Landkreis Mittelsachsen Eltern fordern mehr Sicherheit nach tödlichem Unfall in Penig

Der tödliche Unfall einer Elfjährigen in Penig hat viele Menschen erschüttert. Die Schülerin ist von einem Auto erfasst worden, als sie hinter dem Schulbus die ehemalige B175 überqueren wollte.

EineBushaltestelle an einer Landstraße
An der Bushaltstelle in Penig stehen die Kinder entweder auf der vielbefahrenen Straße oder im Straßengraben, wenn sie den Schulbus verlassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach dem schweren Unfall in Penig fordern Eltern mehr Sicherheit für ihre Kinder. An der Haltestelle stehen die Kinder beim Aussteigen aus dem Schulbus direkt auf der ehemaligen B175 oder im Straßengraben. Einen Fußweg oder eine ausgebaute Bushaltestelle gibt es hier nicht. Um in den Anschlussbus zu steigen, müssen die Kinder die Straße überqueren - außerhalb der Stadt, ohne Ampel, bei einem Tempolimit von 70 Stundenkilometern.

Wollen Sie den Eltern vielleicht sagen, wir haben doch Achtung-Kinder-Schilder oder Achtung-Schulbus-Schilder aufgestellt, das muss doch reichen. Es ist einfach nur traurig, macht sprachlos und wütend.

Kerstin Käseberg und Klaus Michael in ihrem offenen Brief

Auch Thomas Eulenberger, Bürgermeister von Penig, ist betroffen. Er will nun zusammen mit dem Landratsamt und dem Verkehrsunternehmen Regiobus schauen, wo mögliche Risiken liegen und wie diese verringert werden können. Auf Initiative betroffener Eltern ist bereits vergangenes Jahr die Haltestelle der Buslinie aus Rochlitz verlegt worden. Der Bus hielt ebenfalls am gefährlichen Straßenrand. Die Schüler steigen jetzt an einer anderen Bushaltestelle um.

"Entweder muss diese Haltestelle wirklich den Namen Haltstelle verdienen, sodass die Kinder, wenn sie da aussteigen [...], nicht auf 20 Zentimetern Randstreifen stehen. [...] Oder man muss von Tempo 70 auf Tempo 50 an dieser Haltestelle runtergehen oder sogar noch weiter", fordert Klaus Michael, dessen Kinder selbst auf der Strecke unterwegs waren. In der Pflicht sieht er das Landratsamt.

Landrat Matthias Damm erklärte auf Anfrage von MDR SACHSEN, dass die verkehrsrechtliche Situation vor Ort umgehend geprüft wurde. "Die aktuelle Beschilderung des Haltestellenbereichs mit Tempo 70 sowie dem Schild Achtung Kinder und dem Zusatzzeichen Schülerverkehr entspricht dem Maximum des rechtlich Möglichen", sagte er. Nach Abschluss des Unfallberichts wolle er aber in Abstimmung mit allen Zuständigen überprüfen, ob weitere Schritte nötig sind.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.03.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2019, 21:43 Uhr

Mehr aus Borna, Altenburg und Zeitz

Mehr aus Sachsen