3. Deutscher Waldtag Baumpflanzaktion im Colditzer Forst

Dem Wald in Deutschland geht es gar nicht gut. Dürre, Stürme und der Borkenkäfer machen den Bäumen zu schaffen, führen zu verheerenden Waldschäden. Um auf die besondere Bedeutung des Waldes hinzuweisen fanden vom 18. bis zum 20. September 2020 die Deutschen Waldtage statt. Initiiert wurde sie vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Auch Sachsen beteiligte sich daran, mit einer eigenen Kampagne.

 Ein Birkenwald bei Regen
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Im Colditzer Forst im Landkreis Leipzig haben am Sonnabend Bürger und Forstleute gemeinsam Bäume eingepflanzt. Die Mitmach-Aktion ist Teil der Kampagne "Gemeinsam für den Wald - Sachsen macht mit", die der Freistaat zu den 3. Deutschen Waldtagen initiiert hat. "Der Wald ist unverzichtbar für Artenreichtum, Biotopvielfalt, Wasser- und Bodenschutz und fürs Klima", sagte Sachsens Forstminister Wolfram Günther (Bündis 90/Die Grünen) bei der Vorstellung der Kampagne. Er sei aber auch Arbeitsort und Rohstofflieferant.

Der Wald ist Erholungsort Nummer eins für die sächsischen Bürgerinnen und Bürger. Auf diese vielfältigen Nutzungen, auf den Reichtum unserer Wälder, aber auch auf die Gefährdungen durch Dürre, Stürme und Borkenkäfer können wir bei den Deutschen Waldtagen hinweisen.

Wolfram Günther Sachsens Forstminister (Bündis90/Die Grünen)

Bei dem gemeinsamen Pflanzen wie im Colditzer Forst wolle man mit den Menschen über den Wald insgesamt und über seine derzeitige Lage ins Gespräch kommen, so Günther weiter.

Ideales Pflanzwetter

Der Hinweis der Organisatoren zur Pflanzaktion an der Birkenallee im Colditzer Forst, wetterfeste Kleidung und entsprechendes Schuhwerk einzupacken, war nicht verkehrt. Regen und gerade einmal zehn Grad Lufttemperatur bescherte ideales Wachstums- und Pflanzwetter. Gut 30 Colditzer ließen sich von der Witterung nicht abschrecken. Gemeinsam mit Minister Wolfram Günther ging es für sie mit dem Spaten in den Wald. 2.500 junge Birken und wegbegleitende Hecken mussten entlang der Birkenallee eingepflanzt werden.

Waldschutz ist Klimaschutz und wer das Klima schützt, hilft dem Wald. Darum brauchen wir die Solidarität und Unterstützung aller, denen der Wald am Herzen liegt.

Wolfram Günther Bündnis 90/Die Grünen

Eine Gruppe von Menschen ist in einem Wald und pflanzt Bäume
2.500 Bäume und Sträucher wurden am Sonnabend im Colditzer Forst an der Birkenallee gepflanzt. In Sachsen ist ein Zehntel der Waldfläche durch Stürme, Trockenheit und Schädlinge geschädigt. Nach Angaben des Staatsbetriebes Sachsenforst sind rund 56.000 Hektar betroffen, mehr als 9.000 Hektar seien komplett kahl. Mit Baumpflanz Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Jahrhundertaufgabe Waldumbau

Der Wald müsse für die Zukunft fit gemacht werden, sagte Günther weiter. Das sei eine Jahrhundertaufgabe für Waldbesitzer und Gesellschaft. "Wir müssen ihn in einen stabilen, arten- und strukturreichen, leistungsfähigen Mischwald umbauen. Nur so kann er dauerhaft für die nachfolgenden Generationen erhalten werden", erklärte der Minister.

Weitere Aktionen zur Wiederbewaldung und Waldpflege im Rahmen der Kampagne "Gemeinsam für den Wald - Sachsen macht mit" sind bis November unter anderem noch in Moritzburg, in Rochlitz und in den Revieren Wildenfels, Klingenthal und Schönheide geplant.

Birkenallee im Colditzer Forst Die Birkenallee zieht sich kilometerlang von der Bundesstraße 176 bis in das Dörfchen Leupahn quer durch den Colditzer Forst. Zahlreiche Birken haben der Allee ihren Namen gegeben. Von 1950er bis 1990er Jahren wurde dort Birkensaft für die Kosmetikindustrie gewonnen.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL| 26.09.2020 | 19:00 Uhr

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.09.2020 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

1 Kommentar

Eulenspiegel vor 3 Wochen

Ja der Wald muss für die Zukunft fit gemacht werden. Nur wie macht man das? Der Klimawandel geht weiter. Von Neupflanzungen die Heute und Morgen gut gedeihen kann doch Heute sagen ob sie in 30 oder 40 Jahren noch stehen werden. Wir gehen schwierigen Zeiten entgegen. Wir sollten und darauf einstellen das trotz aller Bemühungen ein Großteil für lange Zeit, vielleicht sogar für mehr als einhundert Jahre, verschwinden wird.

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