Wie anno dazumal Schlafsack raus und rein ins Heu: Heubodenherberge Linda

Eine Frau steht in einer Küche in einem renovierten Scheunengebäude mit großem Tor.
Kathrin Zwicker kümmert sich um das Wohlbefinden der Besucher. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

"Wie man sich bettet, so liegt man", sagt das Sprichwort. Dass es nicht immer eine Komfort-Matratze sein muss, davon sind Kathrin Zwicker und ihr Mann überzeugt. Sie betreiben in Linda bei Frohburg eine Heubodenherberge. "Wir mussten unseren Milchviehbetrieb in der Milchkrise aufgeben", sagt sie. Landwirtschaft betreiben sie aber weiter. "Der alte Hof stand zum Verkauf. Und die Idee für die Herberge kam dann von unserem Sohn." Da es so ein Angebot in der Region noch nicht gegeben habe, hätten sie den Schritt gewagt, sagt Zwicker. "Unser Heu kommt natürlich von den eigenen Wiesen und wird jährlich gewechselt."

Noch wird an dem Vierseithof weitergebaut. "Der Denkmalschutz hat uns dabei manche Nuss zu knacken gegeben", sagt Zwicker. Aber am Ende sei immer eine gute Lösung gefunden worden.

Corona geht auch nicht spurlos an Linda vorüber

Natürlich gelten auch für die Heubodenherberge die Einschränkungen der geltenden Corona-Verordnungen, sagt Chefin Kathrin Zwicker. "Abstandsregeln und Desinfektion - alles, was nötig ist, haben wir umgesetzt. Das heißt aber auch, dass es statt der möglichen 30 Schlafplätze im Moment nur 15 gibt." Für den Schulanfang sei die Herberge bereits voll ausgebucht.

Auf einem Dachboden mit alten Balken liegt Heu als Lagerstätte.
Hier kann man es sich in der Nacht auf dem Heulager gemütlich machen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Wie beim Zelten, aber viel bequemer

Die Leipziger Studenten Emely und Manuel sind auf einer Radtour im Kohrener Land unterwegs. Sie haben gut geschlafen in der Heubodenherberge. "Es erinnert mich ein bisschen an meine Kindheit", sagt Manuel. Seine Freundin Emely hat den Duft des Heus noch in der Nase. "Das war schon eine besondere Übernachtung. Wie beim Zelten, aber viel bequemer." Nach einem ausgiebigen Frühstück schwingen sie sich wieder auf ihre Räder und fahren in Richtung Gnandstein davon, um die Gegend zu erkunden.

Zwei Radfahrer fahren einen kleinen Weg in einem Dorf entlang.
Die Studenten Emely und und Manuel sind auf dem Rad im Kohrener Land unterwegs. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Der Wilde Westen liegt gleich auf der anderen Straßenseite

Vor der Abfahrt haben die beiden Radler noch einen ungläubigen Blick auf die andere Straßenseite gewagt. Denn dort steht mitten in der dörflichen Idylle ein amerikanisches Fort. Mit dem Palisadenbau hat sich Marcel Zwicker, der Sohn der Herbergschefin, einen Kindheitstraum erfüllt.

Welcher Junge hat früher nicht schon mal davon geträumt, in einem richtigen Western-Fort Cowboy und Indianer zu spielen.

Marcel Zwicker Erbauer des Western-Forts

Er habe jetzt die Chance gehabt, sich diesen Traum zu erfüllen. Unzählige Arbeitsstunden hat Zwicker in den Aufbau seines Western-Forts investiert. "Und zur Heubodenherberge passt das Fort natürlich gut. Wenn Kindergruppen hier sind, ist das ein großer Abenteuerspielplatz." Auch für Kindergeburtstage und Feste könne man das Western-Fort mieten.

Ein Mann mit Bart lehnt an einer Holzveranda vor Palisaden in einem Fort.
Marcel Zwicker hat sich seinen Kindheitstraum im Maßstab 1:1 erfüllt. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr

Mehr aus Borna, Altenburg und Zeitz

Mehr aus Sachsen