Blockade vor einem Tor zu einem Kraftwerk und deren Räumung durch die Polizei
Nachdem die Umweltaktivisten der Aufforderung nicht nachgekommen waren, die Kraftwerkszufahrt zu räumen, wurden sie von der Polizei weggetragen. Beide Seiten betonten den friedlichen Verlauf der Aktionen. Bildrechte: Tim Wagner

Protest gegen Braunkohleabbau Polizei löst Sitzblockade vor Kraftwerk Lippendorf auf

Seit einer Woche campen in dem kleinen Dorf Pödelwitz bei Leipzig Hunderte Umweltaktivisten. Für Sonnabend wurden zahlreiche Protestaktionen gegen den Braunkohleabbau angekündigt. Die erste Aktion fand am Morgen statt: Ein Förderband im Tagebau Vereinigtes Schleenhain wurde blockiert. Später hielten Demonstranten Sitzblockaden vor dem Kraftwerk Lippendorf ab. Die Polizei ging dazwischen.

Blockade vor einem Tor zu einem Kraftwerk und deren Räumung durch die Polizei
Nachdem die Umweltaktivisten der Aufforderung nicht nachgekommen waren, die Kraftwerkszufahrt zu räumen, wurden sie von der Polizei weggetragen. Beide Seiten betonten den friedlichen Verlauf der Aktionen. Bildrechte: Tim Wagner

Braunkohlegegner haben am Sonnabend mit Sitzblockaden vier Zufahrten zum Kraftwerk Lippendorf südlich von Leipzig versperrt. Etwa 350 Aktivisten der Aktionsgruppe "Kohle erSetzen" beteiligten sich an den Blockaden, wie Koordinator Arvid Jasper mitteilte. Mit der Aktion fordert die Gruppe, der Kohleausstieg sollte sofort und konsequent eingeleitet werden.

Am Nachmittag löste die Polizei eine Blockade auf, nachdem Teilnehmer der Aufforderung nicht nachgekommen waren, zu Zufahrt zum Schichtwechsel in dem Braunkohlekraftwerk zu räumen. 18 Aktivsten erhielten ein Platzverbot, wie die Polizei mitteilte. Die Aktion sei aber gewaltfrei verlaufen.

Protest gegen Braunkohle Kohlegegner blockieren Kohleförderung im Tagebau Schleenhain

Umweltaktivisten bei Protestaktionen gegen den Braunkohleabbau in der Region Leipzig
Die erste Störaktion der Umweltaktivisten fand am Sonnabendmorgen statt. Fünf Braunkohlegegner ketteten sich im Tagebau Vereinigtes Schleenhain an ein Förderband. Bildrechte: Tim Wagner
Umweltaktivisten bei Protestaktionen gegen den Braunkohleabbau in der Region Leipzig
Von den einzelnen Mahnwachestationen im Südraum von Leipzig sind weitere Aktionen geplant. Bildrechte: Tim Wagner
Securitymitarbeiter beobachten Umweltaktivisten
Mitarbeiter einer Securityfirma der Mibrag beobachten am Rande des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain die Umweltaktivisten. Bildrechte: Tim Wagner
Umweltaktivisten und Polizeibeamte bei den Blockaden eines Kraftwerkes
Friedlicher Protest am Kohlekraftwerk Lippendorf. An den Protesten beteiligen sich rund 350 Menschen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Umweltaktivisten und Polizeibeamte bei den Blockaden eines Kraftwerkes
Mit Bannern versuchen sich die Teilnehmer der Sitzblockade vor einem der Zufahrtstore zum Kraftwerksgelände vor der Sonne zu schützen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Blockade vor einem Tor zu einem Kraftwerk und deren Räumung durch die Polizei
Ca. 18 Personen sind der Aufforderung der Polizei nicht nachgekommen und bleiben vor dem nördlichen Tor des Kraftwerkes Lippendorf sitzen. Bildrechte: Tim Wagner
Blockade vor einem Tor zu einem Kraftwerk und deren Räumung durch die Polizei
Dreimal wurden die Teilnehmer aufgefordert, ihre Sitzblockade zu beenden. Danach wurde geräumt. Bildrechte: Tim Wagner
Blockade vor einem Tor zu einem Kraftwerk und deren Räumung durch die Polizei
Die Räumung ist nach Angaben der Polizei friedlich verlaufen. Um den Schichtwechsel im Kraftwerk und damit die Versorgung Leipzigs mit Fernwärme und Strom zu gewährleisten, musste das Tor geräumt werden. Bildrechte: Tim Wagner
Umweltaktivisten bei Protestaktionen gegen den Braunkohleabbau in der Region Leipzig
Die erste Störaktion der Umweltaktivisten fand am Sonnabendmorgen statt. Fünf Braunkohlegegner ketteten sich im Tagebau Vereinigtes Schleenhain an ein Förderband. Bildrechte: Tim Wagner
Umweltaktivisten bei Protestaktionen gegen den Braunkohleabbau in der Region Leipzig
Mit spezieller Technik wurden die fünf Aktivisten wieder vom Förderband getrennt, welches aus Sicherheitsgründen abgeschaltet wurde. Bildrechte: Tim Wagner
Das Klima-Camp Pödelwitz und der Tagebau Vereinigtes Schleenhain
Das Klima-Camp in Pödelwitz von oben. Direkt an der Dorfgrenze beginnt der Tagebau Vereiniges Schleenhain. Bildrechte: Kohle erSetzen!
Umweltaktivisten und Polizeibeamte bei den Blockaden eines Kraftwerkes
Die einzelnen Protestgruppen sammeln sich im Klima-Camp in Pödelwitz. Von dort geht es zu den einzelnen Aktionsorten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Umweltaktivisten bei Protestaktionen gegen den Braunkohleabbau in der Region Leipzig
Zahlreiche Braunkohlegegner haben sich am Sonnabend im Klima-Camp versammelt. Von dort aus starten die Umweltschützer zu verschiedenen Aktionsorten rund um den Tagebau Vereinigtes Schleenhain und dem Kraftwerk Lippendorf. Bildrechte: Tim Wagner
Umweltaktivisten bei Protestaktionen gegen den Braunkohleabbau in der Region Leipzig
Auf dem Weg zur Mahnwache nach Neukieritzsch. Bildrechte: Tim Wagner
Umweltschützer blockieren eine Zufahrtsstraße zu einem Kraftwerk
Mehrere Umweltaktivisten haben eine Zufahrt zum Kraftwerk Lippendorf blockiert. Ihr Ziel: Störung des Schichtwechsels und des Kraftwerk-Betriebes. Bildrechte: Tim Wagner
Polizeibeamte beobachten eine Sitzblockade vor einem Kraftwerk
Polizisten beobachten eine der Sitzblockaden am Kraftwerk Lippendorf. Bildrechte: Tim Wagner
Alle (15) Bilder anzeigen
Umweltaktivisten bei Protestaktionen gegen den Braunkohleabbau in der Region Leipzig
Die Polizei war schnell vor Ort und versuchte die Braunkohlegegner vom Förderband loszumachen. Bildrechte: Tim Wagner

An Förderband gekettet

Zu Teilnehmerzahlen insgesamt wollten die Beamten keine Angaben machen. Die Aktivisten werteten die Blockaden als Erfolg. Wie lange diese noch aufrecht erhalten werden sollen, war am frühen Abend noch unklar. Es sei alles gewaltfrei und friedlich verlaufen, betonte eine Sprecherin.

Ihren Aktionstag haben die Umweltschützer am Sonnabendmorgen im Tagebau Vereinigtes Schleenhain, südlich von Leipzig, gestartet. So wurde auf dem Gelände der Mibrag (Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH) die Kohleförderung blockiert. Fünf Umweltaktivisten ketteten sich an ein Förderband, welches daraufhin gestoppt werden musste. Die Polizei trennte sie vom Förderband. Dazu habe spezielle Technik eingesetzt werden müssen, sagte Andreas Loepki, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig auf Anfrage von MDR SACHSEN.

Kampf um Pödelwitz

Das Aktionswochenende markiert zugleich das Ende des ersten Klima-Camps in Pödelwitz. Dass die Braunkohlegegner dort ihre Zelte aufgeschlagen haben, geschieht nicht ohne Grund. Das rund 700 Jahre alte Dorf liegt am Rande des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain. Der Tagebau-Betreiber Mibrag will dort sein Abraumgebiet ab 2026 erweitern. Dafür muss Pödelwitz weichen. Etliche Grundstücke sind bereits verlassen, aufgekauft durch die Mibrag. Nur noch knapp 30 von ehemals 130 Bewohnern leben in dem Dorf. Um gegen die geplante Abbaggerung zu protestieren, hat unter anderem die Bürgerinitiative "Pro Pödelwitz" die Umweltaktivisten eingeladen, in ihrem Dorf das erste Klimacamp der Region zu veranstalten.

Quelle: MDR/bb/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.08.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.08.2018 | 09:00 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 04. August 2018, 21:01 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

49 Kommentare

06.08.2018 19:02 Eulenspiegel 49

Hallo Gerold Mann
Wo haben sie denn den Blödsinn her? Ich denke das sollten sie mal näher erklären.
Hallo Bernd L. Es wird nur alleine in den Ausbau der Windenergie weltweit mehr investiert als in Kohle und Kernkraft zusammen. Raten sie mal warum.

06.08.2018 17:04 Bernd L. 48

mare nostrum:
Erhalt des Planeten ist ja gaanz großes Kino für Weltverbesserer- wie wärs erstmal mit dem Erhalt unseres Landes, seiner Sozialysteme, unseres Wohlstandes? Da sieht es derzeit nicht gut aus- das meinen die Jungaktivisten aber bestimmt nicht. Welchen EIGENEN Betrag leisten die Revoluzzer?
Woher soll der Strom im Hightechland Deutschland kommen (ohne Atom, Kohle)? Sagen sie bitte nicht EEG- dann komme ich aus dem Lachen nicht mehr raus.

06.08.2018 16:38 Gerold Mann 47

Man darf sich mal erkundigen, wer bei den derzeitigen Außentemperaturen den Strom liefert - es sind weder Solarzellen (für die ist es zu heiß oder dann eben zu dunkel), noch die Windräder (es geht zu wenig Wind). Die Grundlast wird mit Braunkohle- und Atomkraftwerken bedient. Brauchbare Alternativen sind nicht in Sicht. Und ich möchte den hart erarbeiteten Wohlstand nicht von verhetzten Ökojüngelchen kaputtsitzen lassen. Die sollten lieber mal anständiger Arbeit nachgehen. Klimawandel? Tut mir leid - dieser Kirche gehöre ich auch nicht an.

06.08.2018 14:48 Eulenspiegel 46

Hallo Beobachter 36
Hier geht es doch gar nicht um den Ausstieg aus der Stromerzeugung sondern um den Umstieg.
Hallo Morchelchen 40
Was sie als „alt herkömmlicher Lebensart“ bezeichnen ist für mich die Zerstörung der Existenzgrundlage des Menschen. Damit sollten sie sich mal auseinandersetzen.

06.08.2018 12:14 mare nostrum 45

@ 41

Ich will Ihnen mitnichten zu nahe treten, aber Ihre Stellungnahmen hier offenbaren es: Sie haben leider nichts (aber auch gar nichts!) verstanden!

Wohlstand auf Kosten des Planeten ist kein wahrer Wohlstand.

06.08.2018 10:20 WegWeiser 44

Ziviler Ungehorsam ist bei den nicht wieder rückgängig zu machenden Auswirkungen des Klimawandels durchaus angebracht. Sehr schön, dass sich junge Leute um unser weiteres Leben Gedanken machen. Weiter so!

06.08.2018 09:43 JANNY 43

Kann es sein, dass die Fans der Unsäglichen auch hier wieder das große Wort führen und Hass und Galle über die jungen Leute ausschütten, die doch für uns alle und unsere Umwelt im Einsatz sind? Zu vermuten, dass diese AKTIVISTEN definitiv arbeitslos und ungebildet sind, wirft höchstens ein Bild auf die Verfasser solcher Beiträge.

06.08.2018 09:01 mare nostrum 42

Diese angeblichen "Gegner altherkömmlicher Lebensart" haben ein hehres, konservatives Ziel: Die Erhaltung unseres Planeten.
Dabei wäre auch Ihre Aktivität angesagt!

05.08.2018 22:55 Beobachter 41

mare nostrum 38.
"Ich bin FÜR die STILLLEGUNG von Kohle- und Atomkraftwerken.
Und das bei jeder Temperatur, zu jeder Tages- und Nachtzeit."
Verstehe, der Strom kommt sowieso aus der Steckdose, der Wohlstand kommt vom Palevern und das Geld kommt aus dem Bankautomaten- grüne Logik zu jeder Tages- und Nachtzeit.

05.08.2018 20:57 Morchelchen 40

Irgendwie ist auch diese Woche vorüber gegangen. Vielleicht für diese "Aktivisten" zu schnell, aber für die Menschen, die arbeiten mussten, waren es sich sehr hinziehende Werktage bei der "Affenhitze"...
Wieso bezeichnet man besonders bei den Öffentlich-Rechtlichen jedwede Gegner altherkömmlicher Lebensart bevorzugt als "Aktivisten"?

Mehr aus Borna, Altenburg und Zeitz

Mehr aus Sachsen