüten auf einem Feld
Eine saftige, blühende Wiese zu Beginn des Sommers ... Bildrechte: Bernhard Klepel

Große Vielfalt trotz großer Dürre

Schmetterlingswiesen können überall betrieben werden, in Privatgärten, auf Brachen, in Parkanlagen, mitten in der Stadt oder auf dem platten Land. In Borna-Gnandorf hat der NABU beispielsweise auf einer Rückbaufläche der Wohnungsgenossenschaft Borna eine Schmetterlingswiese errichtet. In diesem Jahr bieten die Schmetterlingswiesen sachsenweit aber einen ganz besonderen Anblick - nichts zu sehen von grünen saftigen Gräsern und Wildblumen.

Derzeit dominieren vor allem krautige Pflanzen das Bild der Schmetterlingswiesen, beispielsweise Luzerne oder Wilde Möhre, das kriechende Fingerkraut, Schafgarbe oder auch die wunderschön pink blühende Breitblättrige Blatterbse. Die Wurzeln dieser Pflanzen reichen tief in den Boden hinein und finden noch etwas Feuchtigkeit.

Die Wiese in Borna-Gnandorf lockte mit dieser Speisekarte beispielsweise den Resedaweißling an sowie den Faulbaumbläuling oder auch den Schornsteinfeger.

Schmetterlingswiese neben einem Wohngebiet.
... die Trockenheit hat auch den Schmetterlingswiesen zugesetzt. Im Bild eine naturbelassene Wiese am Rande eines Wohngebietes in Borna-Gnandorf. Links im Hintergrund eine gemähte Wiese ohne blühende Kräuter. Bildrechte: Kathleen Burkhardt-Medicke und Daniel Wöhner/NABU Landesverband Sachsen e.V.

Warum heißt der Schmetterling Schmetterling? Im Mittelalter sagte man zu Sahne auch Schmetten. Da sich Falter gern in der Nähe von Sahne oder auch Butter aufhalten, nannte man sie bald Schmetterlinge. Zu dieser Theorie passt auch, dass der Falter im englischen Butterfly, als Butterfliege heißt.

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN -Das Sachsenradio | 17.08.2018 | ab 06:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 17. August 2018, 16:15 Uhr

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